Ratgeber: Vereinbarkeit Pflege und Beruf

Ein Pflegefall bedeutet für Familien neben der emotionalen Belastung, einen enorm hohen Organisations- und Kraftaufwand – insbesondere wenn die häusliche Pflege mit dem Beruf vereinbart werden muss. Daher gibt es für Pflegende eine ganze Reihe an Angeboten zur Entlastung, die unbedingt genutzt werden sollten. Darüber hinaus sind Pflegepersonen, die für die Pflege naher Angehöriger im Beruf kürzertreten oder pausieren, über die Pflegekasse sozial abgesichert. Diese zahlt dann Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung. 

Plötzlich ein Pflegefall in der Familie

Werden nahe Angehörige pflegebedürftig, können sich Arbeitnehmer/innen kurzfristig von der Arbeit freistellen lassen, um eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren oder diese selbst zu übernehmen. Besteht die Pflegebedürftigkeit über einen längeren oder unbestimmten Zeitraum, gibt es weitere Regelungen, die Pflegende dabei unterstützen, Pflege und Beruf zu vereinbaren.

Entscheidung für die häusliche Pflege

Sofern medizinisch möglich, können Pflegebedürftige durch Familienmitglieder zu Hause gepflegt werden. Gemeinsam mit der zu pflegenden Person ist dann zu überlegen, ob und in welcher Form eine häusliche Pflege vorstellbar und organisatorisch möglich ist. Pflegebedürftige und Pflegepersonen können sich dazu bei den Pflegestützpunkten eingehend beraten lassen.

Entlastung der Pflegeperson

Pflegende Angehörige leisten viel. Damit es irgendwann nicht zu viel wird, ist es wichtig und sinnvoll Entlastungsmöglichkeiten wie Verhinderungspflege oder Kurzzeitpflege anzunehmen. Wenn die Pflege zu Hause nicht (mehr) möglich ist, können sich Familien bei der Suche nach Alternativen, wie einem passenden Pflegeheim durch Beratungsstellen unterstützen lassen.

Steuern und soziale Absicherung

Um den mitunter stressigen Alltag zwischen Beruf und Pflege gut zu meistern, kann es hilfreich sein, Haushalt oder auch Kinderbetreuung teil- oder zweitweise durch Dienstleister übernehmen zu lassen. Die Kosten können als sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend gemacht werden.

Im Job reduzieren oder ihn sogar aufgeben, hat nicht nur Auswirkungen auf das finanzielle Auskommen im Hier und Jetzt, sondern auch auf die zukünftige Altersrente. Damit derjenige/diejenige sozial abgesichert ist, wenn er/sie sich für die häusliche Pflege Angehöriger entscheidet, übernimmt die Pflegekasse die Zahlung von gesetzlichen Rentenversicherungsbeiträgen für die Pflegeperson. 

Beruflicher Wiedereinstieg

Wenn Pflegende nach längerer Pause wieder in ihren Beruf einsteigen möchten, besteht für sie Anspruch auf Beratungs- und Förderleistungen der Agentur für Arbeit.