Zwangsarbeiterentschädigung in Berlin

Zwangsarbeit
Bild: Gedenkstätte Sachsenhausen

Die Koordinierungsstelle zur Ausführung des Bundesgesetzes zur Errichtung einer Stiftung “Erinnerung, Verantwortung und Zukunft”

Zwangsarbeit: das bedeutete Verschleppung aus der Heimat, Arbeit ohne Entlohnung oder gegen geringe Entlohnung, oft unmenschliche Lebens- und Arbeitsbedingungen, Angst, Unrecht und Erniedrigung. Mit dem am 02. August 2000 verabschiedeten Bundesgesetz zur Errichtung der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" regelt die Bundesrepublik Deutschland 55 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Gewährung von Leistungen an ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Sie bekennt sich damit zu ihrer moralischen und politischen Verantwortung. Darüber hinaus ging es ihr darum, ein ausreichendes Maß an Rechtssicherheit deutscher Unternehmen und der Bundesrepublik Deutschland insbesondere in den USA zu bewirken.

Der Zwangsarbeitereinsatz war nicht marginal; es ist davon auszugehen, dass fast jedes Unternehmen in Berlin Zwangsarbeiter beschäftigte. Sommer 1944 arbeiteten hier über 400 000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter bei einer Einwohnerzahl von damals nur noch 2,8 Millionen.

Die auf der Basis des Stiftungserrichtungsgesetzes in Gang gekommene “Entschädigung” – auch dem Gesetzgeber ist bewusst, dass es sich um keine echte Entschädigung handelt – ist eine wichtige Geste der Bundesrepublik Deutschland. Viele der noch lebenden ehemaligen Zwangsarbeiter gehen jedoch leer aus, weil sie nicht beweisen oder glaubhaft machen können, dass sie Zwangsarbeit geleistet haben. Somit benennt die folgende Frage das zentrale kritische Moment in dem Entschädigungsverfahren:

Wie kann ein ehemaliger Zwangsarbeiter heute nach mehr als 55 Jahren seine Zwangsarbeit beweisen?