Archiv der Seniorenvertretung Treptow-Köpenick

Inhaltsverzeichnis

Weihnachtlicher Besuch im Seniorenheim der Stadtmission

Der Bewohnerbeirat des Seniorenheimes der Stadtmission Haus Müggelschlösschenweg hatte den Wunsch und die Idee, sich mit den Nachbarn aus dem Asylbewerberheim zu treffen. Also wurde mit den Heimleitungen beider Heime gesprochen und Kinder ins Seniorenheim eingeladen.

Am 07.12. 2015, also ein Tag nach Nikolaus, war es so weit. Ehrenamtliche Helferinnen hatten den Raum vorbreitet.
Aus allen Wohnbereichen wurden interessierte Seniorinnen und Senioren rechtzeitig in die Cafeteria geholt, Liederzettel wurden verteilt (Nikolauslied, Kling Glöckchen, Schneeflöckchen), das zugeschnittene Papier für Sterne zurecht gelegt und Plätzchen und Saft bereit gestellt. Alle warteten gespannt auf die Kinder.

Dann kamen sie und schauten sich schüchtern um. Nachdem die Kinder sowie die Seniorinnen und Senioren bunt gemischt an den Tischen saßen, griff Frau Heyn zur Gitarre. Schon bei der zweiten Strophe sangen die Kinder den Refrain laut und fröhlich mit.
Frau Ahl erzählte vom historischen Nikolaus, wann und wo er lebte und mit welchen Bräuchen die Kinder in Deutschland an ihn denken. Einige Kinder kannten den Nikolaus und fanden schnell auf der Karte die Stadt Myra, in der er lebte.

Dann machten sich alle an das Basteln der Sterne, da einige Seniorinnen und Senioren beim Basteln der Sterne schon Erfahrungen hatten, unterstützten sie die Kinder. Anschließend erhielt jedes Kind einen mit Naschereien gefüllten Beutel, die der „Nikolaus“ schon vorher bereitgestellt hatte.

Nach dem Fotografieren verabschiedeten sich die Kinder fröhlich und die Bewohnerinnen und Bewohner lächelten vergnügt, da die Kinder durch ihre Fröhlichkeit und Unbeschwertheit Leben in die sonst doch ruhigen Tage im Seniorenheim gebracht haben.

Ein Dank gilt allen, die diesen Nachmittag ermöglicht haben, insbesondere Frau Heyn. Es gab nur einen, der seine Dienst verweigerte, und das war der Beamer!

Ulrike Ahl, Mitglied der Seniorenvertretung Treptow-Köpenick

Neues aus dem Haus "Zur Brücke"

Als Mitglied der Seniorenvertretung arbeite ich im Heimbeirat „Zur Brücke“ mit. Unser Beirat besteht aus 6 Mitgliedern. Bewohnerinnen und Bewohner sowie Angehörige von Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern. Einmal im Monat treffen wir uns im Heim, um anstehende Probleme zu besprechen und wenn möglich, eine Problemlösung zu finden.

Ein Punkt ist immer wieder das Mittagessen. Die Qualität ließ zu wünschen übrig. Wir holten uns den Küchenleiter vom Ulmenhof zu unserer Besprechung, von dort wurde das Essen geliefert. Die vorgetragene Kritik wurde angenommen, und es wurde Abhilfe geschaffen, so dass wieder Zufriedenheit herrscht.

Ein Problem steht noch im Raum. Die Bewohnerinnen und Bewohner wünschen sich eine kleine Verkaufsstelle. Bisher war jedoch keine Realisierung möglich, bedingt durch die fehlende Räumlichkeit und auch durch fehlendes Personal. Durch den Beirat wurde mit Nachdruck eine Barrierefreiheit im Eingangsbereich, durch Anbringen einer Rampe, gefordert. An der Umsetzung dieser Forderung bleiben wir dran.

