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Ausländerbehörde Berlin

Informationen zum Visumverfahren* (Einreise)

* gilt nicht für Staatsangehörige aus einem Land der Europäischen Union und der EWR-Staaten sowie der Schweiz

Allgemeines
Visum und Aufenthalt
Besuchsaufenthalte und Geschäftsreisen
Studienaufenthalte
Au-pair-Aufenthalte
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
Eheschließung in Deutschland
Ehegatten-, Eltern- und Kindernachzug zu deutschen Staatsangehörigen
Ehegattennachzug zu ausländischen Familienangehörigen
Kindernachzug zu ausländischen Staatsangehörigen

Sie finden im Folgenden Erläuterungen zu Visaverfahren mit unterschiedlichem Aufenthaltszweck. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass im Einzelfall Abweichungen möglich sind. Die Visumanträge werden in der Reihenfolge der Eingänge bearbeitet.
Allgemeines

Wer benötigt ein Visum?

Für die Einreise und den Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland benötigen ausländische Staatsangehörige in der Regel ein Visum. Staatsangehörige bestimmter Länder sind davon befreit, wenn sie sich bis zu drei Monaten zu Besuchszwecken ohne Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in Deutschland aufhalten wollen. Eine Übersicht über die Staaten, für die Visumpflicht bzw. -freiheit bei der Einreise in die Bundesrepublik besteht, befindet sich auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes(Externer Link).

Soll der Aufenthalt länger als drei Monate dauern oder ist die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beabsichtigt, muss grundsätzlich ein Visum beantragt werden. Ausgenommen von dieser Pflicht sind Angehörige bestimmter Staaten, wie z. B. Australien oder Israel. Sie können den erforderlichen Aufenthaltstitel innerhalb von drei Monaten nach der Einreise bei der Ausländerbehörde beantragen. In Zweifelsfällen geben die deutschen Auslandsvertretungen Auskunft über das Erfordernis eines Visums.

Wo bekommt man ein Visum?

Für die Beantragung und Erteilung eines Visums sind die Auslandsvertretungen (Botschaft oder Generalkonsulat) der Bundesrepublik Deutschland in dem jeweiligen Herkunftsstaat des Antragstellers oder dem Staat seines gewöhnlichen erlaubten Aufenthalts zuständig. Sie erreichen die Auslandsvertretungen im Internet in der Regel unter www.[ortderbotschaft].diplo.de, z.B. istanbul.diplo.de. Empfehlenswert sind die häufig mehrsprachigen Merkblätter im Bereich Visabestimmungen.

Wie wird das Visum beantragt?

Der Antragsteller füllt die in der Auslandsvertretung ausgegebenen Antragsformulare aus und reicht diese dort ein. In dem Antrag müssen insbesondere der genaue Einreise- und Aufenthaltszweck sowie der Ort und die Dauer des beabsichtigten Aufenthalts angegeben werden. Je nach Zweck des Aufenthalts sind weitere Angaben erforderlich.
Die Angaben müssen wahrheitsgemäß und vollständig gemacht werden. Alle Ungenauigkeiten und Unklarheiten können dazu führen, dass ein Visum widerrufen oder die Erteilung eines weiteren Aufenthaltstitels versagt wird und eine Ausreise erfolgen muss.
Besteht eine Einreisesperre aufgrund einer Ausweisung, Abschiebung oder Zurückschiebung, ist vor Beantragung des Visums die Aufhebung der Einreisesperre zu beantragen. Dieser Antrag ist bei der Ausländerbehörde, die die Einreisesperre verfügt hat, zu stellen.

Wie verläuft das Visumverfahren?

Verfahren ohne Beteiligung der Ausländerbehörde:

Handelt es sich um ein Visum, für das keine Zustimmung einer Ausländerbehörde erforderlich ist (z.B. bei beabsichtigten Aufenthalten bis zu drei Monaten oder zur Beschäftigung), entscheidet die Auslandsvertretung über den Antrag in eigener Zuständigkeit.

