Perspektiven

Berlin liegt in der Mitte des sich vereinigenden Europas. Als Symbol der Überwindung des alten Ost-West-Gegensatzes spielt es im europäischen Integrationsprozess eine wichtige Rolle. In der erweiterten Europäischen Union liegen große Chancen für Berlin. Hier, wo unterschiedliche politische, kulturelle und historische Erfahrungen des ehemals geteilten Kontinents aufeinander treffen, entsteht eine Metropole der Vielfalt und der Gegensätze – eine Stadt der Chancen.
In Zeiten der Globalisierung und des gesellschaftlichen Wandels steht Berlin vor ähnlichen Herausforderungen wie andere europäische Metropolen. Hinzu kommen besondere Faktoren, die zugleich die Stärke Berlins ausmachen: Die Stadt ist ein internationaler Ort der Begegnung von Menschen aus allen Teilen der Welt. Sie ist nicht fertig, sondern an vielen Stellen offen für Neues. Das macht die spannende kulturelle Atmosphäre Berlins aus. Und das macht Berlin als Investitionsstandort aus. Es lohnt sich, nach Berlin zu kommen. Hier lassen sich interessante Perspektiven entwickeln.

Medien, Musik und Film

Berlin zieht als das politische Entscheidungszentrum Deutschlands Institutionen aus Wirtschaft und Gesellschaft an. Durch die Übernahme der bundespolitischen Funktionen wurde auch die Rolle als Medienzentrum gestärkt, von dem aus die nationale und internationale Presse berichtet.

Der Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) ist im Mai 2003 aus einer Fusion des Berliner Senders SFB (Sender Freies Berlin) mit dem Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) entstanden. Aus dem Funkhaus am Hans-Rosenthal-Platz, dem ehemaligen RIAS-Gebäude, sendet bundesweit das DeutschlandRadio Berlin.
Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF unterhalten Hauptstadtstudios direkt im Regierungsviertel. Zahlreiche private Hörfunk- und Fernsehsender haben sich in Berlin angesiedelt. In unmittelbarer Nähe von Reichstagsgebäude und Bundeskanzleramt, befindet sich auch das Gebäude der Bundespressekonferenz.

Die Bedeutung Berlins für die Medienwirtschaft, insbesondere die Musikwirtschaft, das Verlagswesen und die Film- und Fernsehbranche, nimmt seit Jahren zu. Inzwischen gilt Berlin als wichtiges Zentrum der Filmindustrie in Deutschland. Dazu tragen u. a. die Studios in Babelsberg und der Medienstandort Adlershof bei. Die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH fördert Projekte in diesem Bereich.
Berlin ist wieder zu einem gefragten Verlagsstandort geworden. Insgesamt werden heute in Berlin-Brandenburg im Jahr 6.600 Bücher herausgegeben, was der Region deutschlandweit den zweiten Platz einträgt. Die regionale Pressedichte ist mit 11 Tageszeitungen, einer Wochenzeitung, sechs Sonntagsausgaben, 13 Anzeigenblättern, 15 Stadtmagazinen sowie zahlreichen überregionalen Zeitschriften einmalig in Deutschland und Europa. Auch die Musikbranche hat Berlin für sich entdeckt, wovon Hunderte kleinere und größere Firmen zeugen. Namhafte Unternehmen der Musikbranche wie Universal Music, Dependancen von Sony BMG und EMI haben sich in Berlin angesiedelt.

Stadt der Initiativen

Das in Berlin konzentrierte Know-how sowie renommierte Einrichtungen, im geisteswissenschaftlichen und im naturwissenschaftlichen Bereich, schärfen das Profil der Stadt als führender Standort für Wissenschaft und Forschung und als Stadt der Initiativen. In der Informationsgesellschaft ist Wissen die Voraussetzung für verantwortungsvolles politisches Handeln und das Entstehen innovativer Perspektiven. Gemeinwohlverpflichtung und das Konzept einer offenen, sozial gerechten, zivilgesellschaftlich verfassten und ökologisch attraktiven Stadt gehören zum Leitbild für die zukünftige Entwicklung Berlins. Das Ziel dabei ist, möglichst viele Interessengruppen im Sinne eines „local partnership“ einzubinden. Dieser integrative Ansatz bedeutet auch, Ost und West weiter zusammenzuführen, die deutsche und nicht-deutsche Bevölkerung verstärkt miteinander ins Gespräch zu bringen sowie Jung und Alt zu mehr gegenseitiger Solidarität zu bewegen.

e-Government

Auch die Politik geht auf den Bürger zu, indem sie mit Hilfe der neuen Medien versucht, die Verwaltung effektiver und bürgerfreundlicher zu organisieren. E-Government heißt dabei sowohl E-Administration wie E-Democracy. Der im August 2002 verabschiedete Masterplan E-Government weist den Weg in eine moderne, effektive und kundenorientierte Verwaltung, während das im Dezember 2003 auf der Internetplattform des Landes Berlin eröffnete Internetportal „Bürger aktiv Berlin“ den Einwohnern der Stadt ein breites Forum für die Beteiligung an der politischen Meinungsbildung und die Organisation bürgerschaftlichen Engagements bietet.

Stadtgestaltung

Eine wichtige städtebauliche Herausforderung bleibt der Umgang mit dem historischen Kern und damit die Entwicklung der alten Stadtmitte Berlins zu einem lebendigen, kultur- und wissensgeprägten Zentrum. Im April 2002 hat die internationale Expertenkommission „Historische Mitte“ ihre Beratungen abgeschlossen und auf Grundlage bereits bestehender Überlegungen neue Vorschläge zum baulichen Konzept jenes Areals vorgelegt, auf dem sich früher das Stadtschloss befand und auf dem von der DDR der Palast der Republik errichtet wurde. Die Kommission plädierte mehrheitlich dafür, an drei Seiten die barocke Fassade nach Vorbild des Schlosses originalgetreu wiederherzustellen. An der Ostseite und im Innern soll nach ihrem Votum moderne Architektur entstehen. Der Deutsche Bundestag hat sich am 4. Juli 2002 für die Errichtung eines Gebäudes in den Ausmaßen des Schlosses mit den historischen Barockfassaden an drei Seiten sowie dem Schlüterhof im Inneren entschieden. Der Palast der Republik wurde abgerissen. Im November 2008 hat Franco Stella den Architekturwettbewerb für den Wiederaufbau des Stadtschlosses gewonnen. Im neu entstehenden “Humboldt-Forum” werden die Staatlichen Museen, die Landesbibliothek und die Humboldt-Universität Platz finden.

Auch die Baulücke neben dem Kronprinzenpalais wurde „historisch“ geschlossen: Das Medienunternehmen Bertelsmann baute hier, auf dem Grundstück Unter den Linden 1, die Kommandantur nach altem Vorbild wieder auf. Das 1794 errichtete und 1873 umgebaute Wohnhaus der Berliner Stadtkommandanten wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Das neue Gebäude ist seit November 2003 die Hauptstadtrepräsentanz der Bertelsmann AG und der Bertelsmann-Stiftung.
In die Modernisierung des Olympiastadions wurde rund eine viertel Milliarde Euro investiert. Das bauliche Konzept erlaubt verschiedene Nutzungsmöglichkeiten, so dass neben Fußball auch internationale Sportwettbewerbe und Großveranstaltungen stattfinden können. Das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft 2006 wurde am 9. Juli 2006 im Berliner Olympiastadion ausgetragen.

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Olympiastadion Berlin

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Bild: kavolis / Fotolia.com

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