Handlungsfelder

Was ist besonders wichtig, um die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern voranzubringen? Was steht sowieso im Zentrum der Berliner Politik und wird damit aktuell bearbeitet? Mit Blick auf diese Kriterien wurden fünf Handlungsfelder des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms bestimmt: Bildung, existenzsichernde Beschäftigung, demografischer Wandel, soziale Gerechtigkeit und Integration.

Bildung

Bildung ist ein Schlüssel für den gesamten weiteren Lebensweg. Bildung entscheidet über Berufschancen, über das Einkommen und die Alterssicherung. Bildung eröffnet den Weg zu Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und zur Verwirklichung der individuellen Anlagen. Bildung steht damit im Zentrum jeder Gleichstellungspolitik. Kita, Schule und Hochschule, Berufsbildung und -fortbildung gestalten den lebenslangen Weg von Mädchen wie Jungen, Frauen und Männern. Diese Wege dürfen nicht von Stereotypen und Rollenzuweisungen versperrt sein. Zukunftsfähige Jobs und Führungspositionen, soziale wie naturwissenschaftliche Berufe müssen beiden Geschlechtern tatsächlich zugänglich sein.

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Existenzsichernde Beschäftigung

Ohne finanzielle Unabhängigkeit keine Selbstbestimmung, und die ist ohne eigene Erwerbstätigkeit kaum zu haben. In Berlin arbeiten überdurchschnittlich viele Frauen, oft jedoch in Teilzeit oder Minijobs. Ein ausreichendes Einkommen, Aufstiegschancen oder eine angemessene Rente sind damit ausgeschlossen. Die Betreuung von Kindern und Pflegebedürftigen ist ein wesentlicher Grund für die großen Unterschiede zwischen Frauen und Männern in der Arbeitswelt. Gleiche Chancen auf gute Arbeit gibt es also erst, wenn die Sorgearbeit in der Familie gleichberechtigt geteilt wird.
Berufe, in denen überwiegend Frauen arbeiten, dürfen nicht
länger schlecht bezahlt werden.

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Demografischer Wandel

Berlin ist eine junge, dynamische Stadt, die von Zuwanderung geprägt ist. Die Bevölkerung verändert sich, Berlin wächst, wird älter, internationaler und von größerer Vielfalt geprägt. Die Werte und Lebensentwürfe von Frauen und Männern verändern sich. Traditionelle Familienstrukturen verlieren an Bedeutung, die Zahl der Alleinerziehenden, Singlehaushalte und gleichgeschlechtlichen Paarhaushalte wächst, selbstorganisierte Wohngruppen gestalten neue Formen gemeinschaftlichen Wohnens. Eine geschlechtergerechte Planung sieht aufmerksam auf die unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse von Frauen und Männern, z. B. in Bezug auf Finanzkraft, Ansprüche an Sicherheit und Sauberkeit im öffentlichen Raum oder die typischen Wege bei der Bewältigung eines Alltags mit Kindern oder der Pflege von Angehörigen.

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Soziale Gerechtigkeit

Berlin ist zu Recht stolz auf seine lebendige Vielfalt. Soziale Gerechtigkeit bedeutet, dass alle am kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Leben der Stadt teilhaben können. Verhaltensvorschriften für Frauen sind ebenso wenig akzeptabel wie Gegenden, in denen Menschen aufgrund ihres Äußeren, ihrer Herkunft oder ihrer sexuellen Orientierung Angst haben müssen, auf die Straße zu gehen. Der öffentliche Raum muss sicher und auch für Ältere und Menschen mit Behinderung zugänglich und einladend sein. Das reiche Kulturleben der Stadt soll sich für alle Gruppen der Gesellschaft öffnen und sexistische oder rassistische Vorurteile und Traditionen überwinden. Teilhabe hängt zu einem großen Teil von Geld und Bildung ab, insofern spielt der Einsatz für existenzsichernde Beschäftigung und den gleichberechtigten Zugang zu guter Bildung auch hier eine Rolle.

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Integration

Die lebendige Metropole wird nicht zuletzt geprägt durch die Vielfalt der hier lebenden Migrantinnen und Migranten. Migration ist oft kein einfacher Prozess, der Mut zum Aufbruch gehört ebenso dazu wie die Schwierigkeit, sich in einer fremden Umgebung mit anderer Sprache, Gesetzen und Gebräuchen zurechtzufinden. Gleichstellung bedeutet, Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund dabei zu unterstützen, ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Dazu gehören die Gleichberechtigung der Geschlechter außerhalb wie innerhalb der Familie und die Absage an männliche Vorherrschaft, Kontrolle und Gewaltausübung. Dazu gehört aber auch ein öffentlicher Dienst, der aktiv darauf hinwirkt, dass in Kita und Schule, im Gesundheitswesen und in der Pflege, in der Politik und in der Arbeitswelt ein gleichberechtigter Zugang für Migrantinnen und Migranten gewährleistet ist.

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