Landgericht Berlin: Urteil im Prozess um brutalen Mord in der Berliner Partyszene

Pressemitteilung vom 24.03.2016

PM 20/2016

Der Präsident des Kammergerichts
- Pressestelle der Berliner Strafgerichte -

Die 35. Große Strafkammer des Landgerichts Berlin – Schwurgerichtskammer – hat heute einen 26-Jährigen wegen Mordes in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren verurteilt und die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Das Gericht ist zu der Feststellung gelangt, dass Dirk F. am 18. Juli 2015 dem 26-jährigen Christopher Sch., den er aus der Berliner „GOA-Partyszene“ kannte, in dessen Wohnung in Berlin-Prenzlauer Berg zu-nächst mit einem Totschläger mehrere wuchtige Schläge auf den Kopf versetzt hat und dann min-destens 56 Mal mit einem Messer auf ihn eingestochen hat. Das Opfer sei verblutet. Anschließend habe der Angeklagte – wie von Anfang an geplant – die Wohnung des Opfers durchsucht und mehrere Wertsachen, darunter zwei Mobiltelefone und einen Laptop, sowie Drogenvorräte an sich genommen. Das Gericht wertete die Tat als Mord in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge. Es seien vier Mordmerkmale verwirklicht. Der Vorsitzende betonte in seiner Urteilsbegründung, dass es sich um ein außergewöhnlich brutales und rücksichtsloses Verbrechen handele, das trotz des Geständnisses des Angeklagten eine hohe Strafe verdiene. Der Angeklagte habe sein Opfer re-gelrecht „niedergemetzelt“. Allerdings sei der Angeklagte aufgrund einer psychischen Störung und seines multiplen Drogenmissbrauchs als vermindert steuerungsfähig zum Tatzeitpunkt anzusehen. Allein deshalb habe hier keine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt werden können*. Die Unter-bringung in einer Entziehungsanstalt sei dringend erforderlich.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann binnen einer Woche mit der Revision zum Bundes-gerichtshof angefochten werden.

Urteil des Landgerichts Berlin vom 24. März 2016 zum Az. 535 Ks 18/15

*Zur Erläuterung: Bei der Annahme von verminderter Schuldfähigkeit im Sinne des § 21 StGB ver-ringert sich gemäß § 49 Abs. 1 StGB der Strafrahmen für Mord (§ 211 StGB) von lebenslanger Freiheitsstrafe auf drei bis 15 Jahre Freiheitsstrafe.

Lisa Jani
Pressesprecherin der Berliner Strafgerichte