Als sehr positiv wurde von den Mitgliedern des Beirates gesehen, dass Herr Müller, der Beiratsvorsitzende, ein ehemaliger Pfarrer, gleich nebenan wohnt. Er ist oft im Heim und erhält damit auch zeitgleich Kenntnis von Problemen und kann sich schnell um eine Lösung bemühen. Wir verständigen uns, wenn nötig, auch außerhalb von Sitzungen telefonisch und können uns leicht abstimmen. Wenn erforderlich, ziehen wir bei Besprechungen die Heimleitung oder betreffende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinzu, um gemeinsam eine Problemlösung zu erreichen. Die Zusammenarbeit – Heimbeirat und Heimleitung – kann als vertrauensvoll eingeschätzt werden.

Bei der Qualitätsprüfung erhielt das Heim die Gesamtnote „1“. Eine weitere Auszeichnung wurde der Heimleitung in Form einer Urkunde von der Pflegeliga e. V., überreicht.

Margot Krüger

Wahl des Heimbeirats im Seniorenheim Bethel

Am 21. April 2015 war es soweit, nach zwei Jahren den neuen Heimbeirat zu wählen. Bereits im Februar wird mit Unterstützung der Heimleitung der Wahlkalender erstellt.

Im Rahmen eines „Café –Nachmittags“ legte der amtierende Beirat seinen Rechenschaftsbericht für die vergangenen zwei Jahre vor. Alle drei neuen und fünf Kandidatinnen und Kandidaten aus dem bisherigen Heimbeirat stellten sich kurz vor.
Am Abend des Wahltages wurde das Ergebnis verkündet. Auch die neuen Kandidatinnen und Kandidaten, auch wenn sie erst kurze Zeit Heimbewohnerinnen oder Heimbewohner sind, erzielten gute Ergebnisse. Der Heimbeirat besteht aus fünf Mitgliedern, die anderen stehen als eventuelle Nachrücker zur Verfügung.

Im Vorfeld der Wahl wurden intensive Gespräche mit eventuellen Kandidatinnen und Kandidaten geführt. Sehr häufig waren Heimbewohnerinnen und Heimbewohner bereit, Verantwortung zu übernehmen und für andere Heimbewohnerinnen und Heimbewohner Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner zu sein, aber Angehörige warnten: „Warum willst du das übernehmen, genieße dein Leben und schone dich.“ Dabei vergessen die Angehörigen, wie befriedigend es auch für alte Menschen ist, sich für andere Menschen einzusetzen.

Ich wünsche dem neu gewählten Heimbeirat genau so viel Elan und Erfolg wie dem bisherigen Heimbeirat.

Ulrike Ahl, Mitglied der Seniorenvertretung

Neues aus dem Vitanas Senioren Centrum Bellevue

Seit Juni 2014 bin ich, Eva Eisentraut, zur Heimfürsprecherin des Vitanas Senioren Centrum Bellevue für zwei Jahre bestellt worden. In meiner Funktion als Heimfürsprecherin kümmere ich mich um die Belange aller Heimbewohner und Heimbewohnerinnen und die sich daraus ergebenden Probleme. Dazu finden monatlich Besprechungen mit der Heimleiterin und dem Sozialdienst statt. An Hausgesprächen nehme ich ebenfalls teil. Hier können die Heimbewohner und Heimbewohnerinnen ihre Wünsche und Anliegen vorbringen. Das Leben miteinander bringt natürlich, durch unterschiedliche Befindlichkeiten, Probleme mit sich, denen sich der Heimbeirat annimmt und meistens auch eine einvernehmliche Lösung findet. Ich nehme teil am Demenzwandertag, stelle mich zur Verfügung am Ehrengeburtstag und nehme teil am Plätzchen backen zu Ostern und Weihnachten. Zu den Veranstaltungen im Heim Bellevue werde ich regelmäßig eingeladen.