Verfahren mit Beteiligung der Ausländerbehörde:

Handelt es sich um ein zustimmungsbedürftiges Visum (insbesondere bei beabsichtigten Daueraufenthalten), sendet die Auslandsvertretung den Visumantrag mit der Bitte um Stellungnahme an die zuständige deutsche Ausländerbehörde. Die Weiterleitung der schutzbedürftigen Daten erfolgt vorab elektronisch und parallel über den Kurierdienst des Auswärtigen Amtes und nimmt hierbei durchschnittlich zwei bis drei Wochen in Anspruch. Bei Eingang des Antrages prüft die Ausländerbehörde die Unterlagen und stellt noch erforderliche Ermittlungen an. Häufig ist es notwendig, dass die in Berlin wohnhaften bzw. ansässigen Referenzpersonen (z. B. Ehegatte) weitere Unterlagen beibringen oder Angaben machen müssen. Nach Abschluss der Bearbeitung gibt die Ausländerbehörde eine Stellungnahme an die Auslandsvertretung ab. Die Auslandsvertretung trifft dann in alleiniger Zuständigkeit die Entscheidung über die Erteilung des Visums.

Hinweis

Die Stellungnahme der Ausländerbehörde ist ein rein interner Verwaltungsvorgang, der sich ausschließlich an die Auslandsvertretung richtet. Allein die Auslandsvertretung unterrichtet die Antragsteller. Gegen ablehnende Entscheidungen können Rechtsmittel bei der deutschen Auslandsvertretung eingelegt werden.

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Visum und Aufenthalt

Wie wird der Aufenthalt im Bundesgebiet verlängert?

Vor Ablauf des Visums bzw. vor Ablauf des erlaubten visumfreien Aufenthalts veranlassen Sie bitte folgendes:

  1. Anmeldung des Wohnsitzes beim Bürgeramt(Externer Link)
  2. Abschluss einer privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung
  3. Stellen eines Antrages auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis bei der Ausländerbehörde. Die notwendigen Formulare (de gr tk sk) (de en fr it) (de es po ru) finden Sie hier.
Vereinbaren Sie bitte einen Termin.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Merkblatt zum nationalen Visum (deutsch, englisch)

Besuchsvisa werden in der Regel nicht verlängert.
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Besuchsaufenthalte und Geschäftsreisen

Was ist bei Besuchsaufenthalten zu beachten?

Bei Besuchsreisen bis zu drei Monaten entscheidet die deutsche Auslandsvertretung in eigener Zuständigkeit über die Erteilung des Visums.
Für Besuchsaufenthalte gilt, dass die Sicherung des Lebensunterhalts einschließlich ausreichenden Krankenversicherungsschutzes nachgewiesen sein muss. Wenn eine im Bundesgebiet aufhältliche Referenzperson hierfür aufkommt, muss dem Visumantrag eine Verpflichtungserklärung gem. § 68 des Aufenthaltsgesetzes beigefügt werden.

Was ist bei Geschäftsreisen zu beachten?

Bei Geschäftsreisen bis zu drei Monaten entscheidet die deutsche Auslandsvertretung in eigener Zuständigkeit über die Erteilung des Visums.

Was ist bei mehreren Geschäftsreisen im Jahr zu beachten?

Für Geschäftsreisende kann auch ein Visum mit einem Gültigkeitszeitraum von bis zu fünf Jahren mit der Maßgabe in Frage kommen, dass der Aufenthaltszeitraum jeweils drei Monate innerhalb einer Frist von sechs Monaten nicht überschreitet. In diesen Fällen beteiligt die Auslandsvertretung bei Bedarf die Ausländerbehörde. Nach der Prüfung sendet die Ausländerbehörde ihre Stellungnahme an die Auslandsvertretung, die über den Visumantrag abschließend entscheidet.

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Studienaufenthalte

Wer darf zum Studium einreisen?

