Lebende Bücher

Innenansicht der Bibliothek
Ansicht in der Bibliothek Bild: Frank Ludwig

Lebende Bücher – Was ist das?

Im Rahmen des „UNESCO-Welttag des Buches“ fand am 20.4.2007 von 10.00-22.00 Uhr das für Berlin einzigartige Projekt „Lebende Bücher in Ihrer Bibliothek“ in der Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“ statt.
Das Projekt bot ein besonderes Erlebnis, welches über das Lesen eines normalen Buches weit hinausging. Diese Bücher leben und können selbst etwas erzählen. Es handelt sich um Menschen, die für verschiedenste Berufe, Lebensarten und Formen bürgerlichen Engagements stehen, die es in unserer Gesellschaft gibt. Sie sind bereit, sich persönlichen Fragen zu stellen und etwas von ihrem Leben, ihren Ansichten und Ideen zu erzählen. Unter den „Lebenden Büchern“ befanden sich beispielsweise die damalige Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf, Dagmar Pohle, Pastor Bernd Siggelkow, Leiter der Arche in Berlin Hellersdorf, ein Entwicklungshelfer, eine Mitarbeiterin von Greenpeace, ein Globetrotter, ein diplomatischer Korrespondent, der Leiter vom „Afrika-Haus Berlin“, der Müller der Marzahner Mühle, der Behindertenbeauftragte des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf, ein erfolgreicher Paralympic-Athlet und viele andere.

In der Bibliothek stand den Besuchern ein Katalog zur Verfügung, woraus die Personen ausgewählt und zum Gespräch vorgemerkt werden konnten. In der Zeit von 10-16.00 Uhr standen die „Lebenden Bücher“ zu Gruppen – und Einzelgesprächen in der Bibliothek zur Verfügung. Am Vormittag war die Veranstaltung für Schulklassen offen.
Um 16.00 Uhr las die Bestseller-Autorin Stefanie Gercke aus ihrem neusten Buch „Feuerwind“.
Um 20.00 Uhr endete der Projekttag mit dem Konzert von „Arthe Musica“, Dörte Haring, Gesang und Arne Zauber, Akkordeon.

Rund 1400 Menschen haben an diesem Tag die Bibliothek besucht. Seither reißt das Interesse an „Lebenden Büchern“ weltweit nicht ab. Immer wieder bekommen wir Anfragen zum Projekt und sind beratend tätig, so auch beim Kirchentag, oder 2012 beim Tag der Offenen Tür in der Münchner Stadtbibliothek oder 2013 für ein Quartiersfest in Zürich.
Im April 2016 berichteten wir über das Projekt in der Morgensendung von Radio multicult.fm
h4. Lebende Bücher – Was ist das?

Seit 2007 führen wir das Projekt als Veranstaltungsreihe weiter. Die Bibliothek als geschützter Raum bringt Menschen unterschiedlichster Herkunft, Religionen und Lebensweisen zusammen.
Angesichts der Herausforderung an die Gesellschaft und die darin lebenden Menschen, mit einer so großen Zahl an Flüchtlingen konfrontiert zu sein, gewinnt das Projekt größere Bedeutung denn je. Wir freuen uns auf spannende Begegnungen, Herausforderungen und wir sind neugierig auf Neues.
Willkommen bei den „Lebenden Büchern“!

Oder wie Prof. Hans-Christoph Hobohm von der Fachhochschule Potsdam dazu schrieb:
“Ich danke den Beteiligten für den Mut dieser Operation am lebenden Objekt. Wir brauchen mehr Experimente dieser Art, um zu verstehen, welche Aufgaben und Funktionen die Bibliothek2.0 haben könnte.”

Fotos des Projektes "Lebende Bücher" vom 20. April 2007

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