Justizhauptwachmeister/-in

Justizhauptwachmeister/-in

Aufgaben

Justizhauptwachtmeister/innen nehmen vorrangig Sicherheitsaufgaben wahr und bilden eine wichtige Kontaktstelle zwischen dem rechtsuchenden Publikum und der Justiz. Weil in diesen sicherheitsrelevanten Bereichen Zuverlässigkeit besonders wichtig ist, wird ihnen der Beamtenstatus verliehen. Sie werden bei den Amtsgerichten, dem Landgericht, dem Kammergericht, bei der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz, dem Verwaltungsgericht, dem Oberverwaltungsgericht, dem Sozialgericht, der Staatsanwaltschaft, der Amtsanwaltschaft und der Generalstaatsanwaltschaft tätig.

Justizhauptwachtmeister/innen arbeiten zum Beispiel in der Alarmzentrale eines Gerichts, kontrollieren am Eingang, dass keine Waffen oder gefährlichen Gegenstände ins Gericht gelangen, und sorgen im Gerichtssaal für die Sicherheit der Anwesenden. Auch die sensible Post, die ins Gericht gelangt oder von hier verschickt wird, etwa von der oder an die Staatsanwaltschaft, muss besonders sorgfältig bearbeitet werden. Schließlich handelt es sich um wichtige Dokumente und Akten, die meist dem Datenschutz unterstehen. Deshalb wird auch der Posteingang und -ausgang sowie die Postverteilung im Haus von Justizhauptwachtmeister/innen erledigt.

Ausbildung

Zu Beginn der Ausbildung (dem sogenannten Vorbereitungsdienst) und mit der Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf erfolgt die Ernennung zur Justizhauptwachtmeisteranwärter/in.

Die Ausbildung dauert insgesamt sechs Monate. Der Vorbereitungsdienst umfasst einen Fachlehrgang und eine praktische Unterweisung an einem Ausbildungsgericht.

Praktische Ausbildung:

  • Einführung in die Aufgaben des Justizwachtmeisterdienstes am Arbeitsplatz (Straf- und Zivilsachen)
  • Vermittlung der notwendigen Kenntnisse der geschäftlichen Einrichtung der Justizbehörden und der anzuwendenden Vorschriften (insbesondere Zustellungswesen, Sitzungs-, Vorführungs-, Sicherheits- und Ordnungsdienst)
  • Hospitation im Strafvollzug
  • Sicherheitstrainings für einsatzbezogene Selbstverteidigungs- und Abwehrtechniken
  • Grundlagen der Durchsuchung von Personen und Gebäuden
  • Erste-Hilfe-Kurs

Theoretische Ausbildung (Fachlehrgang von insgesamt 6 Wochen):

  • Aufbau des Staates, insbesondere Aufbau der Gerichte und Justizorgane
  • Grundzüge des Straf- und Zivilrechts
  • Übersicht über das Beamtenrecht
  • Voraussetzung der Anwendung unmittelbaren Zwanges einschließlich des Gebrauchs der Hilfsmittel zur Durchsetzung des unmittelbaren Zwanges
  • Grundzüge des Waffenrechts
  • Sicherheits- und Fitnesstraining
  • Deeskalationstraining, Gesprächstechniken, Stressmanagement
  • Techniken zur Abwehr und Eigensicherung
  • IT-Grundlagen

Ausbildungsabschluss

Eine Abschlussprüfung muss nicht abgelegt werden. Wer den Vorbereitungsdienst erfolgreich abgeleistet hat, wird in der Regel als Justizhauptwachtmeister/in in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen.

Eine Übernahmegarantie besteht nicht.

Verdienst

… während der Ausbildung

Der Grundbetrag beträgt zurzeit monatlich ca. 832,89 €. Bei entsprechendem Familienstand wird ein Familienzuschlag gewährt.

… nach Abschluss der Ausbildung

Nach erfolgreich durchlaufenem Vorbereitungsdienst endet das Beamtenverhältnis auf Widerruf in der Regel mit der Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe, die allerdings nicht garantiert werden kann.

Nach einer Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe erhalten die Justizhauptwachtmeister/innen Dienstbezüge, die der Besoldungsgruppe A 4 des Landesbesoldungsgesetzes Berlin entsprechen. Der Grundgehaltssatz beträgt zurzeit anfangs ca. 1.867,69 € zzgl. Amtszulage. Hinzu kommen unter Umständen noch vermögenswirksame Leistungen (die beantragt werden müssen) und ein Familienzuschlag.

Weitere Informationen

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Seite Rechthaber-gesucht der Berliner Justiz.

Voraussetzungen

  • die deutsche Staatsangehörigkeit i.S.d. Art. 116 GG oder eine andere Staatsangehörigkeit i.S.d. § 7 Abs. 1 BeamtStG besitzen,
  • am Tage der Einstellung mindestens 21 und höchstens 39 Jahre alt sein
    Ausnahmen: Menschen mit einer Schwerbehinderung (§ 29 Abs.1 LfbG, § 5 Abs. 2 Nr. 2 LVO-Just) und diesen Gleichgestellte dürfen nicht älter als 44 Jahre am Einstellungstag sein.
  • Soldatinnen und Soldaten auf Zeit mit einer Dienstzeit von mindestens 12 Jahren (keine Höchstaltersbegrenzung nach § 7 Abs 6 SVG).
  • Die Höchstaltersgrenze ist für Bewerber/innen, die bereits im öffentlichen Dienst tätig sind, um die Zeit heraufzusetzen, die sie unmittelbar zuvor im öffentlichen Dienst Berlins verbracht haben (§ 32 Abs. 1 LfbG).
  • mindestens die Berufsbildungsreife (§ 21 Abs. 1 Nr. 1 Schulgesetz Berlin, ehemals Hauptschulabschluss) bzw. einen gleichwertigen Schulabschluss erreicht haben,
  • Bereitschaft zu wechselnden Dienstzeiten haben,
  • gute körperliche Leistungsfähigkeit und Nachweis über das Sportabzeichen des Deutschen Sportbundes, das nicht älter als ein Jahr sein darf, in Gold bzw. Silber
  • die gesetzlichen Voraussetzungen für die Berufung in das Beamtenverhältnis aufweisen
  • keine Tätowierungen bzw. Körperschmuck mit rechts- oder linksradikalen bzw. extremistischen, entwürdigenden, sexistischen oder frauenfeindlichen, Gewalt verherrlichenden oder menschenverachtenden Darstellungen sowie in Dienstkleidung sichtbare Tätowierungen bzw. Körperschmuck, die dem Ansehen der Justiz schaden könnten, aufweisen. Gleiches gilt für Körperschmuck, der die Sicherheitsdiensttauglichkeit gefährden bzw. nicht gewährleisten könnte.
  • über die gesundheitliche Eignung und keine erhebliche Sehschwäche verfügen (augenärztliches Attest ist vorzulegen)

Karrierechancen

Beförderungsmöglichkeiten bestehen zur Ersten Justizhauptwachtmeisterin bzw. zum Ersten Justizhauptwachtmeister.