Gesundheit

Stethoskop liegt auf einem EKG-Auszug
Bild: fovito - Fotolia.com

Informationen für Geflüchtete vom Berliner Netzwerk für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge

Das Berliner Netzwerk für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge hat Informationsflyer in verschiedenen Sprachen für geflüchtete Menschen herausgegeben. Hier finden Sie die Beratungsstellen für die materielle und gesundheitliche Versorgung für besonders schutzbedürftige Menschen.

Hilfsmittelbörse für geflüchtete Menschen mit Behinderung

Auf Facebook gibt es ab sofort eine englisch-deutschsprachige Hilfsmittelbörse für Flüchtlinge mit Behinderungen. Auf der Plattform www.facebook.com/ability4refugees können sich Anbietende mit Suchenden von Hilfsmitteln vernetzen. Die Plattform verfügt über drei Untergruppen – Mobilität, Kommunikation und Alltagshilfen. In Deutschland ist es für Flüchtlinge mit Behinderungen oft schwer, Hilfsmittel wie Rollstühle, Gehhilfen oder Hörgeräte zu bekommen. Die Gesetze sehen in der Regel nur eine akute medizinische Versorgung vor. Der Behindertenverband Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) e. V. und die Andreas-Mohn-Stiftung wollen mit ability4refugees Hilfsmittel für Flüchtlinge vermitteln. Auf der Plattform können Behinderte die Hilfsmittel, die sie selbst nicht (mehr) brauchen, einstellen. Flüchtlinge, die Hilfsmittel benötigen, können dort ihre Anliegen veröffentlichen. Eines sollte auf jeden Fall beachtet werden: Die Hilfsmittel müssen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Die Realisierung der Facebook-Plattform lag in den Händen der Agentur VisionDesign.

Angebot der psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen

Die psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen (KBS) sind Teil der psychosozialen Pflichtversorgung für psychisch Kranke und deren Angehörige in Berlin. Seit September diesen Jahres wurde das Angebot erweitert: Frau Köppen vom Fünften Rad e. V. und Herr Nögel vom ajb leisten aufsuchende Arbeit in den Flüchtlingsheimen des Bezirkes. Sie beraten die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter vor Ort in Fragen der psychosozialen Versorgung, führen Gespräche mit Bewohnerinnen und Bewohnern und leiten im Bedarfsfall erforderliche Maßnahmen ein, bzw. organisieren diese.

Kontakt

Projekt für Schwangere und Mamas aus allen Berliner Unterkünften Übersicht der Angebote - Familienplanungszentrum Berlin - BALANCE

Gemeinsame Angebote von Hebamme und Sozialpädagogin:

  • Cafe für Schwangere und Mamas im Familienplanungszentrum Balance (Zusendung von Flyer mit Terminen auf Anfrage)
  • Infoveranstaltung in den Unterkünften (Schwerpunkte: Schwangerschaft, Geburt, Leben mit Kind)

Angebote der Hebamme:

  • Hebammensprechstunde (in den Unterkünften)
  • Neugeborenen-Sprechstunde (in den Unterkünften)
  • Beratung für Schwangere, Mütter und Väter (im Familienplanungszentrum Balance)

Angebote der Sozialpädagogin:

  • Psychosoziale Beratung (in den Unterkünften und im FPZ)
  • Mutter-Kind-Gruppen (in den Unterkünften)
  • Mama-Papa-Sprechstunde (in den Unterkünften und im FPZ)

Kontaktdaten:

Psychologisches Hintergrundwissen für in der Arbeit mit Geflüchteten Tätige

Kostenfreies Angebot des Instituts für Psychologie der HU Berlin in Adlershof

Sind Sie auch in der Arbeit mit Geflüchteten tätig und haben den Eindruck, mehr psychologisches Hintergrundwissen würde Ihnen helfen, bestimmte Situationen besser einordnen zu können oder auf Verhaltensweisen der Menschen besser reagieren zu können?

Am Lehrstuhl für Psychotherapie am Institut für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin haben wir Studierende in der Beratung von Helfern in Flüchtlingseinrichtungen ausgebildet. Im Vorfeld haben wir in unserer eigenen Berater-Tätigkeit immer wieder festgestellt, wie wichtig Informationen und Schulungen zu psychologischen Inhalten für Helfer und Ehrenamtliche sein können. Häufige Supervisionsanliegen sind, psychische Belastungen bei Geflüchteten einordnen zu können oder auch für sich selbst zu sorgen angesichts der vielen schwierigen Situationen, mit denen man bei dieser Arbeit konfrontiert sein kann.

Gerne würden wir Sie bzw. die in Ihrer Einrichtung tätigen Helfer mit unserem Beratungsangebot bei Ihrer Arbeit unterstützen. Unter unserer Supervision würden zwei ausgebildete Studierende viermal für 90 Minuten in die Einrichtung kommen, um zu folgenden Themen eine Gruppensitzung zu leiten.

  • Wie erkenne ich eine Posttraumatische Belastungsstörung und wie gehe ich damit um?
  • Wie erkenne ich Depression und Suizidalität und wie gehe ich damit um?
  • Interkulturelle Kompetenz
  • Selbstfürsorge oder Umgang mit Teamkonflikten

Das Angebot ist kostenfrei.

Bei Rückfragen oder Interesse können Sie uns gerne eine E-Mail schicken (andrea.ertle@hu-berlin.de)!

Derzeit sind leider alle Beratungstermine ausgebucht! An einer Ausweitung der Kapazitäten wird aber gearbeitet.