Die Bundesrepublik Deutschland ermöglicht ausländischen Staatsangehörigen eine akademische Aus- oder Fortbildung zu absolvieren. Für eine solche Ausbildung kommen staatliche oder staatlich anerkannte Hochschulen (Universitäten, pädagogische Hochschulen, Kunst- und Fachhochschulen) oder vergleichbare Ausbildungsstätten, Berufsakademien sowie staatliche oder staatlich anerkannte Studienkollegs in Betracht. Möglich ist auch die Teilnahme an einem deutschen Sprachkurs, wenn die Deutschkenntnisse für die berufliche Ausbildung oder ein späteres Studium erforderlich sind.
Deutschkurse müssen als Intensivkurs mit mindestens 18 Stunden pro Woche angelegt und dürfen nicht öffentlich gefördert sein. Abend-, Wochenend- oder Fernstudien genügen den Anforderungen nicht. Die allgemeinen schulischen Voraussetzungen für die Aufnahme des beabsichtigten Studiums können grundsätzlich nicht im Bundesgebiet nachgeholt werden.
Der Aufenthaltszweck umfasst Sprachkurse zur Studienvorbereitung, Studienkollegs, erforderliche Praktika (Dauer in der Regel maximal zwei Jahre) sowie ein grundständiges Studium bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss an einer deutschen Hochschule (Grund- und Hauptstudium einschließlich studienbegleitender Praktika, Zwischen- und Abschlussprüfungen) bzw. ein Aufbau-, Zusatz- oder Ergänzungsstudium (Postgraduiertenstudium) oder eine Promotion sowie anschließende praktische Tätigkeiten, sofern sie zum vorgeschriebenen Ausbildungsgang gehören.

Wie läuft das Visumverfahren ab?

Studierende in EU-Mitgliedstaaten, die einen Schengen-Aufenthaltstitel besitzen, können ohne Visum einreisen und ihren deutschen Aufenthaltstitel zum Zwecke des Studiums direkt bei der Ausländerbehörde Berlin beantragen. Aufenthaltstitel für Studienaufenthalte in Dänemark, Irland, Island, Großbritannien, Liechtenstein, Norwegen sowie der Schweiz können nicht durch deutsche Aufenthaltstitel zum Zwecke des Studiums ersetzt oder verlängert werden.

Zur Antragstellung bei der deutschen Auslandsvertretung (Botschaft oder Generalkonsulat) muss

  • ein Nachweis ausreichender Mittel zur Sicherung des Lebensunterhalts erbracht werden. Als Nachweis genügt z. B. die Darlegung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Eltern oder eine Verpflichtungserklärung durch eine im Bundesgebiet lebende Referenzperson gem. § 68 Aufenthaltsgesetz. Ausreichende Mittel stehen dann zur Verfügung, wenn sie dem BAföG-Förderungssatz (zzt. 659 €/Monat) entsprechen.
  • Darüber hinaus wird eine Bestätigung über die Zulassung zum Studium bzw. ein Nachweis über die schulischen Voraussetzungen für die Aufnahme des Studiums benötigt.
Je nach Einzelfall können weitere Unterlagen angefordert werden.
Die Auslandsvertretung übermittelt den Visumsantrag an die Ausländerbehörde zwecks Abgabe einer Stellungnahme. Die Ausländerbehörde überprüft insbesondere den Zweck der Einreise. Für die Erteilung eines Visums zu Studienzwecken gibt es ein so genanntes Schweigefristverfahren. Dies bedeutet, dass das Visum von der deutschen Auslandsvertretung bei Vorliegen der dort geprüften Voraussetzungen erteilt wird, wenn innerhalb des festgelegten Zeitraums von drei Wochen und zwei Werktagen keine Stellungnahme von der Ausländerbehörde abgegeben wird.
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Au-pair-Aufenthalte

Wer darf als Au-pair kommen?

Ausländischen Staatsangehörigen, die unter 27 Jahre alt sind, kann die Einreise und der Aufenthalt für eine einmalige Au-pair-Beschäftigung in Familien, in denen Deutsch als Muttersprache gesprochen wird, ermöglicht werden. Wird in der Familie Deutsch als Familiensprache gesprochen, kann die Zustimmung erteilt werden, wenn der oder die Beschäftigte nicht aus einem Heimatland der Gasteltern stammt.
Bei den Au-pair-Beschäftigten müssen bereits gute Grundkenntnisse der deutschen Umgangssprache vorhanden sein. Die Beschäftigung als Au-pair kann längstens für ein Jahr erlaubt werden.

Was ist vor der Einreise zu beachten?

