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Geflüchtete Männer in Deutschland

  • Pressemitteilung – Bundesforum Männer

Geflüchtete Männer als Individuen hörbar und sichtbar zu machen, war Motivation für das Bundesforum Männer – Interessenverband für Jungen, Männer & Väter e. V., um eine Studie zu beauftragen. Die außergewöhnliche Zahl an geflüchteten und vertriebenen Menschen, die in den Jahren 2015 und 2016 nach Europa und nach Deutschland kamen, machte Einzelschicksale in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend unsichtbar. Dabei ist Flucht ein Versuch, aus Verhältnissen auszubrechen, in denen ein menschliches Leben unmöglich geworden ist: Krieg, Verfolgung, Diskriminierung, Armut und Umweltkatastrophen – oftmals im Zusammenspiel mehrerer Gründe. Rund zwei Drittel der 2015/16 nach Deutschland geflüchteten Menschen sind Männer. Dieses Thema aufzugreifen, ist dem Bundesforum Männer wichtig, denn es setzt sich in seiner Arbeit seit jeher für die Belange von Jungen, Männern und Vätern ein, um zur Erreichung von Geschlechtergerechtigkeit beizutragen. Somit liegt es nahe, mit einem eigenen Projekt einen Beitrag zu einer differenzierten und genderreflektierten Integrations- und Flüchtlingspolitik zu leisten. Mit dem vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geförderten Projekt „movemen – Flucht, Migration, Integration – Geschlechterreflektierte Arbeit mit männlichen Flüchtlingen“ sollen die vielfältigen Belange geflüchteter Jungen und Männer in Deutschland sichtbar gemacht werden.

Es war im Rahmen des Projekts möglich, das Christliche Jugenddorfwerk
Deutschland Nord (CJD Nord) mit einer ergänzenden qualitativ-empirischen Untersuchung zu beauftragen. Die Untersuchung sollte mit Blick auf die tatsächliche Praxis der Flüchtlingshilfe einen Beitrag dazu leisten, die Erfahrungsbasis zu verbreitern, auf der Konzepte der Sozialen Arbeit und der Politik sinnvoll, bedarfsorientiert und gendersensibel weiterentwickelt werden können. Ebenso lag im Focus, den aufgeheizten öffentlichen Debatten und den damit einhergehenden Stereotypen über „generell gewaltbereite und sexuell übergriffige“ geflüchtete junge Männer eine authentische Stimme über ihre Perspektiven, Wünsche, Sorgen und Hoffnungen entgegen zu setzen. Ausgehend von der These, dass mit Blick auf den Einzelnen die Flucht ein Wiedererlangen von würdigem Mensch-Sein impliziert, hat das Bundesforum Männer mit der Studie das Anliegen verbunden, der Menschlichkeit und Subjektivität des einzelnen geflüchteten Mannes angemessen Raum zu geben und die Reduktion geflüchteter Männer auf Gewalt, Elend, Krieg oder den „Sonderstatus Flüchtling“ aufzulösen.