Arbeit mit traumatisierten Geflüchteten - Start der individuellen Förderung von Fortbildungen in diesem Bereich

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) möchte die Lehrkräfte der Integrationskurse möglichst zeitnah für den Umgang mit traumatisierten Integrationskursteilnehmenden sensibilisieren und ihnen Hilfsmittel für einen traumasensiblen Unterricht an die Hand geben.

Aus diesem Grund fördert das BAMF für die Dauer von vorerst sechs Monaten individuell die Teilnahme zugelassener Integrationskurslehrkräfte an bereits bestehenden Fort- und Weiterbildungen im Bereich “Arbeit mit traumatisierten Geflüchteten”.

Das Bundesamt hat hierfür eine Liste mit etablierten Trägern erstellt, die bereits Fort- und Weiterbildungen im Bereich “Arbeit mit traumatisierten Geflüchteten” anbieten.

Für die Teilnahme an Fort- und Weiterbildungen bei diesen Trägern können bis zu 200 Euro pro Lehrkraft erstattet werden.

Wie können traumatisierte Flüchtlinge unterstützt werden? - Ratgeber der Bundespsychotherapeutenkammer

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat zwei neue Ratgeber herausgegeben: für Flüchtlingshelfer „Wie kann ich traumatisierten Flüchtlingen helfen“ und für Flüchtlingseltern „Wie helfe ich meinem traumatisierten Kind“, auf Arabisch, Englisch und Deutsch der Bundespsychotherapeutenkammer.

Wie kann ich traumatisierten Flüchtlingen helfen
Der BPtK-Ratgeber „Wie kann ich traumatisierten Flüchtlingen helfen“ richtet sich an haupt- und ehrenamtliche Helfer, die wissen möchten, wie sich traumatische Erkrankungen bemerkbar machen und wie sie mit geflüchteten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen umgehen können, die Schreckliches erlebt haben.

Wie helfe ich meinem traumatisierten Kind
Der BPtK-Ratgeber „Wie helfe ich meinem traumatisierten Kind?“ wendet sich an Eltern von Flüchtlingskindern, die wissen möchten, wie sie ihrem Kind helfen können, wenn es Schreckliches erlebt hat. Der Ratgeber enthält Informationen darüber, wie sich traumatisierte Kinder je nach Alter verhalten und zeigt an vielen konkreten Situationen, wie Eltern richtig reagieren können.

Die Ratgeber können auf der Homepage der BPtK heruntergeladen sowie bei der BPtK in gedruckter Form bestellt werden.

Hier finden Sie alle Informationen und Downloads.

Guidance – Suchtberatung für Geflüchtete

Guidance ist eine überregionale Beratungs- und Vermittlungsstelle für in Berlin suchtmittelkonsumierende Geflüchtete. Auch Angehörige sowie Fachkolleg*innen und Multiplikator*innen, die mit geflüchteten Menschen arbeiten bzw. diese ehrenamtlich unterstützen sind herzlich willkommen. Sie finden bei uns kultursensible und individuelle Beratung, Begleitung und Unterstützung in allen Fragen rund um den Konsum und die Abhängigkeit. Neben der Versorgung und Beratung in Einzelgesprächen führen wir ebenfalls Maßnahmen zur Frühintervention durch und bieten Gruppenangebote für konsumierende Geflüchtete an. Wir arbeiten dabei auch aufsuchend.

Das Angebot ist an den Drogennotdienst angegliedert, einer berlinweit tätigen Beratungsstelle für suchtmittelgefährdete und –abhängige Jugendliche und Erwachsene. Unsere Angebote sind für Sie kostenfrei, unter Schweigepflicht und statusunabhängig. Alle Angebote werden individuell auf unsere Klient*innen zugeschnitten und aufeinander abgestimmt. Bedarfe können zeitnah und flexibel angepasst werden. Einen Termin können Sie jederzeit telefonisch unter der (030) 19237 vereinbaren oder Sie nehmen per Email unter guidance@notdienstberlin.de mit uns Kontakt auf.

Weitere Informationen und mehrsprachige Flyer finden Sie hier.

Kultursensible Suchtprävention für Geflüchtete in Berlin

Geflüchtete Menschen leiden oft an Traumastörungen aufgrund ihrer Erlebnisse; es gibt einen Zusammenhang zwischen Trauma und Suchtmittelkonsum. Sie brauchen Stabilität und Hilfe, um nicht unterzugehen. Egal, wie schwierig die Situation erscheint – Nichtstun ist keine Option, Hinschauen, Hinhören und Handeln hilft immer!

Hinschauen – Hinhören – Handeln

Wir bieten Beratungen, Coachings und Fortbildungen für Sozialarbeiter*innen, ehrenamtliche Helfer*innen, Mitarbeitende des Wachdienstes und alle anderen, die in den Unterkünften arbeiten. Ziel ist, Gefährdungen frühzeitig zu erkennen, präventiv zu handeln und damit ein stabiles und sicheres Leben zu ermöglichen.

Die Broschüre „Mut machende Infos für Ihre Gesundheit! Kleiner Wegweiser für Geflüchtete in Berlin“ in 7 verschiedenen Sprachen sind bereits jetzt bei uns erhältlich. Demnächst gibt es diese auch in Russisch, Paschtu und Türkisch!

Weitere kultursensible Materialien sind in Vorbereitung.

Weitere Informationen unter http://www.berlin-suchtpraevention.de/programme/#gefluechtete.

Berliner Suchtprävention gGmbH