Das Visum muss bei der deutschen Auslandsvertretung (Botschaft oder Generalkonsulat) beantragt werden. Dem Einreiseantrag sollten folgende Unterlagen beigefügt sein:

  • Einladungsschreiben der deutschen Gastfamilie bzw. Vereinbarung mit der Au-pair-Vermittlungsagentur sowie Au-pair-Vertrag
  • Nachweis über ausreichenden Wohnraum (Mietvertrag oder Grundbuchauszug)
  • Bescheinigung über einen Krankenversicherungsschutz für das Au-pair.
Je nach Einzelfall können weitere Unterlagen angefordert werden.
Die Auslandsvertretung beteiligt die Bundesagentur für Arbeit mit der Anfrage, ob der Erteilung eines Aufenthaltstitels zum Zwecke der Beschäftigung zugestimmt werden kann. Die Auslandsvertretung entscheidet anschließend über die Erteilung des Visums.
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Aufnahme einer Erwerbstätigkeit

Was ist bei einer beabsichtigten Erwerbstätigkeit zu berücksichtigen?

Es ist generell ein entsprechendes Visum erforderlich. Die Auslandsvertretung nimmt nach der Antragstellung nur dann Kontakt mit der Ausländerbehörde auf, wenn eine selbständige Erwerbstätigkeit beabsichtigt ist oder ein Voraufenthalt in Deutschland bestanden hat.

Beschäftigung (Arbeitserlaubnis)

Die Möglichkeit der Arbeitsaufnahme im Bundesgebiet ist zum Schutz des deutschen Arbeitsmarktes gesetzlich beschränkt. Näheres wird vor allem in der Beschäftigungsverordnung(Externer Link) geregelt. Aus den Unterlagen muss hervorgehen, welche konkrete Tätigkeit für welchen Zeitraum ausgeübt werden soll. Ein entsprechendes Bestätigungsschreibens des Arbeitgebers mit Angabe des Firmensitzes und des Beschäftigungsortes ist beizufügen. Soweit bereits vorhanden sind bei der deutschen Auslandsvertretung vorzulegen:

  • der Arbeitsvertrag,
  • der Antrag auf Erlaubnis einer Beschäftigung und
  • eine Stellenbeschreibung.
Je nach Einzelfall können weitere Unterlagen angefordert werden.

Zur Beschleunigung des Verfahrens können Sie diese Formulare auch herunterladen, den Antrag auf Erlaubnis einer Beschäftigung selbst ausfüllen bzw. die Stellenbeschreibung vom Arbeitgeber ausfüllen lassen und bei der Auslandsvertretung einreichen.

Arbeitgeber, die eine Stelle mit einer ausländischen Arbeitskraft besetzen wollen, können noch vor Beginn des Visumverfahrens bei der Bundesagentur für Arbeit, Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) prüfen lassen, ob die arbeitsmarktrechtlichen Voraussetzungen hierfür erfüllt wären. Bei einem positiven Prüfungsergebnis erhält der Arbeitgeber hierüber eine für sechs Monate bindende Auskunft.
Dieses Vorabprüfungsverfahren ist auch dann möglich, wenn der ausländische Arbeitnehmer bzw. die ausländische Arbeitnehmerin noch nicht namentlich bekannt ist.
Weitere Informationen und die entsprechenden Formulare sind auf der Website der ZAV(Externer Link) zu finden.

Selbstständige Tätigkeit (Firmen)

Soll die Einreise zur Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit erfolgen, beteiligt die Berliner Ausländerbehörde im Einzelfall nach Eingang des Visumantrages die für Wirtschaft zuständige Senatsverwaltung, die wiederum verschiedene Fachbehörden und Institutionen, in deren Kompetenz die beabsichtigte Tätigkeit fällt, einbezieht. Auf die Dauer des Verfahrens hat die Ausländerbehörde keinen Einfluss. Um Zeitverzögerungen zu vermeiden, sind dem Visumantrag die erforderlichen geschäftlichen Unterlagen beizufügen..
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Eheschließung in Deutschland

Der Visumantrag muss vor der Einreise gestellt werden. Dies gilt auch, wenn die Eheschließung erst nach der Einreise erfolgen soll. Für die Herstellung und Wahrung einer gleichgeschlechtlichen lebenspartnerschaftlichen Gemeinschaft im Bundesgebiet gelten die Vorschriften entsprechend.

Was ist beim Zuzug zum Verlobten zu beachten, wenn die Ehe in Deutschland geschlossen werden soll?

Zunächst muss der in Deutschland lebende Verlobte bei einem deutschen Standesamt einen Eheschließungstermin beantragen. Der im Ausland lebende Verlobte beantragt dann bei der deutschen Auslandsvertretung ein Visum zur Eheschließung.

