Gedenktafel für die von den Nationalsozialisten aus ihrem Amt vertriebenen Richter des Preußischen Oberverwaltungsgerichts - 31/17

Pressemitteilung vom 11.10.2017

Im Gebäude des Ober­verwaltungs­gerichts Berlin-Branden­burg erinnert seit gestern eine Gedenk­tafel an die von den National­sozialisten 1933/1934 aus ihrem Amt vertrie­benen Richter des Preußischen Ober­verwaltungs­gerichts. Vier­zehn Richter wurden mit soforti­ger Wir­kung ent­lassen, zwangs­weise in den Ruhe­stand versetzt oder degra­diert und zwangs­ver­setzt. Damit wurde fast ein Viertel der Richter­schaft des Preußi­schen Ober­verwal­tungs­gerichts aus rassi­schen und/oder poli­tischen Gründen aus dem Amt ent­fernt.

Dazu der Präsident des Ober­verwal­tungs­gerichts Berlin-Bran­den­burg Joachim Buch­heister: „Geschichte wieder­holt sich nicht, lehren uns die Histo­riker. Aber Geschichte kann eine War­nung sein vor den Gefah­ren unse­rer Zeit, eine War­nung vor Popu­lismus, vor ein­fachen Paro­len und vor allem eine War­nung vor Aus­gren­zung. Die Ereig­nisse, an die wir mit der Gedenk­tafel erinnern wollen, zeigen uns in aller Deut­lich­keit, wie zer­brech­lich eine gesell­schaft­liche Basis sein kann. Die Tafel ist deshalb nicht nur eine Erin­ne­rung an gestern, son­dern zugleich eine Mah­nung für heute.“