Psychologe / Psychologin (mit Hochschulstudium)

Aufgaben

Für das Berufsbild des/der Psychologen/in gibt es in der Berliner Verwaltung unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten. Zum einen im Bereich Gesundheits- und Jugendamt, aber auch in der Justiz und im Schulamt werden Psychologinnen und Psychologen gebraucht. Die Unterschiede der Tätigkeit ergeben sich hauptsächlich aus der zu betreuenden Zielgruppe.

Aufgaben im Gesundheitsamt

Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes (KJPD) sowie im Bereich Sozialpsychatrischer Dienst (SPD).

In beiden Bereichen geht es um die psychologische Diagnostik, Beratung, Begutachtung, Hilfevermittlung und Hilfeplanung von Bürgerinnen und Bürger. Die Psychologinnen und Psychologen stehen ihren Klientinnen und Klienten im Innen- und Außendienst zur Verfügung.

Im Bereich des KJPD richtet sich die Hilfe an Kinder und Jugendliche, die Entwicklungsbesonderheiten, emotionale und soziale Störungen aufweisen sowie an behinderte Kinder und Jugendliche und deren Bezugspersonen.

Der SPD hat die Zielgruppe erwachsene Personen, die sich in einer seelischen Krise oder einer ausgeprägten Konfliktsituation befinden, aber auch Suchtkranke, Menschen die mit Depressionen, Ängsten und erheblichen Kontaktschwierigkeiten zu tun haben, sowie geistig Behinderte und deren Bezugspersonen.

Aufgaben im Jugendamt

Im Jugendamt werden Psychologinnen und Psychologen im Bereich Psychosozialer Dienst für die Erziehungs- und Familienberatung (EFB) benötigt.

Bei der EFB werden Kinder, Jugendliche, Eltern und andere, an der Erziehung beteiligte Menschen bei der Klärung und Bewältigung von Problemen beraten und unterstützt. Die Beratungsangebote sind individuell oder in Gruppen organisiert. Bei der Wahrnehmung der Aufgabe geht es hauptsächlich um Mitwirkung an der Planung und Steuerung von Hilfeprozessen, um die Anfertigung von psychologischen Gutachten und Stellungnahmen, Öffentlichkeitsarbeit und Prävention sowie die Mitarbeit bei Vernetzungsaufgaben im Jugendhilfebereich.

Aufgaben im Schulpsychologischen Beratungszentrum

Psychologinnen und Psychologen im Schulwesen beraten und unterstützen Schulen bei der Schulentwicklung, sind Ansprechpersonen für das pädagogische Personal, die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Erziehungsberechtigten bei Problemen im Lern-, Leistungs- und Verhaltensbereich sowie im Zusammenleben und gemeinsamen Lernen in der Schule. Sie führen Testdiagnostik, Verhaltensbeobachtungen und Hospitationen im Unterricht durch und erstellen fachpsychologische Stellungnahmen.

Aufgaben in der Justiz

Psychologinnen und Psychologen im Justizvollzug sind mit der Psychotherapeutischen Versorgung von Inhaftierten zur Vermeidung bzw. Reduzierung von psychischen Störungen betraut. Sie beschäftigen sich mit der Planung und Durchführung der Behandlung von Strafgefangenen unter psychologischen Gesichtspunkten, erarbeiten und implementieren Konzepte zur Strafgefangenenbehandlung, sind in der Suizidprophylaxe tätig, kooperieren mit externen Behandlungseinrichtungen und niedergelassenen Psychotherapeuten, unterstützen andere Dienstkräfte bei der Bewältigung besonderer Krisensituationen von Gefangenen, schreiben Stellungnahmen und beraten Führungskräfte / Dienstkräfte bei vollzuglichen Entscheidungen.

Aufgaben bei der Polizei

Die Tätigkeitsfelder eines Psychologinnen und Psychologen bei der Polizei sind sehr vielschichtig. Psychologinnen und Psychologen im Psychologischen Dienst der Polizei beschäftigen sich mit Rekrutierung, Auswahlverfahren und Führungskräfteberatung, aber auch mit der psychologischen Einsatz- und Ermittlungsunterstützung sowie der psychosozialen Unterstützung von Polizeibediensteten z.B. bei der Bewältigung von schwierigen Einsätzen. Zudem werden sie für die psychologische Betreuung von Opfern, Geiseln und deren Angehörige am Tatort und/oder danach benötigt.

