Informationen zum Meldewesen für Labore gemäß § 7 IfSG

Im Infektionsschutzgesetz – IfSG ist für meldepflichtige übertragbare Krankheiten ein konkretes Verfahren festgelegt, das wir Ihnen auf dieser Seite mit Hilfe des beigefügten Meldeschemas und weiterer Informationen nahebringen möchten.

Die namentlichen Meldungen von meldepflichtigen Krankheiten gem. § 7 (1), (2) IfSG und § 1 (2) IfSG-MeldepflchtV sind entsprechend den Regelungen des § 9 (1) IfSG vorzunehmen. Die Meldung muss unverzüglich (d.h.: „ohne schuldhaftes Zögern“) erfolgen und spätestens 24 Stunden nach erlangter Kenntnis dem zuständigen Gesundheitsamt vorliegen. Diese kurze Übermittlungsfrist gilt für alle Fälle, die der Falldefinition des § 4 (2) Nr. 2 IfSG entsprechen. Hierzu stellt das Robert Koch-Institut Kriterien auf und veröffentlich sie im Bundesgesundheitsblatt. Die Berliner Gesundheitsämter leiten die Meldungen anonymisiert an das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSO) Berlin weiter (im IfSG als Übermittlung bezeichnet). Hier werden die Meldedaten zusammengefasst, ausgewertet und an das Robert Koch-Institut weiter übermittelt.

Die genauen Melde- und Übermittlungswege sind dem folgenden Schema zu entnehmen.

Meldeschema Labore für übertragbare Krankheiten bzw. Erreger nach dem IfSG und der IfSG-MeldepflichtV einschließlich Impfschäden

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Die zeitnahen Meldungen und Übermittlungen gemäß IfSG dienen dazu, schnellstmöglich die zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung notwendigen Maßnahmen einleiten zu können (u. a. Feststellung des Infektionsweges und Einleitung von Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung, ggf. auch Isolierung von Erkrankten zur Verhinderung der Weiterverbreitung, Umsetzung von Postexpositionsprophylaxen, Einleitung von Impfmaßnahmen, nationale und internationale Berichterstattung). Die landesspezifischen Auswertungen werden der Senatsverwaltung für Gesundheit, den Gesundheitsämtern, niedergelassenen Ärzten und ärztlichen Fachverbänden zur Verfügung gestellt.

Was ist von Laboren zu melden?

Namentlich zu melden sind gemäß § 7 (1), (2) IfSG an das zuständige bezirkliche Gesundheitsamt folgende Nachweise von Infektionserregern:

