Landgericht: Kein Schmerzensgeldanspruch wegen der Veröffentlichung von Fotos einer Dessousshow (PM 13/2007)

Pressemitteilung vom 14.03.2007

Die Zivilkammer 27 des Landgerichts Berlin wies die Klage einer Erzieherin ab, mit der diese vom Verleger einer Zeitung und einem Fotografen Schmerzensgeld für den ungenehmigten Abdruck von Fotos verlangte. Die Klägerin hatte bei einer Dessousshow in einer Berliner Diskothek mitgewirkt. Dabei entstandene Fotos waren später ohne Zustimmung der jungen Frau in einer regionalen Tageszeitung abgebildet worden.

Nach Auffassung der Kammer steht der Klägerin kein Schadensersatz wegen der Verletzung des Rechts am eigenen Bild zu, da sie als Mitwirkende einer Modenschau davon ausgehen müsse, in der Öffentlichkeit zu stehen. Für die Medienvertreter hätte es keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass ein an der Show mitwirkendes Model weder die Fertigung noch eine Veröffentlichung der von ihr gemachten Fotos wünsche. Wer sich als Model an einer Modenschau beteilige, müsse mit einer Berichterstattung rechnen, zumal von den Veranstaltern üblicherweise eine Publizität über den anwesenden Personenkreis hinaus angestrebt werde. Es komme dabei nicht darauf an, welche Art von Kleidung vorgeführt werde. Die Beklagten hätten daher von einer Einwilligung der Klägerin zur Fertigung und Veröffentlichung der Aufnahmen ausgehen dürfen.

Schriftliche Urteilgründe liegen noch nicht vor.

Gegen die Entscheidung ist die Berufung zum Kammergericht möglich.
(Gesch.-Nr. 27 O 1063/06, Landgericht Berlin)

Bei Rückfragen: Katrin-Elena Schönberg
(Tel: 030-9015 2504; 9015 2290)

Weiterführende Informationen:

Die Klägerin legte am 21.03.2007 gegen Urteil des Landgerichts Berlin Berufung ein. Die Berufung wurde mit Beschluss vom 13.08.2007 zurückgewiesen, weil sie keine Aussicht auf Erfolg hatte und keine weiteren Gründe vorlagen, die eine Entscheidung des Berufungsgerichts erfordern. (Gesch.-Nr. 10 U 80/07)
Berlin, im Januar 2008

Bei Rückfragen: Katrin-Elena Schönberg
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