Leitung

Sibyll Schulz - Leiterin der Koordinierungsgruppe Flüchtlingsmanagement
Bild: SenIAS

Leiterin Koordinierungsgruppe Flüchtlingsmanagement

Als Leiterin der Koordinierungsstelle Flüchtlingsmanagement setze ich mich für die Verbesserung der Unterkunfts- und Wohnsituation geflüchteter Menschen ein. Ich koordiniere Schnittstellen und arbeite an der Optimierung von Kommunikationsstrukturen zwischen den unterschiedlichen Ebenen und Mitstreiter*innen im Flüchtlingsmanagement.

Sybill Schulz
Telefon: (030) 9028-1465

Interview mit Sybill Schulz

April 2018

Wenn man heute ein Mädchen fragt, was es mal werden will, hört man vielleicht Friseurin oder Ärztin. Mit Sicherheit aber nicht: Flüchtlingskoordinatorin. Was wollten Sie werden, als Sie klein waren?

Als junges Mädchen wollte ich einen Ort errichten, an dem familien- oder elternlose Kinder aus aller Welt ein neues Zuhause finden und glücklich zusammen leben können. Schon frühzeitig habe ich mich für Schwächere eingesetzt. Solidarität hat für mich von Kindheit an einen hohen Stellenwert. Das zieht sich bis in meine heutige Tätigkeit durch.

Und wie sind Sie Flüchtlingskoordinatorin geworden? Was ist Ihr beruflicher Hintergrund?

Ich bin Juristin und Gesundheitswissenschaftlerin, später kamen Zusatzausbildungen als Diversitytrainerin und systemische Beraterin/Coach hinzu. Meinen Fokus habe ich schon immer auf Menschen- und Frauenrechte gelegt, sowohl während meiner Zeit bei Amnesty International in England, als Entwicklungshelferin in Ekuador, als auch in meiner Arbeit als Geschäftsführerin eines Berliner Gesundheitszentrums.

Ich habe viele Fachdialoge, Podien und Veranstaltungen zu Migrations-, Inklusions- und Gesundheitsthemen in meiner Funktion als Sprecherin des Netzwerkes Frauengesundheit Berlin initiiert und als Fachberaterin zu Frauen- und Gleichstellungsfragen bei den Koalitionsverhandlungen der heutigen Landesregierung mitgewirkt. Mein Engagement gilt den Bedarfen von besonders benachteiligten Zielgruppen – wie Menschen mit Beeinträchtigung, mit Migrations- oder Fluchthintergrund und Frauen in besonderen Lebenslagen.

Flüchtlingskoordinatorin ist als Jobbezeichnung ja nicht selbsterklärend. Was genau sind Ihre Aufgaben?

Mein Ziel ist es, die Qualität der Unterbringung von geflüchteten Menschen in Berlin zu verbessern und deren Integration zu unterstützen. Dafür koordiniere ich Schnittstellen und arbeite an der Optimierung von Kommunikationsstrukturen zwischen den unterschiedlichen Ebenen und Mitstreiter*innen im Flüchtlingsmanagement mit. Hierzu gehören Fachverwaltungen, Behörden, Betreiber, Bezirke, Ehrenamtliche und Anwohner*innen. Meine Aufgabe besteht u. a. in der Entwicklung eines Qualitäts- und Beschwerdemanagementsystems, speziell auch eines Unterbringungs-TÜV für Flüchtlingsunterkünfte. In Vorbereitung darauf organisieren wir gerade eine Tagung mit allen relevanten Akteur*innen. Des Weiteren bemühe ich mich darum, den Zugang zu Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge zu erleichtern.

Neben der Abteilung für Integration und Migration beschäftigen sich bei SenIAS auch die Abteilungen für Arbeit und für Soziales mit dem Thema Flüchtlinge, es gibt den Integrationsbeauftragten und das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten. Wo sehen Sie in diesem Geflecht an Zuständigkeiten Ihre Rolle?

Als Team mit einer Querschnittsfunktion vermitteln wir zwischen den Akteur*innen, identifizieren Schnittstellen und fördern einen offenen Austausch, um die relevanten Abläufe zu verbessern, bspw. bei Neueröffnung von Flüchtlingsunterkünften und Umzügen der Bewohner*innen. Wir brauchen transparente Strukturen und klare Zuständigkeiten in allen Prozessen des Flüchtlingsmanagements.

Auf den Punkt gebracht: Unserer neuen Koordinierungsgruppe kommt dabei die Rolle als Kommunikator, Vermittler, Sprachrohr sowie als Analyst von Hemmnissen und Störfaktoren in pluralen Strukturen zu.

Ihre Aufgaben sind sehr vielfältig, das kann niemand alleine bewältigen. Welche Unterstützung haben Sie?

Noch befinden wir uns im Aufbau der neuen Geschäftsstelle. Meine neuen Referent*innen Katharina Mühlbeyer und Michael Räßler-Wolff bringen beide sehr viel Erfahrung aus der Flüchtlingsarbeit mit. Und seit Mai ist eine weitere Mitarbeiterin unterstützend als Sachbearbeitung in unserem Team tätig.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Was liegt Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders am Herzen? Was reizt Sie?

Ich möchte einen Beitrag für gute Lebensbedingungen geflüchteter Menschen in Berlin leisten und zugleich Vielfalt von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kulturen und Religionen als Bereicherung unserer Gesellschaft sichtbar und erlebbar machen. Für das Ankommen und die Integration von Geflüchteten ist eine gute Unterbringung und bezahlbarer Wohnraum unabdingbar.

Aus meiner Sicht ist es wichtig, Menschen und ihre individuellen Lebensbiografien wertzuschätzen und sie in der Notsituation zu unterstützen.