30.01.2019

Neues Gesetz zur Jugendförderung: Entwurf will Jugendarbeit in Berlin stärken

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Mehr Geld für Jugendclubs, Abenteuerspielplätze und Erholungsfahrten: Die Jugendarbeit in Berlin soll neu geregelt und finanziert werden. Grundlage ist ein neues Gesetz, das Jugendsenatorin Sandra Scheeres dem Senat am 29. Januar 2019 vorgelegt hat.

Laut Entwurf sollen in den kommenden Jahren rund 25 Mio. Euro mehr für die Jugendarbeit zur Verfügung stehen. Senatorin Scheeres erklärte, dass Angebote für Jugendliche lange Zeit ausgedünnt wurden. „Wir kehren diesen Trend um. Mit einem neuen Finanzierungsmodell sichern wir dauerhaft ein vielfältiges Angebot in allen Bezirken.“, so Scheeres.

Das Gesetz soll die Jugendarbeit grundlegend neu strukturieren. Dabei sollen Kinder und Jugendliche alle vier Jahre bei den Jugendförderplänen auf Bezirks- und Landesebene beteiligt werden und mitbestimmen, welche Angebote es künftig geben wird.

Der Gesetzentwurf sieht außerdem u.a. folgende Punkte vor:

  • Ziele: Jugendarbeit dient der Demokratiebildung. Sie soll junge Menschen zu einem eigenverantwortlichen gesellschaftlichen und politischen Handeln befähigen. Beteiligung ist das zentrale Gestaltungsprinzip der Jugendarbeit.
  • Schwerpunkte der Jugendarbeit sind politische und soziale Bildung, Beteiligung, sportorientierte, medienbezogene, interkulturelle sowie geschlechterreflektierte Jugendarbeit, kulturelle, naturkundliche und technische Bildung sowie internationale Jugendarbeit.
  • Angebotsformen: Diese fünf Angebotsformen sollen berlinweit vorgehalten werden:
    1. standortgebundene offene Jugendarbeit (z. B. Jugendclubs, Abenteuerspielplätze);
    2. standortungebundene offene Jugendarbeit (z. B. Festivals, Rock- und HipHopMobile);
    3. Erholungsfahrten und -reisen, internationale Begegnungen;
    4. Unterstützung der Beteiligung junger Menschen (z. B. selbstverwaltete Projekte);
    5. gruppenbezogene, curricular geprägte Jugendarbeit (z. B. Seminare).
  • Fachstandards: Für jede Angebotsform werden fachliche Standards in Hinsicht auf Qualität (Ausstattung) und Umfang (bezogen auf die Einwohnerzahl junger Menschen) erarbeitet. Die Standards tragen dazu bei, dass alle Angebotsformen in allen Bezirken angeboten werden.

Im Vorfeld des Entwurfs fand ein intensiver Austausch mit den Bezirken, Vertretungen der Wohlfahrts- und Jugendverbände sowie des Landesjugendhilfeausschusses statt. Gleichzeitig wurden rund 10.000 Kinder und Jugendliche beteiligt und umfangreich zu ihren Wünschen befragt.

Der Entwurf wurde nun dem Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme zugeleitet, bevor er vom Senat beschlossen und in das Abgeordnetenhaus eingebracht werden soll.

Weitere Informationen

Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie