LG Berlin: Urteil im Mordfall einer Berliner Pferdewirtin rechtskräftig (PM 17/2016)

Pressemitteilung vom 09.03.2016

Der Präsident des Kammergerichts
- Pressestelle der Berliner Strafgerichte -

Das Urteil des Landgerichts Berlin im Fall der Tötung der Berliner Pferdewirtin Christin R. ist rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof hat die Revisionen der Angeklagten mit Beschluss vom 2. März 2016 als offensichtlich unbegründet verworfen (http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2016&Sort=3&nr=73951&pos=0&anz=52&Blank=1). Die 35. große Strafkammer des Landgerichts Berlin – Schwurgerichtskammer – hatte die Angeklagten Cornelia H., Robin H., Sven L. und Steven M. am 29. Januar 2015 zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt und bei den Angeklagten Cornelia H. und Robin H. zudem die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Die Angeklagte Tanja L. war zu einer Freiheitsstrafe von vierzehn Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatten die zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilten Angeklagten Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof hat das Urteil des Landgerichts Berlin mit seiner Entscheidung nun jedoch bestätigt.

Nach den Feststellungen des Landgerichts Berlin hatten die Angeklagten Cornelia und Robin H. im Oktober 2011 beschlossen, die Freundin des Angeklagten Robin H., die 21-jährige Pferdewirtin Christin R. aus Berlin-Lübars, zu töten, um an die Versicherungssummen aus mehreren eigens zu diesem Zweck abgeschlossenen Lebensversicherungen zu gelangen. Die ersten beiden Tötungsversuche im April und Juni 2012 seien jedoch fehlgeschlagen: Einen Messerangriff durch Cornelia H. habe Christin R. abwehren können, ein von der Angeklagten Tanja L., einer Bekannten des Robin H., verabreichter Gifttrunk habe nicht die erhoffte Wirkung entfaltet. Daraufhin habe Tanja L. ihren Bruder, den Angeklagten Sven L., eingeschaltet. Dieser wiederum habe nun den Angeklagten Steven M. beauftragt, Christin R. zu töten. In der Nacht vom 20. zum 21. Juni 2012 hätten die Angeklagten Robin H. und Tanja L. Christin R. unter einem Vorwand zu einem Parkplatz in Berlin-Lübars gelockt, wo der Angeklagte Steven M. sie dann mit einem Seil erdrosselt habe.

Die Angeklagten Cornelia H. und Robin H. waren vom Landgericht u.a. des Mordes sowie des zweifachen versuchten Mordes für schuldig befunden worden. Die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld bei diesen beiden Angeklagten hatte die Kammer damit begründet, dass es sich bei ihnen um die treibenden Kräfte gehandelt habe, die über einen Zeitraum von sieben Monaten mit außergewöhnlich hoher krimineller Energie daran gearbeitet hätten, Christin R. zu töten. Der Angeklagte Steven M. war des Mordes und der Angeklagte Sven L. der Anstiftung zum Mord für schuldig befunden worden. Die Angeklagte Tanja L. war wegen Mordes sowie versuchten Mordes zu einer Freiheitsstrafe von vierzehn Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Bei ihr hatte die Kammer von der Verhängung der für Mord vorgesehenen lebenslangen Freiheitsstrafe abgesehen, weil sie durch ihr Geständnis und ihre Aussagen maßgeblich zur Aufklärung des Geschehens beigetragen habe. Damit hatte das Gericht von der Möglichkeit des § 46b Strafgesetzbuch Gebrauch gemacht.

Urteil des Landgerichts Berlin vom 29. Januar 2015, Az. (535) 234 Js 296/12 (24/12)
Pressemitteilung Nr. 5/2015 der Pressestelle der Berliner Strafgerichte vom 29. Januar 2015