Landgericht Berlin: Mehrjährige Haftstrafen wegen Drogenhandels im sog. Darknet (PM10/2018)

Pressemitteilung vom 25.01.2018

Die 10. Große Strafkammer hat heute zwei Angeklagte u.a. wegen bandenmäßigem unerlaubtem Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge bzw. wegen Beihilfe hierzu zu Gesamtfreiheitsstrafen von 6 Jahren (den Angeklagten Ryo Y.) bzw. 3 Jahren und 3 Monaten (die Angeklagte Sayuri I.) verurteilt. Gegen einen dritten Angeklagten wurde in dem Zusammenhang wegen vorsätzlicher Geldwäsche eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten verhängt. Nach den Feststellungen des Gerichts hat der 43-jährige Hauptangeklagte Ryo Y. zunächst allein zwischen November 2012 und Oktober 2013 auf einer Schwarzmarktplattform im sogenannten Darknet insgesamt rund 31,7 Kilogramm Cannabisprodukte, 385 Gramm Kokain sowie ca. 1,6 Kilogramm MDMA an Endkonsumenten verkauft – und zwar in insgesamt 5.628 Einzelverkäufen. Der Angeklagte Y. habe dadurch einen Erlös von fast 640.000,- Euro erzielt. Bezahlt hätten die Käufer in Bitcoins. Die Drogen habe der Angeklagte per Post von Berlin aus versandt.

Im Frühjahr 2015 dann habe sich die Angeklagte Sayuri I. dem Angeklagten angeschlossen und später gemeinsam mit einer gesondert verfolgten Mittäterin für den Hauptangeklagten Y. gearbeitet. Ihre Aufgabe sei es gewesen, die Drogen zu portionieren, zu verpacken und per Post zu verschicken, während der Angeklagte für die Beschaffung der Drogen und die Abwicklung der Geschäfte gesorgt habe. Im Zeitraum zwischen Frühjahr 2015 und April 2017 habe der Angeklagte Y. als Kopf der Gruppierung in den Niederlanden mindestens 60 Kilogramm Cannabisprodukte, zwei Kilogramm Kokain und vier Kilogramm MDMA gekauft. Zwischen Sommer 2016 und April 2017 habe der Angeklagte Y. dem Angeklagten H. 109.000,- Euro zur Verwahrung gegeben, wobei dieser gewusst habe, dass das Geld aus kriminellen Drogengeschäften stammt.

Dem Urteil liegt eine sog. Verfahrensverständigung zugrunde; die Angeklagten waren geständig. Gegen den Hauptangeklagten Y. wurde wegen seiner Drogenabhängigkeit neben der Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Die errechneten Taterträge allein des Angeklagten Y. in Höhe von mehr als 1,3 Millionen Euro wurden eingezogen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann mit dem Rechtsmittel der Revision angefochten werden.

Aktenzeichen 510 KLs 24/17

Lisa Jani
Sprecherin der Berliner Strafgerichte