  • direkte oder indirekte Nachweise von Krankheitserregern bei akuter Infektion
    • Acinetobacter spp. mit Carbapenem-Resistenz
    • Adenoviren; Meldepflicht nur für den direkten Nachweis im Konjunktivalabstrich
    • Arboviren
    • Bacillus anthracis
    • Bordetella pertussis, Bordetella parapertussis
    • Borrelia recurrentis
    • Brucella sp.
    • Campylobacter sp., darmpathogen
    • Chikungyavirus
    • Chlamydia psittaci
    • Clostridium botulinum oder Toxinnachweis
    • Corynebacterium diphtheriae, Toxin bildend
    • Coxiella burnetii
    • humanpathogene Cryptosporidium sp.
    • Ebolavirus
    • Enterobacteriaceae, mit Carbapenem-Resistenz
    • a) Escherichia coli, enterohämorrhagische Stämme (EHEC)
    • b) Escherichia coli, sonstige darmpathogene Stämme
    • Francisella tularensis
    • FSME-Virus
    • Gelbfiebervirus
    • Giardia lamblia
    • Haemophilus influenzae; Meldepflicht nur für den direkten Nachweis aus Liquor oder Blut
    • Hantaviren
    • Hepatitis-A-Virus
    • Hepatitis-B-Virus
    • Hepatitis-C-Virus; Meldepflicht für alle Nachweise, soweit nicht bekannt ist, dass eine chronische Infektion vorliegt
    • Hepatitis-D-Virus
    • Hepatitis-E-Virus
    • Influenzaviren; Meldepflicht nur für den direkten Nachweis
    • Lassavirus
    • Legionella sp.
    • humanpathogene Leptospira sp.
    • Listeria monocytogenes; Meldepflicht nur für den direkten Nachweis aus Blut, Liquor oder anderen normalerweise sterilen Substraten sowie aus Abstrichen von Neugeborenen
    • Marburgvirus
    • Masernvirus
    • Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA)
    • Mumpsvirus
    • Mycobacterium leprae
    • Mycobacterium tuberculosis/africanum, Mycobacterium bovis; Meldepflicht für den direkten Erregernachweis sowie nachfolgend für das Ergebnis der Resistenzbestimmung; vorab auch für den Nachweis säurefester Stäbchen im Sputum
    • Neisseria meningitidis; Meldepflicht nur für den direkten Nachweis aus Liquor, Blut, hämorrhagischen Hautinfiltraten oder anderen normalerweise sterilen Substraten
    • Norwalk-ähnliches Virus; Meldepflicht nur für den direkten Nachweis aus Stuhl
    • Poliovirus
    • Rabiesvirus
    • Rickettsia prowazekii
    • Rotavirus
    • Rubellavirus
    • Salmonella Paratyphi; Meldepflicht für alle direkten Nachweise
    • Salmonella Typhi; Meldepflicht für alle direkten Nachweise
    • Salmonella, sonstige
    • Shigella sp.
    • Trichinella spiralis
    • Varizella-Zoster-Virus
    • Vibrio cholerae O 1 und O 139
    • Yersinia enterocolitica, darmpathogen
    • Yersinia pestis
    • Zikavirus
    • andere Erreger hämorrhagischer Fieber
  • oben genannte Krankheitserreger, soweit deren örtliche und zeitliche Häufung auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit hinweist.
    Den vollständigen Gesetzestext zu den meldepflichtigen Erregern finden Sie hier: § 7 (1) IfSG .

Namentlich zu melden ist darüber hinaus in Berlin gemäß § 1 (2) IfSG-MeldepflchtV an das zuständige bezirkliche Gesundheitsamt folgender Nachweis eines Krankheitserregers:

  • Der direkte oder indirekte Nachweis von Borrelia burgdorferi sensu lato, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.

Wer ist gemäß IfSG meldepflichtig?

  • Leiter von Medizinaluntersuchungsämtern und sonstigen privaten oder öffentlichen Untersuchungsstellen, auch Krankenhauslaboratorien
  • Leiter von Einrichtungen der pathologisch-anatomischen Diagnostik

Den vollständigen Gesetzestext zu den meldepflichtigen Personen finden Sie hier: § 8 (1) IfSG .

An wen muss gemeldet werden?

Die Meldung muss an das für den Wohnsitz des Patienten zuständige Gesundheitsamt erfolgen, nicht an das LAGeSo. In besonderen Fällen kann auch an das für einen vom Wohnsitz abweichenden Aufenthaltsort des Patienten zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden (z. B. bei stationärer Behandlung in einem Krankenhaus).

Hier finden Sie die Kontaktdaten für Ihre Meldung an Ihr zuständiges Berliner Gesundheitsamt – Bereich Hygiene / Infektionsschutz:

Link zu den Berliner Gesundheitsämtern

Informationen für meldepflichtige Labore

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LABOR-MELDEFORMULAR Nachweise von Krankheitserregern gemäß §§ 7, 8, 9 IfSG

PDF-Dokument (147.2 kB)

Die nichtnamentliche Meldung nach § 7(3) IfSG Treponema pallidum, HIV, Echinicoccus sp., Plasmodium sp. und Toxoplasma gondii (konnatale Infektion)betreffend erfolgt direkt an das Robert Koch-Institut . Entsprechende Meldeformulare müssen direkt beim RKI angefordert werden.