Homeoffice

Berliner Beirat für Familienfragen/Antje Dombrowsky
Gut organisiert, geregelt und vorbereitet kann Homeoffice für viele Familien das Leben einfacher machen.

 

Mehr Zeit für sich und die Familie, bessere Work-Life-Balance, Einsparen von Energie und Kosten - mobile Arbeit mit flexibler Arbeitszeitgestaltung kann für viele Beschäftige, Betriebe und die Umwelt manche Vorteile mit sich bringen. Vor allem für Eltern mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen kann Homeoffice den Alltag und somit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oftmals erleichtern.

Mobile Arbeit: Recht oder Pflicht?

Gut zu wissen: Wenn im Arbeitsvertrag mobiles Arbeiten nicht vorgesehen ist, können Beschäftigte nicht einfach ohne ihr Einverständnis ins Homeoffice geschickt werden.

Wenn aber Beschäftigte gerne im Homeoffice arbeiten möchten, sollten sie den Wunsch ihrem Unternehmen mitteilen. Dieses kann derzeit zwar form- und grundlos ablehnen, aber viele setzen bereits verstärkt auf mobiles Arbeiten. Im aktuellen Koalitionsvertrag ist vereinbart, dass mobile Arbeit rechtlich gefördert und erleichert werden soll. Ein erster Gesetzes-Entwurf zum Homeoffice wurde dem Bundeskanzleramt zwar vorgelegt, aber ein geltendes Recht ist bisher nicht verabschiedet worden.

Wie überzeuge ich mein Unternehmen?

Nicht alle Tätigkeiten können jenseits des eigentlichen Arbeitsortes erledigt werden. Wenn ein Job aber mit viel Bildschirmarbeit oder Dienstreisen verbunden ist und per Internet, Computer und Telefon gearbeitet werden kann, sind schon wichtige Voraussetzungen erfüllt. Es ist von Vorteil, für mobiles Arbeiten nicht nur aus persönlicher Sicht, sondern auch durch die Unternehmerbrille betrachtet zu argumentieren:

  • Fahrtweg und -kosten sowie Zeitverlust durch Staus, Streiks oder schlechte Wetterbedingungen entfallen - der Arbeitstag kann pünktlich und ohne Stress beginnen.
  • Erreichbarkeit: selbst im Büro wird meist per E-Mail, Telefon, Chat oder Video kommuniziert.
  • Höhere Produktivität: Beschäftigte im Homeoffice sind Studien zufolge motivierter und melden sich seltener krank.
  • Sinkende Kosten für Strom, Wasser und Miete, denn langfristig sind weniger Büroflächen nötig.
  • Das Unternehmen wird durch moderne Regeln und Standortvorteil attraktiver für Fachkräfte.
  • Der Betriebsablauf kann durch mobile Arbeit trotz unvorhergesehener Ereignisse aufrecht gehalten werden.

Klare Regeln und Unfallschutz

Dass und wie zu Hause gearbeitet werden darf, kann einfach mündlich vereinbart werden. Wenn aber generell und regelmäßig mobil gearbeitet werden soll, dann ist es ratsam, dies klar im Arbeitsvertrag zu regeln. Damit werden Bedingungen wie Arbeitszeiten, Datenschutz oder Erreichbarkeit festgelegt, auf die man sich im Zweifelsfall berufen kann. Sollte ein Unfall nachgewiesen in Zusammenhang mit der mobilen Arbeit passieren, so gilt dies schon heute als Arbeitsunfall.

Organisation ist alles: Tipps für das mobile Büro

Gute räumliche und technische Ausstattung, ein strukturierter Arbeitstag und abgesprochene Erreichbarkeiten sind das A und O einer gelungenen Büroarbeit.

  • Der Arbeitsplatz sollte möglichst ungestört sein. Ein separates Arbeitszimmer und andere Aufwendungen können eventuell steuerlich abgesetzt werden.
  • Schnelles Internet, Computer mit ausreichendem Bildschirm, richtige Beleuchtung und ein guter Stuhl sind ein Muss.
  • Möglichst feste Arbeits- und Pausenzeiten ohne private Unterbrechungen planen, um die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben einzuhalten. Zum Beispiel kann Kinderbetreuung im Homeoffice zwar mal eine kurzfristige Notlösung sein, über einen längeren Zeitraum ist dies aber keine wünschenswerte oder zumutbare Situation.