Folgende Unterlagen muss der ausländische Verlobte in der deutschen Auslandsvertretung vorlegen:

  • eine schriftliche Bestätigung des Eheschließungstermins
  • den Nachweis einfacher deutscher Sprachkenntnisse
  • den Nationalpass
  • Passfotos und
  • eine Kopie des Aufenthaltstitels und des Nationalpasses des in Deutschland lebenden ausländischen Verlobten, bei einem deutschen Verlobten eine Kopie von dessen Reisepass oder Personalausweis.
Je nach Einzelfall können weitere Unterlagen angefordert werden.

Die Auslandsvertretung nimmt den Visumsantrag entgegen und übersendet ihn an die Ausländerbehörde, die den Verlobten zur Abgabe von Erklärungen bzw. Unterlagen schriftlich einlädt, wie z.B.:
  • Vorlage einer Ledigkeitsbescheinigung (die vom Standesamt ausgestellt wird)
  • Vorlage des Scheidungsurteils mit Rechtskraftvermerk, wenn bereits vorher eine Ehe bestanden hat.
Je nach Einzelfall können weitere Unterlagen angefordert werden.

Nach Abschluss des Prüfungsverfahrens gibt die Ausländerbehörde ihre Stellungnahme gegenüber der Auslandsvertretung ab. Der Auslandsvertretung obliegt dann die weitere Bearbeitung.
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Ehegatten-, Eltern- und Kindernachzug zu deutschen Staatsangehörigen

Der Visumantrag muss vor der Einreise gestellt werden. Für die Herstellung und Wahrung einer gleichgeschlechtlichen lebenspartnerschaftlichen Gemeinschaft im Bundesgebiet gelten die Vorschriften entsprechend. Bei Adoptionsverfahren gelten abweichende Regelungen.

Was muss vor der Einreise zum deutschen Ehegatten beachtet werden?

Das Visum wird vom ausländischen Ehegatten bei der deutschen Auslandsvertretung beantragt. Ist die Eheschließung im Ausland erfolgt, muss deren Wirksamkeit von der deutschen Auslandsvertretung bestätigt werden. Die Eheschließung muss im Bundesgebiet Rechtsgültigkeit haben. Bei der Antragstellung sollten in jedem Fall

  • der Nationalpass
  • Passfotos
  • Heiratsurkunde und
  • Personalausweiskopie des Ehegatten vorgelegt werden.
Seit dem 28.August 2007 ist auch der Nachweis einfacher deutscher Sprachkenntnisse erforderlich. Der Nachweis erfolgt gegenüber der deutschen Auslandsvertretung. Über Ausnahmen, sowie die Möglichkeiten diese Kenntnisse im Ausland zu erwerben, informiert die Auslandsvertretung. Je nach Einzelfall können weitere Unterlagen angefordert werden.
Da für den Nachzug zu Deutschen und Ausländern unterschiedliche Regelungen gelten, prüft die Ausländerbehörde noch einmal, ob der Ehegatte die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Im Einzelfall kann die Auslandsvertretung auch um Durchführung weiterer Ermittlungen bitten. Nur soweit erforderlich, wendet sich die Ausländerbehörde mit weiteren Fragen an den deutschen Ehepartner. Nach Abschluss der Prüfungen teilt die Ausländerbehörde der Auslandsvertretung ihre Stellungnahme zum Visumantrag mit. Der Auslandsvertretung obliegt dann die weitere Bearbeitung.


Was muss vor der Einreise zum deutschen Elternteil beachtet werden?

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:
  • beide Eltern oder ein personensorgeberechtigter Elternteil müssen im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit sein
  • das Kind muss minderjährig und ledig sein.
Bei der Antragstellung sollten folgende Unterlagen bei der deutschen Auslandsvertretung eingereicht werden:
  • gültiger Nationalpass des Kindes
  • 1 Lichtbild, das den Richtlinien für Passbilder nach deutschem Recht entspricht
  • Geburtsurkunde des Kindes
  • Nachweis über die alleinige Personensorgeberechtigung bei beabsichtigtem Zuzug zu nur einem Elternteil.
Je nach Einzelfall können weitere Unterlagen erforderlich sein.
Das Visum muss bei der deutschen Auslandsvertretung im Herkunftsland beantragt werden. Die Auslandsvertretung nimmt den Visumantrag entgegen und übersendet ihn an die Ausländerbehörde.
Nach Eingang des Visumantrages lädt die Ausländerbehörde die hier lebenden Elternteile schriftlich mit einem Termin vor und teilt gleichzeitig mit, welche Unterlagen noch mitzubringen sind. Auf der Grundlage der vorgelegten Unterlagen wird eine Stellungnahme an die Auslandsvertretung abgegeben

Was muss vor der Einreise zum deutschen Kind beachtet werden?

