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Gemeinsame Fachkräftesicherung Berlin-Brandenburg

Handlungsfeld:

Kreative und wirtschaftlich erfolgreiche Stadt

Ort/räumliche Schwerpunkte:

Berlin / Brandenburg

Projektbeteiligte:

  • Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen
  • Brandenburgisches Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie

Projektziele:

  • Sicherung der Fachkräftebasis und somit der weiteren Entwicklung gemeinsamen Wirtschafts- und Arbeitsregion Berlin / Brandenburg.
  • Erfassung zukünftiger Fachkräfteverfügbarkeit und wirtschaftlicher Entwicklungstendenzen, um Fehlinvestitionen in Bildung zu vermeiden.
  • Die Gleichzeitigkeit von Fachkräftebedarf und Arbeitslosigkeit erfassen und den daraus resultierenden Problemlagen entgegen wirken.

Projektbeschreibung:

Die demografische Entwicklung wird in den Ländern Berlin und Brandenburg zunehmend einen Rückgang des Arbeitsangebots und Engpässe bei qualifizierten Arbeitskräften bewirken. Die Sicherung der Fachkräftebasis stellt eine der wichtigsten Herausforderungen für die weitere Entwicklung der gemeinsamen Wirtschafts- und Arbeitsregion Berlin-Brandenburg dar. Fachkräfteverfügbarkeit und wirtschaftliche Entwicklungsperspektiven bedingen einander. Bisher wurden verschiedene Regionalanalysen erstellt, um die Entwicklung des Fachkräftepotenzials und -bedarfs besser einschätzen zu können. Eine gemeinsame länderübergreifende Analyse fehlte bisher.

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales hat daher gemeinsam mit dem brandenburgischen Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie eine Fachkräftestudie ausgeschrieben. Sie wurde im Februar 2010 veröffentlicht. Ziel der gemeinsamen Studie war es, die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf den Arbeitsmarkt und das wirtschaftliche Handeln für Berlin und Brandenburg zu analysieren, Informationen über den zu erwartenden quantitativen und qualitativen Fachkräftebedarf für die Region zu erarbeiten und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Fußend auf dem makroökonomischen Modell der Prognos AG wurde der qualitative Fachkräftebedarf bis 2030 bestimmt und mit Fallstudien zu den Branchenkompetenzfeldern hinterlegt, die auf Auswertungen zu Sekundärstatistiken, Unternehmensinterviews sowie Branchenworkshops basieren. Untersucht wurden folgende zwischen beiden Ländern abgestimmte Branchenkompetenzfelder:

  • Medien und Informations- und Kommunikationstechnik,
  • Umwelt- und Energietechnik,
  • Verkehrssystemtechnik,
  • Optische Technologien,
  • Unternehmensnahe Dienstleistungen,
  • Maschinen- und Anlagenbau,
  • Zusätzlich wurde das Handwerk untersucht.
Die Studie zeigt, dass die Region für Fachkräfte und Unternehmen attraktiv bleibt. Der Strukturwandel ist hier bereits weiter fortgeschritten als im Bundesdurchschnitt und bietet gemeinsam mit der demografischen Entwicklung zunehmend Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Der Vergleich der Branchenkompetenzfelder zeigt, dass diese auf Fachkräfte mit zum Teil sehr ähnlichen Fachrichtungen angewiesen sind und letztlich um diese konkurrieren. Dies betrifft insbesondere das Feld der MINT-Berufe.

Wenn in absehbarer Zeit keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden, wird im Jahr 2015 mit einem ungedeckten Fachkräftebedarf für voraussichtlich 273.000 Arbeitsplätze, im Jahr 2020 für 362.000 Arbeitsplätze und in 2030 vorrausichtlich für bis zu 460.000 Arbeitsplätze zu rechnen sein. Neben den Stellen, die nicht besetzt werden können, weil keine qualifizierten Fachkräfte zur Verfügung stehen, kann in anderen Bereichen durchaus noch Arbeitslosigkeit herrschen, weil hier die Arbeitskräfte nicht über die gesuchten Qualifikationen verfügen.

Beide Länder können bereits auf umfangreiche Erfahrungen mit Maßnahmen zur Fachkräftesicherung zurückgreifen. Darüber hinaus müssen jedoch in beiden Ländern weitere Maßnahmen ergriffen werden, um den Arbeitskräftebedarf von morgen zu sichern und die Chancen der demografischen Entwicklung zu nutzen.
Die Handlungsempfehlungen erstrecken sich auf folgende Felder:
  • Nachwuchs durch betriebliche Ausbildung sichern,
  • Fachkräfte strategisch rekrutieren und im Unternehmen halten,
  • Berufs- und Studienorientierung verbessern,
  • Strategische Profilbildung der Hochschulen stärken,
  • Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft intensivieren,
  • Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen erhöhen,
  • Vorhandene Potenziale erkennen und erschließen,
  • Wettbewerbsfähige Arbeitsplätze schaffen,
  • Betriebsnachfolgen sichern,
  • Qualität der Bildung erhöhen.
Das bedeutet: Es besteht jetzt dringender Handlungsbedarf, um der Gleichzeitigkeit von Fachkräftebedarf und Arbeitslosigkeit entgegen zu wirken. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine konzertierte Zusammenarbeit aller Akteure erforderlich: Unternehmen, Politik, Verwaltung, Verbände, Bildungseinrichtungen, Arbeitsagenturen und Branchenakteure sind gefragt, um den Arbeitsmarkt der Zukunft aktiv zu gestalten. Zusätzliche Investitionen in Aus- und Weiterbildung sind dringend nötig.

Bisher erfolgte Umsetzungsschritte:

  • Veröffentlichung der Fachkräftestudie im Februar 2010
  • Bestimmung des Fachkräftebedarfs bis 2030
  • Handlungsempfehlungen für die Sicherung des zukünftigen Arbeitskräftebedarfs

Weitere geplante Umsetzungsschritte:

Für eine abgestimmte Strategie wird aktuell auf Basis der Fachkräftestudie der Masterplan Qualifizierung (MPQ) erarbeitet. Handlungsfelder bzw. Schwerpunktbereiche des Masterplanes sind:

  • Ausbildung
  • Übergang Schule – Beruf
  • Berufliche Weiterbildung, Qualifizierung von Geringqualifizierten
  • Berufsbezogene Bildungsberatung
  • Aufstiegsweiterbildung, Durchlässigkeit des Bildungssystems
  • Internationales Bildungsmarketing
  • Wachstumssektor Flughafen Berlin – Brandenburg International
Der MPQ soll nach der Sommerpause in die Senatsbefassung gehen. Der MPQ ist mit dem Masterplan Industrie (SenWTF) abgestimmt.
Um die Ergebnisse des MPQ zu operationalisieren, wird nach der Sommerpause unter dem Vorsitz der Senatorin der Lenkungskreis für Fachkräftesicherung einberufen. Der Lenkungskreis soll sich aus Vertreter/innen der Fachverwaltungen Berlins und Brandenburgs, der Sozialpartner, der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg und der Kammern zusammensetzen.
Im Berliner Lenkungskreis für Fachkräftesicherung sollen die eigenen Beiträge der Beteiligten vorgestellt und in die Gesamtstrategie eingepasst sowie durch verabredete Maßnahmen begleitet und ergänzt werden.
Ansprechpartner/ Weitere Informationen
Fachkraeftestudie Langfassung

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(Fachkraeftestudie Langfassung, 4.09 KB)

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Referat Stadtentwicklungsplanung
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