22.01.2020 | Impfung | Masern

Impfpflicht: Das Masernschutzgesetz tritt in Kraft

Ab 1. März 2020 müssen alle Kinder vor Eintritt in den Kindergarten oder die Schule durch eine nachgewiesene Impfung vor Masern geschützt sein.

Pornpak Khunatorn/ iStock/ GettyImagesPlus
Das Masernschutzgesetz soll besonders Kinder und Jugendliche verstärkt schützen.

Kinder, die bereits in einer Kita oder Schule sind, müssen den Nachweis durch den Impfausweis, das gelbe Kinderuntersuchungsheft oder ein ärztliches Attest bis zum 31. Juli 2021 der Einrichtungsleitung vorlegen. Eltern, die ihre betreuten Kinder nicht impfen lassen, müssen mit einer Geldbuße rechnen. Nicht geimpfte Kinder können vom Kindergartenbesuch ausgeschlossen werden.

Auch Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie medizinisches Personal, Asylsuchende und Flüchtlinge müssen künftig den Impfschutz nachweisen.

Hintergrund des beschlossenen Gesetzes ist, dass Masern hochansteckend sind und oft unterschätzt werden, da sie manchmal folgenreiche Komplikationen mit sich bringen können. Durch die Impfplicht sollen nicht nur die betroffenen Personen geschützt werden, sondern auch Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht geimpft werden können.

Außer der Masern-Impfpflicht sieht das Gesetz weitere Regelungen vor: Bei Verdacht auf Misshandlung oder sexuellem Missbrauch sollen die Opfer künftig von den gesetzlichen Krankenkassen eine sogenannte „vertrauliche Spurensicherung“, d.h. Untersuchungen etwa auf Sperma, K.o.-Tropfen oder Alkohol, bezahlt bekommen. Ein erweitertes Werbeverbot für Schönheits-OPs soll Kinder und Jugendliche stärker vor unnötigen operativen Eingriffen schützen.