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:
  • beide Eltern oder der nachziehende Elternteil müssen im Besitz des Sorgerechts für ihr deutsches Kind sein.
  • Das deutsche Kind muss minderjährig und ledig sein.
Bei der Antragstellung sollten folgende Unterlagen bei der deutschen Auslandsvertretung eingereicht werden:
  • Gültiger deutscher Reisepass bzw. Kinderausweis des Kindes
  • Nationalpass des nachziehenden Elternteils
  • 1 Lichtbild, das den Richtlinien für Passbilder nach deutschem Recht entspricht
  • Geburtsurkunde des Kindes
  • ein Nachweis über die alleinige oder gemeinsame mit dem anderen Elternteil ausgeübte Personensorgeberechtigung für das deutsche Kind.
Je nach Einzelfall können weitere Unterlagen erforderlich sein.
Das Visum muss bei der deutschen Auslandsvertretung im Herkunftsland beantragt werden. Die Auslandsvertretung nimmt den Visumantrag entgegen und übersendet ihn an die Ausländerbehörde. Auf der Grundlage der vorgelegten Unterlagen wird eine Stellungnahme an die Auslandsvertretung abgegeben..
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Ehegattennachzug zu ausländischen Familienangehörigen

Wann ist ein Nachzug von Familienangehörigen möglich?

Ausländische Staatsangehörige, die sich mit einem Aufenthaltstitel im Bundesgebiet aufhalten, können ausländische Ehegatten und minderjährige ledige Kinder nachziehen lassen. Zu Asylbewerbern, die noch nicht als Asylberechtigte bzw. Flüchtling anerkannt sind, ist ein Familiennachzug nicht möglich. Ein weiterer Ausschluss des Familiennachzugs kann sich im Einzelfall ergeben. Der im Ausland befindliche Familienangehörige beantragt das Visum zum Familiennachzug. Für die Herstellung und Wahrung einer gleichgeschlechtlichen lebenspartnerschaftlichen Gemeinschaft im Bundesgebiet gelten die Vorschriften entsprechend.

Was ist bei der Einreise des Ehegatten zu beachten?

Voraussetzungen für den Nachzug sind in der Regel:

  • Beide Ehegatten müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben.
  • Der nachziehende Ehegatte muss sich auf einfache Art in der deutschen Sprache verständigen können.
  • Der im Bundesgebiet lebende Ehegatte muss in der Regel seit zwei Jahren über einen gültigen Aufenthaltstitel verfügen.
  • Der nachzugswillige Ehegatte muss einen gültigen Nationalpass besitzen.
  • Gegen den nachzugswilligen Ehepartner dürfen keine Ausweisungsgründe vorliegen. Sollte der Ehepartner in der Vergangenheit ausgewiesen oder abgeschoben worden sein, muss hierfür zunächst die Befristung der dadurch ausgelösten Sperrwirkung beantragt werden.
  • Der Wohnraum muss ausreichend sein. Als ausreichender Wohnraum wird nicht mehr gefordert, als für die Unterbringung eines Wohnungssuchenden in einer öffentlichen Sozialmietwohnung genügt.
  • Der Lebensunterhalt muss gesichert sein. Der Lebensunterhalt eines Ausländers ist gesichert, wenn er ihn einschließlich ausreichenden Krankenversicherungsschutzes ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel bestreiten kann. Zur Berechnung des gesicherten Lebensunterhaltes ist der Nachweis über das Nettoeinkommen vorzulegen.
    • Erwerbstätige im Beschäftigungsverhältnis können dieses durch Vorlage der Kopie des aktuellen Arbeitsvertrages und einer Bestätigung des Arbeitgebers über das ungekündigte Arbeitsverhältnis sowie die letzten drei Gehaltsabrechnungen (sechs Abrechnungen, wenn vorher Leistungen nach SGB II - ALG II - oder SGB XII bezogen wurden) nachweisen.
    • Selbstständige weisen ihr Einkommen der letzten drei Jahre, mindestens jedoch für die letzten sechs Monate durch einen vom Steuerberater, Wirtschaftprüfer oder Steuerbevollmächtigten erstellten Prüfungsbericht nach.
  • Es muss der Ausländerbehörde oder der deutschen Auslandsvertretung ein Nachweis über die rechtswirksame Eheschließung vorgelegt werden. Diese Eheschließung muss auch im Bundesgebiet Rechtsgültigkeit haben. Ehen nach Stammesrecht oder sonstige Eheschließungen mit nicht-staatlicher Anerkennung können nicht anerkannt werden und ermöglichen keinen Nachzug.
Je nach Einzelfall können weitere Unterlagen erforderlich sein.
Nach Eingang des Visumantrages lädt die Ausländerbehörde den hier lebenden Ehegatten schriftlich mit einem Termin ein und teilt gleichzeitig mit, welche Unterlagen noch mitzubringen sind. Auf der Grundlage der vorgelegten Unterlagen wird eine Stellungnahme an die Auslandsvertretung abgegeben.
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Kindernachzug zu ausländischen Staatsangehörigen

