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Landgericht Berlin: Lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes (PM 63/2007)

Pressemitteilung vom 27.11.2007

Die Präsidentin des Kammergerichts
- Pressestelle der Berliner Strafgerichte -

Eine Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat heute einen 30-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte sich am Abend des 15. Februar 2006 in Berlin-Charlottenburg auf der Ladefläche eines Transporters verborgen hatte und dem Geschädigten, der auf der Rückbank Platz genommen hatte, von hinten ein Seil um den Hals gelegt und dieses fest zugezogen hatte. Das Opfer war an dieser Misshandlung verstorben. Die Kammer bejahte für die konkrete Tatsituation das Mordmerkmal der Heimtücke, weil das Opfer völlig arglos gewesen sei und sich keines Angriffs versehen hatte. Hintergrund sollen Geldforderungen des später Getöteten aus einem Geschäft mit dem Angeklagten und auch Drohungen gegen diesen gewesen sein, derer sich der Angeklagte entledigen wollte.

Einen weiteren an der Tat zum Nachteil des Geschädigten tschetschenischer Herkunft beteiligten Mittäter, der nicht nur das Fahrzeug gesteuert hatte, sondern das Opfer zuvor unter einem Vorwand in den Wagen gelockt und mit einem Gespräch abgelenkt hatte, verurteilte die Kammer wegen gefährlicher Körperverletzung – unter Einbeziehung einer Strafe aus einer früheren Verurteilung – zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren. Insoweit stellte das Gericht fest, dass dieser Angeklagte zwar an einem hinterlistigen Angriff auf den Geschädigten mitwirken wollte, jedoch die eingetretene Todesfolge weder in seinen Vorsatz aufgenommen hatte noch diese vorhersehen konnte. Auch habe er in der Dunkelheit das Geschehen auf der Rückbank nicht sehen können.
Gegen einen dritten mitangeklagten Mann erkannte das Gericht wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung auf eine Freiheitsstrafe von einem Jahr. Dieser hatte zugesagt, bei dem Angriff auf das spätere Opfer zu helfen, ohne zu wissen, dass der Hauptangeklagte die Tötung seines Opfers verfolgen würde. Zwar war auch dieser Angeklagte nach kurzer Fahrt dem Transporter zugestiegen; es war aber nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme nicht auszuschließen, dass der Geschädigte zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben war.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig, es kann mit dem Rechtsmittel der Revision zum Bundesgerichtshof angegriffen werden.

Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Berlin Nr. 33/2006 v. 28. Juli 2006
Presseberichterstattung v. 18. Februar 2006 bis zum 3. Mai 2007

Iris Berger
Pressesprecherin