Eva Eisentraut

Ines Feierabend – unsere engagierte Bezirksstadträtin wird Staatssekretärin in Thüringen

Zum Jahresende beendet Ines Feierabend, die Bezirksstadträtin für Arbeit, Soziales und Gesundheit, ihre Tätigkeit im Bezirk Treptow-Köpenick. Sie folgt einem Ruf der Landesregierung Thüringen und wird dort die Tätigkeit als Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie aufnehmen. Frau Feierabend war so freundlich, trotz der momentanen starken Belastung, mir ein Interview zu geben, dass ich nachfolgend wiedergebe.

Frau Feierabend, für viele Treptow-Köpenicker sind Sie ja inzwischen zu einem ganz wichtigen Ansprechpartner geworden für große aber auch kleine Probleme, die es vor Ort zu lösen gab. Fällt es Ihnen schwer, die begonnene Arbeit einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger zu überlassen?

Es ist nicht einfach, nach acht Jahren Abschied zu nehmen und zu neuen Ufern aufzubrechen. Meiner Nachfolgerin/meinem Nachfolger wünsche ich eine gute Hand und viele neue gestaltende sozial-, gesundheits- und arbeitsmarktpolitische Ideen für diesen Bezirk.

Wie werten Sie Ihre politische Arbeit, wo sehen Sie Ihre Erfolge und wo würden Sie sich ein anderes Ergebnis wünschen?

Es gibt viele im Bezirk spürbare Ergebnisse:
Politik für Seniorinnen und Senioren ist mehr in den Mittelpunkt aller gerückt. Die beliebten Kiezklubs in kommunaler Hand sind allen erhalten geblieben. Das Vital in Friedrichshagen hat sich vergrößert, das Haus der Begegnung ist gesichert.
Grundsicherungsempfängerinnen und -empfänger freuen sich jährlich auf Dampferfahrten und Tagesfahrten.
Die Arbeit am kommunalen Gesundheitsziel „Gesund alt werden in Treptow-Köpenick“ ist mit festen Strukturen nicht wegdenkbar in dem Bezirk.
Bürgerschaftliches Engagement ist als wichtiges politisches Thema im Bezirk etabliert. Das Freiwilligenzentrum Sternenfischer, die Freiwilligentage und der Marktplatz sind weit über den Bezirk bekannt.
Leider noch nicht fertig geworden ist das Demografiekonzept.

Haben Sie die Erwartung und Hoffnung, dass sich die Voraussetzungen für Ihre Arbeit auf der Landesebene in Thüringen positiv verändern?

Da muss ich aber widersprechen und verweise auf meine obigen Ausführungen. Sicher schränken die Rahmenbedingungen des Landes wie der Personalabbau und zu geringe Globalsummen die Gestaltungsräume ein.
Trotzdem ist es auch im Rahmen dieser Grenzen möglich, politisch zu gestalten.
Ich denke, dass wird in Thüringen nicht anders sein.

Da Sie gebürtige Thüringerin sind haben Sie den Kontakt zu „Ihrer Heimat“ ja nie richtig verloren, dennoch die Frage an Sie, werden Sie Berlin ein wenig vermissen oder war Berlin für Sie ein Ort wo Sie Ihren beruflichen Mittelpunkt hatten?

Natürlich werde ich Berlin vermissen und natürlich Treptow-Köpenick.
Aber ich komme ja wenn möglich jedes Wochenende nach Berlin – habe also mehr als einen Koffer hier.

Haben Sie in Berlin ein großstädtisches Flair empfunden oder war Berlin für Sie auch etwas provinziell?

Nach Berlin wollte ich schon, als ich noch ganz jung war, ziehen. Ich liebe die Vielfältigkeit der Großstadt. In Treptow-Köpenick ist es doch eher etwas ländlicher, gemütlicher. Hier hat mich Vieles an meine Heimat Thüringen erinnert.
Auf jeden Fall das viele Grün.
Nun werde ich Beides haben: in der Woche Erfurt und am Wochenende Berlin.

