Kindergeld

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Ab der Geburt eines Kindes erhalten Familien in Deutschland Kindergeld. Das Einkommen der Eltern spielt dabei keine Rolle.

Wer bekommt das Kindergeld?

Anspruch auf Kindergeld haben deutsche Staatsangehörige und Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union mit Wohnsitz in Deutschland. Bei anderen Ausländern und Ausländerinnen kommt es darauf an, ob sie dauerhaft in Deutschland leben und arbeiten. Kindergeld erhalten Eltern für leibliche als auch für adoptierte Kinder sowie für Pflege- und Stiefkinder. Auch Großeltern können Kindergeld bekommen für Enkelkinder, die in ihrem Haushalt leben und für die sie sorgen. Bei Alleinerziehenden oder getrenntlebenden Eltern wird das Kindergeld an den Elternteil gezahlt, in dessen Haushalt das Kind überwiegend lebt.

Antragsweg und Zahlung

Das Kindergeld wird auf schriftlichen Antrag von den Familienkassen der Bundesagentur für Arbeit bzw. für Beschäftigte im öffentlichen Dienst vom Arbeitgeber/der Arbeitgeberin gezahlt.

Wie hoch ist das Kindergeld?

Für das erste und zweite Kind werden aktuell jeweils 204 Euro pro Monat gezahlt. Für das dritte Kind beträgt das monatliche Kindergeld 210 Euro, für das vierte und jedes weitere Kind 235 Euro. Die nächste Kindergelderhöhung um 15 Euro findet zum 01. Januar 2021 statt. 

Wie lange wird Kindergeld gezahlt?

Anspruch auf Kindergeld besteht ab der Geburt eines Kindes. Die Dauer der Zahlung hängt vom Alter bzw. dem Ausbildungsstatus der Kinder ab. Ohne Einschränkung wird das Kindergeld bis zum 18. Lebensjahr des Kindes gezahlt, danach kann es unter bestimmten Voraussetzungen weiterbezogen werden. Bei arbeitslosen Kindern wird es bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres und bei Kindern in Ausbildung bis zum vollendeten 25. Lebensjahr gezahlt.

Kindergeld oder Kinderfreibetrag?

Im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung können Eltern den so genannten Kinderfreibetrag sowie Freibeträge für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf ihrer Kinder abziehen. Das Finanzamt prüft, ob die Steuerentlastung durch die Freibeträge für die Eltern günstiger als die Kindergeldzahlung gewesen wäre. Ist dies der Fall, wird der Unterschiedsbetrag erstattet.

Kinderzuschlag

Familien, die kein ausreichendes Einkommen haben, haben Anspruch auf den so genannten Kinderzuschlag. Er ist eine Ergänzungsleistung zum Kindergeld und wird ebenfalls bei der zuständigen Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit beantragt.

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Notfall-KiZ

Während der Einschränkungen aufgrund des Coronavirus gibt es für Eltern mit Verdienstausfällen seit dem 1. April 2020 den Notfall-Kinderzuschlag. Eltern müssen ihr Einkommen lediglich mit der Einkommensbescheinigung des Monats vor der Antragstellung belegen. Über den Link https://www.bmfsfj.de/kiz (siehe unten) kann der Anspruch geprüft werden.

300 Euro Kinderbonus

Für alle Kinder, die im September 2020 Anspruch auf Kindergeld haben, wird der Kinderbonus automatisch in zwei Raten überwiesen: Im September 200 Euro und im Oktober 100 Euro. Für andere anspruchsberechtigte Kinder wird der Kinderbonus zu einem späteren Zeitpunkt ausgezahlt.
Alleinerziehende, die Unterhaltsvorschuss erhalten, bekommen den vollen Kinderbonus - die 300 Euro werden nicht angerechnet. Bei getrennt lebenden Eltern kann aber der Unterhalt zahlende Elternteil die Hälfte des Kinderbonus von seiner Unterhaltszahlung abziehen. Mehr Infos zum Kinderbonus finden Sie auf der Seite des Familienministeriums - siehe Links.

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