Infektionsepidemiologie / Infektionsschutz

Viren
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*Infektionen, Epidemien bzw. auch Pandemien können jeden treffen!*

Eine der Kernaufgaben des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) ist der Schutz der Bevölkerung vor Infektionskrankheiten und deren Auswirkungen durch zeitnahe Informationen, Vorsorgemaßnahmen und ggf. durch die Einleitung notwendiger Maßnahmen zur Gefahrenabwehr. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo) nimmt als nachgeordnete Behörde der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Berlin in diesem Zusammenhang Aufgaben von gesamtstädtischer Bedeutung gemäß Infektionsschutzgesetz – IfSG war. Hierzu gehören vorrangig die Überwachung und Einschätzung der gesamtstädtischen Lage bezüglich der Ausbreitung von Infektionskrankheiten (Surveillance) sowie die Beratung und Unterstützung der Gesundheitsämter im Rahmen des Infektionsschutzes. Diese Beratungsaufgaben kommen auch bei Ausbruchssituationen zum Tragen. Die Berliner Gesundheitsämter der Bezirke sind für die Durchführungs- und Ordnungsaufgaben zuständig. Das LAGeSo steht mit den bezirklichen Gesundheitsämtern im Rahmen des Infektionsschutzes in regelmäßigem direkten Kontakt und fachlichen Austausch. Gegenüber der für Gesundheit zuständigen Senatsverwaltung besteht eine Berichtspflicht, der u. a. mit der Wochenberichterstattung regelmäßig nachgekommen wird. Zu den Aufgaben des LAGeSo gehört auch die Zuarbeit für Politikberatung und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich des Infektionsschutzes.

Die infektionsepidemiologischen Wochenberichte des LAGeSo werden in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin (KVB) auch auf der Homepage der KVB eingestellt, um die Auswertungen der Meldedaten im Sinne einer Rückmeldung den meldepflichtigen Ärzten, Krankenhäusern und Laboren mit hohem aktuellen Bezug verfügbar zu machen.

Grundlage der Überwachung von Infektionskrankheiten ist das Infektionsschutzgesetz (IfSG). Das LAGeSo ist von der für Gesundheit zuständigen Senatsverwaltung in Umsetzung von § 54 IfSG als für das Meldewesen gemäß §§ 11, 13 und 15 zuständige Landesbehörde benannt.

Die von den Gesundheitsämtern erhobenen Daten zu meldepflichtigen Krankheiten bzw. Infektionserregern werden gemäß § 11 (1) IfSG anonymisiert an das LAGeSo übermittelt. Am LAGeSo werden die eingehenden Daten kontinuierlich einer Qualitätsprüfung unterzogen, aufbereitet und ausgewertet, auf Landesebene veröffentlicht (Wochenberichte) und an die Bundesoberbehörde, das Robert Koch-Institut weiter übermittelt. Am RKI, dessen Kernaufgabe die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere von Infektionskrankheiten auf Bundesebene ist, werden die infektionsepidemiologischen Daten aus allen Bundesländern zusammengeführt. Auch mit dem RKI besteht regelmäßiger und kontinuierlicher fachlicher Kontakt und Austausch. So findet u. a. unter Leitung des RKI eine wöchentliche telefonische Lagekonferenz mit den Landesstellen aller anderen Bundesländer statt, in der die aktuelle infektionsepidemiologische Lage erörtert und ggf. zu ergreifende Maßnahmen abgestimmt und koordiniert werden.

Weitere Aufgaben ergeben sich gemäß § 11 (2) IfSG bezüglich der Meldung und Übermittlung nosokomialer Ausbrüche. Diese werden von den Gesundheitsämtern anonymisiert an das LAGeSo übermittelt und in ähnlicher Weise bearbeitet wie Übermittlungen meldepflichtiger Krankheiten und Infektionserreger.
Auch an den Gesundheitsämtern eingehende Meldungen von Impfreaktionen, die über das gewöhnliche Maß hinaus gehen, werden gemäß § 11 (3) IfSG auf Landesebene an das LAGeSo und an das auf Bundesebene zuständige Paul-Ehrlich-Institut übermittelt. Ziel der Auswertung dieser Daten ist es, die zuständige Senatsverwaltung unverzüglich über nicht nur vereinzelt auftretende regelwidrige Impfverläufe im Land Berlin zu informieren.

Die Aufgabenbereiche werden auf den folgenden Seiten im Einzelnen dargestellt.

Rechtsgrundlagen

Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG ). Zuletzt geändert durch Art. 3 Gesetz vom 21.03.2013 (BGBl I S. 566), in Kraft seit 29.03.2013.

Verordnung über die Meldepflicht bei Aviärer Influenza beim Menschen (Aviäre-Influenza-Meldepflicht-Verordnung – AIMPV ) vom 11. Mai 2007 (BGBl. I S. 732).

Verordnung über die Ausdehnung der Meldepflicht für Krankheiten und Krankheitserreger nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG-MeldepflichtV ) vom 19. März 2013 (GVBl Nr. 7 S 91), in Kraft seit 07.04.2013

Ausführungsverordnung über Schutzimpfungen und andere Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe des öffentlichen Gesundheitsdienstes im Land Berlin (AV-Prophylaxe-Maßnahme) vom 30.11.2004 (Abl. Nr. 60 v. 24.12.2004)

Für Ordnungs- und Durchführungsaufgaben zuständige Stellen