Frau Feierabend, für das Interview bedanke ich mich herzlich und wünsche Ihnen für Ihre berufliche Tätigkeit viel Erfolg, ein wunderschönes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr 2015.

Martin Schmidt-Bugiel

Seniorenforum 2014 - eine gute Gelegenheit ins Gespräch zu kommen …

nicht nur mit dem Bezirksbürgermeister Oliver Igel. Auch Ines Feierabend, als Bezirksstadrätin für Arbeit, Soziales und Gesundheit, sowie der neue Bezirksstadtrat für Weiterbildung, Schule, Kultur und Sport Michael Vogel standen den zahlreich erschienenen Seniorinnen und Senioren für Fragen zur Verfügung. Da die Bezirksstadräte Rainer Höllmer und Gernot Klemm verhindert waren, wurde den Anwesenden zugesagt, dass ihre schriftlich eingereichten Fragen zeitnah beantwortet würden.

Nach einer kurzen Begrüßung durch die Vorsitzende der Seniorenvertretung Dr. Johanna Hambach erläuterte der Bezirksbürgermeister Oliver Igel noch einmal seine Position im Zusammenhang mit der von dem LaGeSo angekündigten weiteren Unterbringung von Asyl suchenden Menschen im Allende-Viertel II. Er tat dies mit der notwendigen Sachlichkeit, es war jedoch deutlich zu spüren, dass er über die Vorgehensweise der verantwortlichen Landespolitiker sehr verärgert war. Er forderte jedoch auf, den Blick nach vorn zu richten und die begonnenen guten Ansätze einer „Willkommenskultur“ weiter zu entwickeln und sich nicht von rechten „Rattenfängern“ missbrauchen zu lassen. Die Bezirksstadträtin Ines Feierabend schloss sich diesen Ausführungen an und ergänzte.

Nach diesen doch sehr wichtigen Informationen und Stellungnahmen wurden Fragen gestellt. Zum Beispiel zur Verkehrssicherheit, zur Straßenreinigung, Fragen an das Ordnungsamt, die Bitte sich um mehr Sitzmöglichkeiten am Bahnhof Baumschulenweg einzusetzen, es gab Hinweise auf Gefahrenstellen für Radfahrerinnen und Radfahrer, der Mangel an Fachärztinnen und Fachärzten wurde beklagt, die eingeschränkten Einkaufsmöglichkeiten für Seniorinnen und Senioren in manchen Stadtteilen waren ebenfalls ein Thema. Zum aktuellen Sachstand der TVO wurden Fragen gestellt. Die Situation zu den Glas-Sammelbehälter wurde erörtert. Ein Teilnehmer des Seniorenforums gab die Anregung, mit der Firma Wall zu sprechen, um eine Toiletteninstallation am Bahnhof Treptow zu bewirken. Über Bildungsangebote für Flüchtlinge wurde gesprochen, das „wilde Abbrennen“ von Feuerwerkskörpern war ebenfalls ein Thema. Der Hinweis, dass der Bedarf an mobiler Hilfe stetig wächst und diesem entsprochen werden muss, wurde ebenfalls erörtert.

Die Vorsitzende der Seniorenvertretung mahnte noch einmal die Fertigstellung des Demografiekonzeptes des Bezirks an. Der Bezirksstadtrat Michael Vogel versprach eine baldige Fertigstellung der noch fehlenden Zuarbeit, wies jedoch auf die schwierige Personalsituation hin, die zu einer Verzögerung führte.

Mit einem Dank an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seniorenforums 2014 beendete Frau Dr. Hambach diese Veranstaltung, zu der der Bezirksbürgermeister Oliver Igel und die Vorsitzende der Seniorenvertretung eingeladen hatten.

