Amtsgericht Tiergarten: Urteil wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines 13-jährigen Mädchens und Herstellung kinderpornographischer Schriften (PM 34/2017)

Pressemitteilung vom 20.06.2017

Ein Schöffengericht beim Amtsgericht Tiergarten hat heute den 24-jährigen Ismet S. wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und Herstellung kinderpornographischer Schriften zu einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 9 Monaten auf Bewährung verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts hat der Angeklagte im Oktober oder November 2015 in einer Wohnung in Berlin-Kreuzberg sexuelle Handlungen einer ihm bekannten 13-Jährigen an sich vornehmen lassen. Darüber hinaus habe der Angeklagte ein Video von dem Geschehen angefertigt. Weil das geschädigte Mädchen zunächst der Polizei gegenüber angegeben hatte, sie sei von drei fremden Männern mit Migrationshintergrund verschleppt und vergewaltigt worden, hatte der Fall bundesweit und sogar international für Aufsehen gesorgt.

Der Angeklagte war in der Hauptverhandlung geständig und hat auch eingeräumt, dass er billigend in Kauf genommen habe, dass das Mädchen noch ein Kind gewesen sei. Aufgrund dieser Einlassung konnte das Gericht auf die zeugenschaftliche Vernehmung der heute 15-jährigen Geschädigten, die sich als Nebenklägerin dem Verfahren angeschlossen hatte, verzichten. Die Öffentlichkeit war gemäß § 171b GVG auf Antrag des Nebenklagevertreters zum Schutz der Geschädigten während der gesamten Hauptverhandlung ausgeschlossen worden.

Im Rahmen der Strafzumessung ging das Gericht von einem minder schweren Fall aus. Dabei wurden auch das umfassende Geständnis und die Unvorbestraftheit des Angeklagten berücksichtigt.

Die Verfahrensbeteiligten haben auf Rechtsmittel verzichtet. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

Aktenzeichen 422 Ls 2/17

Lisa Jani
Sprecherin der Berliner Strafgerichte