Patchworkfamilien

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Das Leben in einer Patchworkfamilie ist bunt und herausfordernd. Wie sieht die Ferienplanung aus? Welche Rolle spielen die Stiefeltern in der Erziehung? Wo werden die Kindergeburtstage gefeiert? All das muss organisiert und abgesprochen werden. Mit einem Ziel: Einen Kompromiss zu finden, mit dem alle gut leben können. 

Sorgerecht und Unterhalt

Hat ein Elternteil das alleinige Sorgerecht für das Kind, darf der neue Ehepartner bzw. die neue Ehepartnerin Angelegenheiten des täglichen Lebens übernehmen. Das Stiefelternteil kann das Kind etwa von der Kita abholen, mit ihm zu Vorsorgeuntersuchungen gehen und bei Fragen zu Medienkonsum oder Zubettgehzeiten mitentscheiden. Sind beide Elternteile sorgeberechtigt, benötigen Stiefeltern das Einverständnis beider Elternteile. Hier kann es hilfreich sein, wenn die Eltern des Kindes eine schriftliche Vereinbarung miteinander treffen. Ein Vordruck kann auf der Internetseite des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) heruntergeladen werden. Stiefeltern müssen ihren Stiefkindern keinen Unterhalt zahlen. Die leiblichen Eltern des Kindes sind auch nach einer neuen Eheschließung weiterhin unterhaltspflichtig.

Weitere rechtliche Fragen

In Patchworkfamilien sind die rechtlichen Gegebenheiten vielfältig und nicht immer ganz einfach. So können Kinder nicht in der gesetzlichen Krankenkasse des Stiefelternteils mitversichert werden und sind beim Tod des Stiefelternteils nicht erbberechtigt. Informationen zu weiteren Themen wie Steuern, Anspruch auf Kinder- und Elterngeldgeld, Elternzeit, Sozialleistungen oder Stiefkindadoption gibt es auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie in der Broschüre „alleinerziehend – Tipps und Informationen“ des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter.

Informations- und Beratungsangebote

In einer Patchworkfamilie müssen die Bedürfnisse und Wünsche vieler Familienmitglieder unter einen Hut gebracht werden. Daher ist es wichtig, dass sich alle Parteien an einen Tisch setzen und sich austauschen, um die bestmögliche Lösung insbesondere für die Kinder zu finden. Hier kann es helfen, eine neutrale Beratungsstelle aufzusuchen, zum Beispiel die Berliner Erziehungs- und Familienberatungsstellen oder die Zentren für sexuelle Gesundheit und Familienfragen. Bei der SelbstHilfeInitiative Alleinerziehender (SHIA) e. V. gibt es ein Mediationsangebot speziell für Patchworkfamilien. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) sowie das Väterzentrum sind weitere Anlaufstellen.