Martin Schmidt-Bugiel

Senioren debattieren im Parlament

Am 8. Oktober war es wieder soweit. Der Parlamentspräsident Ralf Wieland hatte über die Landesseniorenvertretung die Seniorinnen und Senioren eingeladen, mit der Senatorin und den Senatoren sowie den Senatsvertreterinnen und Senatsvertretern über ihre Fragen und Anregungen zu diskutieren. Es war eine hochrangige Besetzung im Abgeordnetenhaus, die den interessierten Seniorinnen und Senioren Antworten zu geben versuchte.

Nach einer Begrüßung durch die stellvertretende Parlamentspräsidentin, Frau Anja Schillhaneck, eröffnete die Vorsitzende der Landesseniorenvertretung, Frau Dr. Hambach, die Veranstaltung. Sie erläuterte die vielfältigen Aktivitäten der Bezirks- und Landesgremien und leitete dann über zu der Eröffnungsfrage „Mit welchen Projekten und Maßnahmen die Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik in der jeweiligen Senatsverwaltung mit Leben erfüllt werden können“. Hier hatte dann jede Senatorin und jeder Senator sowie die Staatssekretäre Gelegenheit, diese Projekte und Aktivitäten zu erläutern. Es ging um Projekte der Erwachsenenbildung, Senioren-Uni, Musikschulen, verstärkten barrierefreien Wohnungsbau, Verbesserung der Infrastruktur, Verbesserung der ärztlichen Versorgung. Senator Nussbaum erläuterte, dass seine Verwaltung, in enger Abstimmung mit den Fachressorts, alle Anstrengungen unternimmt, die den 3. Lebensabschnitt lebenswert macht. Im Anschluss an die Statements waren die Fragen der Seniorinnen und Senioren, die abwechselnd von Frau Hambach und Frau Saeger vorgetragen wurden, von der Senatsverwaltung zu beantworten. Die Fragen waren vor der Veranstaltung schriftlich einzureichen. Da hier nur sieben Fragen und entsprechende Antworten in den Zeitrahmen passten, wurde den Fragestellerinnen und Fragestellern zugesichert, dass sie alle eine schriftliche Antwort im Anschluss an die Veranstaltung erhalten.

Da ging es zum Beispiel um die Frage der ärztlichen Versorgung innerhalb der Stadt, um den Zustand von Straßen und Gehwegen, den öffentlichen Personen-Nahverkehr, Ermäßigungen beim Eintritt in die Museen und vieles mehr. Die Erwartungen der Seniorinnen und Senioren sind naturgemäß sehr hoch, und bedauerlicherweise sind die Vertreterinnen und Vertreter des Berliner Senates häufig gar nicht in der Lage, eine zufriedenstellende Antwort zu geben. Zum Beispiel in der Frage der gesundheitlichen Versorgung vor allem in Wohnort-Nähe. Hier stoßen auch die Senatsvertreterinnen und Senatsvertreter auf ihre Grenzen und es bedarf schon einer Menge Geduld, in diesem Gesundheits-System, das immer mehr auf private Vorsorge setzt, überhaupt etwas bewegen zu können. Die Kassenärztliche Vereinigung sitzt hier an einer zentralen Position und entscheidet letztlich über Zulassung und Ärztedichte in einem Bezirk. Es war zwar tröstlich zu sehen, dass selbst Senator Czaja anerkennt, dass es große Probleme gibt, vor allem einen relativ zeitnahen Termin bei einem Facharzt zu erhalten, eine kurzfristige Lösung des Problems sieht er nicht. Inzwischen spielen Marktwirtschaftliche Erwägungen eine entscheidende Rolle, und Kassenpatientinnen und Kassenpatienten tragen immer mehr die Last einer verfehlten Gesundheitspolitik. Es war aber auch deutlich bei dieser Veranstaltung zu merken, dass viele Probleme, die die Seniorinnen und Senioren als Problem sehen, bei den verantwortlichen Politikerinnen und Politikern gar nicht als Problem gesehen wird.

