Berlin - Stadt der Stätten

Gedenkstätten

Holocaust-Mahnmal in Berlin
Holocaust-Mahnmal in Berlin
Bild: hindenberg / Fotolia.com

In und um Berlin herum gibt es viele verschiedene Gedenkstätten mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Am 10. Mai 2005 wurde das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin-Mitte feierlich eröffnet. Am 25. Juni 1999 hatte der Deutsche Bundestag nach einer elfjährigen öffentlichen Debatte beschlossen, diese Gedenkstätte in der Nähe des Brandenburger Tors zu errichten. Realisiert wurde der Entwurf des US-amerikanischen Architekten Peter Eisenman, der ein Feld aus 2.711 Betonstelen sowie einen unterirdischen Ort der Information umfasst. Das ca. 19.000 m² große Denkmalgelände befindet sich am Rand des Großen Tiergartens zwischen Ebert-, Wilhelm- und Behrenstraße. Diese Fläche gehörte bis 1945 zu den ‘Ministergärten’ und war danach Teil des Mauerstreifens. Mehr Informationen erhalten Sie bei der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Neue Wache
Neue Wache
Bild: Land Berlin/Gläser

Die ehemalige Neue Wache Unter den Linden ist die Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. In dem nach dem Zustand von 1931 rekonstruierten Innenraum steht eine vergrößerte Replik der Skulptur „Mutter mit totem Sohn“ von Käthe Kollwitz.

Mehrere Mahnmale, Bildungseinrichtungen, Ausstellungen und Gedenkstätten setzen sich in Berlin mit der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft auseinander.

Auf dem früheren Prinz-Albrecht-Gelände an der Wilhelmstraße, wo die zentralen Institutionen des NS-Terrorapparates (Gestapo und Sicherheitsdienst der SS bzw. Reichssicherheitshauptamt) ihren Sitz hatten, befindet sich das Gelände der Ausstellung Topographie des Terrors . Anhand von Dokumenten und Bildern wird über die Verfolgungs- und Unterdrückungsmaschinerie im „Dritten Reich“ informiert. Bauliche Überreste zeugen von der Geschichte des Ortes. Ein neu entstehender Gebäudekomplex, das internationale Dokumentations- und Begegnungszentrum, wird neben einer Dauerausstellung auch Platz für Ausstellungen zu wechselnden Themen bieten.

Die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz ist in jener Villa am Großen Wannsee untergebracht, in der am 20. Januar 1942 führende Vertreter der Ministerialbürokratie über die organisatorische Durchführung des Beschlusses berieten, alle europäischen Juden im gesamten Einflussbereich Deutschlands zu ermorden. Zum 50. Jahrestag der Wannsee-Konferenz wurde die Einrichtung 1992 eröffnet. Sie bietet die Dauerausstellung “Die Wannsee-Konferenz und der Völkermord an den europäischen Juden” sowie eine umfangreiche, öffentlich zugängliche Spezialmediathek. Die Ausstellung, die im Jahr 2006 neu eröffnet wurde, thematisiert nicht nur die Wannsee-Konferenz, sondern auch allgemein die antijüdische Politik in Deutschland seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert, sowie den besonderen Charakter des Krieges im Osten.

Am Standort des ehemaligen Oberkommandos des Heeres, in der heutigen Stauffenbergstraße, wo sich die Zentrale des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 befand, ist die Gedenkstätte Deutscher Widerstand untergebracht. Im Ehrenhof, wo Claus Graf Schenk von Stauffenberg und drei Mitverschwörer standrechtlich erschossen wurden, wird seit 1953 an das gescheiterte Attentat auf Hitler erinnert. Seit 1989 zeigt eine Dauerausstellung im zweiten Stock den Widerstand gegen das NS-Regime in seiner ganzen politischen und sozialen Breite. In Sonderausstellungen werden einzelne Fragestellungen vertiefend behandelt.

Weitere Orte des Gedenkens sind unter anderem die frühere Hinrichtungsstätte Plötzensee, die Deportationsdenkmale auf der Putlitzbrücke und am S-Bahnhof Grunewald, die Skulpturengruppe Der Block der Frauen in der Rosenstraße, die an die Bücherverbrennung erinnernde unterirdische Leere Bibliothek auf dem Bebelplatz und die Spiegelwand für die jüdischen Bürger von Steglitz auf dem Hermann-Ehlers-Platz. Vor den Toren Berlins, in Oranienburg, befindet sich das ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen, wo über die Geschichte dieses Ortes informiert wird.

Der Berliner Senat unterstützt außerdem die Initiativen zur Errichtung von Denkmalen für die ermordeten Sinti und Roma sowie für die im „Dritten Reich“ verfolgten Homosexuellen.

An die Berliner Mauer erinnern unter anderem in der Bernauer Straße eine Gedenkstätte mit Dokumentationszentrum und in der Friedrichstraße das Museum Haus am Checkpoint Charlie. Die Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße informiert in den Räumen des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit über dessen Tätigkeit, das politische System und die Opposition in der DDR.

Seit 1993 dokumentiert der Verein Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde e.V. die deutsch-deutsche Fluchtbewegung mit einer ständigen Ausstellung. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des Notaufnahmelagers und der damit verbundenen Personen, Organisationen, Dienststellen und Verfahren zu erforschen und die Ergebnisse der Öffentlichkeit in seiner Ausstellung zu präsentieren.

Das Gelände der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Berlin-Hohenschönhausen sollte nach der Übergabe an die Berliner Justizverwaltung zunächst als Gelände für den offenen Strafvollzug genutzt werden. Durch eine Initiative von ehemaligen Häftlingen, Bürgerrechtlern sowie Politikern und Verwaltungsvertretern wurde aus dem Gefängnis eine Gedenkstätte . Seit 1996 sammelt das Zeitzeugen-Büro Berichte und persönliche Unterlagen von ehemaligen Häftlingen und führt diese mit den erhaltenen Akten des MfS zusammen. Neben der ständigen Zeitzeugen-Ausstellung gibt es wechselnde Sonderausstellungen sowie Diskussionsveranstaltungen und Filmvorführungen.

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