Ausbildung

Die Ausbildung zum Psychologe/Psychologin erfolgt in der Regel als Vollzeitstudium an einer wissenschaftlichen Hochschule. Mittlerweile gibt es auch nebenberufliche Studienangebote an Fernuniversitäten oder Spezialisierungen an Fachhochschulen.

Zugangsvoraussetzung für das Studium ist die allgemeine Hochschulreife bzw. Fachhochschulreife. Früher wurde das Studium mit einem Diplom abgeschlossen, heute wird das Studium mit einem Bachelor-/Masterabschluss beendet. Der Bachelor wird zumeist in 6 Semestern erworben. Die Bachelorstudiengänge an deutschen Universitäten sind gem. der Deutschen Gesellschaft für Psychologie einheitlich gestaltet, damit das Masterstudium auch an einer anderen Hochschule erfolgen kann. Das Masterstudium ist überwiegend in 4 Semestern zu absolvieren.

Für die verschiedenen Aufgabenbereiche sind unterschiedlich Zusatzqualifikationen erforderlich bzw. gewünscht. Beispielsweise im Jugendamt / Gesundheitsamt ist häufig eine abgeschlossene Zusatzausbildung in einem psychotherapeutischen Verfahren für die Einstellung erforderlich.

Im Justizvollzugsdienst ist eine Zertifizierung im Fachgebiet der Rechtspsychologie notwendig oder eine Approbation zur Psychotherapeutin/ zum Psychotherapeuten.

Verdienst

Die tarifbeschäftigten Psychologinnen und Psychologen ohne Führungsverantwortung werden in Berlin mindestens mit einer Entgeltgruppe E13 eingestuft. Bei verbeamteten Psychologinnen und Psychologen gilt entsprechend die Besoldungsgruppe A13 als die geringste Eingruppierung.

Weitere Informationen

Psychologinnen und Psychologen werden im Land Berlin regelmäßig gesucht. Alle Stellen werden auf dem Berliner Karriereportal öffentlich ausgeschrieben. Die Bezirke suchen die Psychologinnen und Psychologen für ihre Ämter dezentral aus, ebenso die Justizvollzugsanstalten und die Polizei. Für die Auswahl der Schulpsychologinnen und Schulpsychologen ist die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie zentral zuständig.

Voraussetzungen

Die formale Voraussetzung für die Tätigkeit als Psychologinnen und Psychologen im öffentlichen Dienst ist ein Hochschulstudium mit dem Abschluss als Diplom-Psychologie bzw. Bachelor-/Master of Science im Fach Psychologie. In einigen Bereichen wird die Approbation als Psychologische/r Psychotherapeut/in ebenfalls vorausgesetzt.

Neben den formalen Voraussetzungen sollte Interesse am jeweiligen Klientel vorhanden sein, sowie idealerweise auch erste Erfahrungen in dem jeweiligen Bereich. Erfahrung in Gesprächsführung und Beratung sind Inhalt eines jeden Anforderungsprofils als Psychologinnen und Psychologen in der Berliner Verwaltung.

Karrierechancen

Wie zuvor beschrieben, gibt es unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten für Psychologinnen und Psychologen im öffentlichen Dienst in Berlin.

Aus den Fachämter für Jugend und Gesundheit der Bezirke, den Schulpsychologischen Beratungsstellen in den Bezirken, den 9 Justizvollzugsanstalten und der Berliner Polizei ergibt sich ein breites Spektrum an Einsatzorten, die immer wieder neu mit Psychologinnen und Psychologen zu besetzten sind.

Es lohnt sich regelmäßig das Berliner Karriereportal zu besuchen, um die passende Stelle im öffentlichen Dienst zu finden.

Für Bewerbende, die gern Führungsverantwortung und übergreifende Aufgaben wahrnehmen wollen, gibt es darüber hinaus Entwicklungsmöglichkeiten im öffentlichen Dienst. Die Leitungsebene der genannten Bereiche wird ebenso von ausgebildeten Psychologinnen und Psychologen bekleidet. Als Beispiele sind da der/die Schulpsychologiedirektor/in oder die Leitung eines Fachdienstes zu nennen.