Landgericht Berlin: Urteil im Prozess um die Tötung eines israelischen Staatsangehörigen (PM 7/2016)

Pressemitteilung vom 02.02.2016

Der Präsident des Kammergerichts
- Pressestelle der Berliner Strafgerichte -

Die 40. große Strafkammer des Landgerichts Berlin – Schwurgerichtskammer – hat heute einen 28-Jährigen wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt. Nach den Feststellungen des Gerichts hat der Angeklagte am 4. April 2015 in der Ruine der Franziskaner-Klosterkirche in Berlin-Mitte einen 22-jährigen Israeli getötet, der ebenfalls zu Besuch in Berlin war. Die beiden Männer hätten sich am Tag zuvor in einem Hostel kennengelernt und auch gemeinsame Unternehmungen gemacht. Am Abend des Tattages seien sie dann aus ungeklärter Ursache in Streit geraten, in dessen Verlauf der Angeklagte den Geschädigten mit Tritten oder Schlägen gegen den Kopf getötet habe. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass es sich nicht um eine geplante Tat gehandelt habe. Auch vermochte das Gericht – anders als zunächst von der Staatsanwaltschaft im Ermittlungsverfahren vermutet – bei dem Angeklagten keine antisemitischen oder homophoben Motive zu erkennen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann binnen einer Woche mit der Revision zum Bundesgerichtshof angefochten werden.

Lisa Jani
Pressesprecherin der Berliner Strafgerichte