Ausländische Staatsangehörige, die sich mit einem Aufenthaltstitel im Bundesgebiet aufhalten, können minderjährige ledige Kinder nachziehen lassen. Zu Asylbewerbern, die noch nicht als Asylberechtigte bzw. Flüchtling anerkannt sind, ist ein Familiennachzug nicht möglich. Ein weiterer Ausschluss des Familiennachzugs kann sich im Einzelfall ergeben.

Wann ist ein Nachzug von minderjährigen ledigen Kindern möglich?

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Beide Eltern oder der allein personensorgeberechtigte Elternteil müssen im Besitz eines gültigen Aufenthaltstitels sein.
  • Das Kind muss minderjährig und ledig sein.
  • Ausreichender Wohnraum muss vorhanden sein.
  • Der Lebensunterhalt muss gesichert sein. Der Lebensunterhalt eines Ausländers ist gesichert, wenn er ihn einschließlich ausreichenden Krankenversicherungsschutzes ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel bestreiten kann.
Bei der Antragstellung sollten folgende Unterlagen bei der deutschen Auslandsvertretung eingereicht werden:
  • gültiger Nationalpass des Kindes
  • 1 Lichtbild, das den Richtlinien für Passbilder nach deutschem Recht entspricht
  • Geburtsurkunde des Kindes
  • Mietvertrag über den Wohnraum
  • Nachweis über das Nettoeinkommen zur Berechnung des gesicherten Lebensunterhaltes
    • Erwerbstätige im Beschäftigungsverhältnis können dieses durch Vorlage der Kopie des aktuellen Arbeitsvertrages und einer Bestätigung des Arbeitgebers über das ungekündigte Arbeitsverhältnis sowie die letzten drei Gehaltsabrechnungen (sechs Abrechnungen, wenn vorher Leistungen nach SGB II - ALG II - oder SGB XII bezogen wurden) nachweisen.
    • Selbstständige weisen ihr Einkommen der letzten drei Jahre, mindestens jedoch für die letzten sechs Monate durch einen vom Steuerberater, Wirtschaftprüfer oder Steuerbevollmächtigten erstellten Prüfungsbericht nach.
  • Nachweis über die alleinige Personensorgeberechtigung bei beabsichtigtem Zuzug zu nur einem Elternteil.
Je nach Einzelfall können weitere Unterlagen erforderlich sein.
Das Visum muss bei der deutschen Auslandsvertretung im Herkunftsland beantragt werden. Die Auslandsvertretung nimmt den Visumantrag entgegen und übersendet ihn an die Ausländerbehörde.
Nach Eingang des Visumantrages lädt die Ausländerbehörde die hier lebenden Elternteile schriftlich mit einem Termin vor und teilt gleichzeitig mit, welche Unterlagen noch mitzubringen sind. Auf der Grundlage der vorgelegten Unterlagen wird eine Stellungnahme an die Auslandsvertretung abgegeben.
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Herausgeber

Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten
- Ausländerbehörde -
Friedrich-Krause-Ufer 24
13353 Berlin

Stand: Juli 2013