Elterngeld: Basiselterngeld und ElterngeldPlus

Damit sich erwerbstätige Eltern in den ersten Lebensmonaten ihres Kindes viel Zeit für die Betreuung nehmen können, müssen sie im Beruf kürzertreten.  Das wegfallende Einkommen wird während der Elternzeit dazu zum Teil durch das Elterngeld ersetzt.

Wer Elterngeld bekommt

Berechtigt sind nicht nur Beschäftigte und Selbständige, die das Kind selbst betreuen und weniger als 30 Stunden pro Woche arbeiten. Das können auch Adoptiveltern oder Großeltern sein, nicht aber Pflegeeltern - diese bekommen stattdessen finanzielle Unterstützung vom Jugendamt.

Auch Arbeitslose und Studierende können Elterngeld bekommen. Allerdings wird es auf ALG II angerechnet. Bei Jahreseinkommen über 500.000 Euro bei Ehepaaren oder 250.000 Euro bei Alleinerziehenden entfällt das Elterngeld.

  • Corona-Zeit: Anpassung des Elterngeldes

Für Eltern, die während der Corona-Zeit die Voraussetzungen für den Erhalt des Elterngeldes situationsbedingt nicht einhalten können, wird das Elterngeld angepasst. Denn Eltern mit Berufen in der Pflege oder der Polizei und andere systemrelevante werden an ihrem Arbeitsplatz dringend benötigt und können im Moment über Arbeitsumfang und -zeit oft nicht selbst bestimmen. Andere Berufsgruppen sind von Kurzarbeit oder Freistellungen betroffen und geraten deshalb in Notlagen. Damit betroffene Eltern dadurch keine Nachteile im Elterngeldbezug erleiden, wurden gezielte Anpassungen festgelegt.

Wie das Elterngeld berechnet wird

Das Elterngeld orientiert sich am Bruttoeinkommen des betreuenden Elternteils. Davon wird eine Pauschale abgezogen, um das durchschnittliche Nettoeinkommen zu ermitteln. Es kann sinnvoll sein, zu Beginn der Schwangerschaft die Steuerklasse zu wechseln, um später mehr Elterngeld zu erhalten. Bei Selbstständigen wird der Steuerbescheid des Vorjahres zu Grunde gelegt.

Die Höhe des Elterngeldes kann vorab mit dem Elterngeldrechner des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ermittelt werden.

Basiselterngeld

Das so genannte Basiselterngeld kann für zwei bis maximal 14 Lebensmonate des Kindes bezogen werden. Dabei kann ein Elternteil zwei bis maximal zwölf Monate Elterngeld beziehen. Nehmen beide Elternteile Elterngeld in Anspruch, so wird es zwei weitere Monate gezahlt (Partnermonate). Alleinerziehende bekommen 14 Monate Elterngeld.

ElterngeldPlus

Eltern von Kindern, die Teilzeit arbeiten möchten, können zwischen dem Basiselterngeld und dem ElterngeldPlus wählen. Das ElterngeldPlus beträgt maximal die halbe Höhe des Elterngeldes, das dem Elternteil ohne Einkommen nach der Geburt zustünde. Dafür wird es doppelt so lange gezahlt. Ein Elterngeldmonat entspricht also zwei ElterngeldPlus-Monaten. Eine Kombination aus Basiselterngeld und ElterngeldPlus ist ebenfalls möglich.

Partnerschaftsbonus

Eltern, die beide in Teilzeit tätig sind (zwischen 25 und 30 Wochenstunden) und ElterngeldPlus beziehen, bekommen vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate (Partnerschaftsbonus). Alleinerziehenden werden ebenfalls vier zusätzliche Monate ElterngeldPlus gezahlt.

Elterngeld beantragen

Der Antrag sollte möglichst bald nach der Geburt schriftlich bei der Elterngeldstelle eingereicht werden. Elterngeld wird nämlich nur drei Monate rückwirkend ausgezahlt. Über elterngeld-digital.de kann der Antrag online gestellt werden.

Mehrlingszuschlag und Geschwisterbonus

Für Geburten ab dem 01. Januar 2015 erhalten Eltern von Mehrlingen zum Elterngeld einen Mehrlingszuschlag. Familien mit mehr als einem Kind können einen Geschwisterbonus erhalten. Dieser ist abhängig vom Alter und der Anzahl der Geschwisterkinder.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zum Elterngeld gibt es auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie in der Broschüre „Elterngeld, ElterngeldPlus und Elternzeit“.

Bitte akzeptieren Sie Marketing-Cookies, um dieses Video zu sehen.