Schwangerschaftskonfliktberatung

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In bestimmten Situationen kann eine Schwangerschaft eine schwere Krise bedeuten. Der Gedanke an eine Abtreibung liegt dann nahe. Vor einem möglichen Schwangerschaftsabbruch ist eine Schwangerschaftskonfliktberatung erforderlich. Sie soll der Frau helfen, eine verantwortungsvolle Entscheidung zu treffen.

Der Paragraf 218

Wenn die Schwangerschaft das Wohl der Mutter gefährdet oder auf eine Vergewaltigung zurückgeht, ist ein Abbruch erlaubt. Ansonsten ist er verboten, nach § 218 Strafgesetzbuch allerdings straffrei, wenn sich die Frau zuvor in einer Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle beraten lässt. Eine Abtreibung muss innerhalb der ersten zwölf Wochen stattfinden. Die notwendige Bescheinigung über die erfolgte Beratung dürfen nur staatlich anerkannte Stellen ausstellen. 

Staatlich anerkannte Beratungsstellen finden

Staatlich anerkannte Beratungsstellen gibt es beim öffentlichen Gesundheitsdienst und in freier Trägerschaft. Auch niedergelassene Ärzte, die eine staatliche Anerkennung dafür haben, dürfen Schwangerschaftskonfliktberatungen durchführen. Auf der Internetseite zur Schwangerschaftskonfliktberatung auf berlin.de kann über eine Online-Suchmaske eine anerkannte Beratungsstelle gefunden werden.

Das Beratungsgespräch

Die Beratung ist kostenlos und vertraulich und kann anonym durchgeführt werden. Sie umfasst ein Gespräch über die Gründe, warum eine Elternschaft nicht in Frage kommt: Zum Beispiel emotionale oder partnerschaftliche Konflikte. Auch wird die Frau oder gegebenenfalls das Paar über Ablauf und Kosten eines operativen oder medikamentösen Eingriffs aufgeklärt. Gesetzlich festgelegt ist, dass zwischen der Beratung und der Abtreibung mindestens drei Tage vergehen müssen, um eine Bedenkzeit zu ermöglichen.

Wer trifft die Entscheidung?

Die Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch liegt allein bei der Schwangeren. Eine ärztliche Feststellung der Notwendigkeit eines Schwangerschaftsabbruchs ist nicht nötig.

Alternativen zum Schwangerschaftsabbruch

In der Beratung wird auch auf Unterstützungsangebote hingewiesen sowie die Möglichkeit einer vertraulichen Geburt, ein Kind in Pflege oder zur Adoption freizugeben, erörtert. Die Frau kann sich zu Themen wie Mutterschutz und Elternzeit informieren, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder über die besondere Situation Alleinerziehender. Werdende Mütter können sich mit allen sozialen Fragen auch an das Jugendamt ihres Wohnbezirks, insbesondere an den Sozialpädagogischen Dienst sowie die kommunalen und freien Erziehungs- und Familienberatungsstellen werden.

Weitere Informationen zum Thema in unseren Ratgebern

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