Hier ein Beispiel: Senator Caja konnte es sich nicht nehmen lassen darauf hinzuweisen, dass die Bevölkerung mehrheitlich ein offenes Tempelhofer Feld haben will, demzufolge war er der Ansicht, dürfe man sich auch nicht über zu wenig Wohnungen beschweren. Hier hat er wohl außer Acht gelassen, dass auch Wohnungen, die dort gebaut würden, sich kaum ein normal verdienender Rentner leisten kann. Auch die Bemühungen von Bausenator Müller, preiswerten Wohnraum zu schaffen, können nicht als ernsthaft angesehen werden. Hier hat der Senat eher die Zielgruppe im Auge, die einen gut verdienenden Job hat, willens und auch in der Lage ist, höhere Mieten zu bezahlen, um eine attraktive Wohnung beziehen zu können. Bei den älteren Menschen sind die Regierenden nach meiner Einschätzung eher der Auffassung, nach Regularien zu suchen, um einen Wohnungstausch zu ermöglichen. Dies bedeutet letztlich auch für die Betroffenen, ihre gewohnte Wohnung/Kiez aufgeben zu müssen und in weniger attraktive Wohnungen und Wohngegenden „umgezogen zu werden“ – ist das wirklich ein Stück Selbstverwirklichung im Alter? Bei der Frage nach ermäßigten Einzelfahrscheinen hat Senator Müller betont, dass es gewollt sei, dass Vergünstigungen nur im Abo-Bereich zu haben sind. Er hatte scheinbar in diesem Moment nicht präsent, dass es durchaus auch vergünstigte Einzelfahrscheine gibt, allerdings die im Vierer-Pack. Die im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien hatten ebenfalls Gelegenheit darzustellen, wo sie Ansatzpunkte sehen, die Seniorenvertreter in ihren Bemühungen zu unterstützen und wo sie Handlungsbedarf sehen. Im Anschluss an die fast zweistündige Veranstaltung gab es noch einen kleinen Empfang, bei dem noch miteinander diskutiert werden konnte und so mancher Senior oder manche Seniorin hatte Gelegenheit, sich auszutauschen.

Es war eine interessante Veranstaltung, die sehr gut besucht war – vorwiegend natürlich von den gewählten Seniorenvertretern, die „normalen“ Seniorinnen und Senioren dürften in der Minderzahl gewesen sein. Bedauert wurde von vielen Seniorinnen und Senioren, dass die Senatorin und die Senatoren sehr frühzeitig die Veranstaltung verlassen haben.

Martin Schmidt-Bugiel, Ihr Seniorenvertreter

Wie können wir am besten wohnen und leben, wenn wir älter werden?

Diese Frage beginnt jeden irgendwann zu bewegen.

Das Netzwerk Leben im Kiez unterstützt zur Zeit ein wissenschaftliches Projekt, das nach Erforschen der realen Vorstellungen, Bedürfnisse und Möglichkeiten von Menschen ein technisches System entwickeln will, mit dem schnell Hilfe und Kontakt in der Nachbarschaft gefunden werden kann. Es werden dafür Fragebögen verteilt, und es ist zu hoffen, dass viele bereit sind, diese auszufüllen.

Ich denke, die Idee wird vor allem in der etwas reiferen Altersgruppe gut ankommen.
Die meisten, die ich kenne, wünschen sich, dort bleiben zu können, wo sie jetzt sind – aber manche sind doch etwas besorgt, wie sie verschiedene Dinge werden regeln können, wenn sie vielleicht nicht mehr so mobil sind, manches nicht mehr selbst erledigen können, helfende Familienmitglieder nicht so leicht greifbar sind und frühere Freunde und Nachbarn nicht mehr vorhanden sind.

Seit längerem gibt es in allen Städten verschiedene Ideen und Vorhaben, das Wohnen im Alter günstig zu gestalten, auch Einsamkeit zu vermeiden. Es gibt jedoch dabei einiges zu bedenken.

Nachdem ich zum Beispiel zunächst fasziniert war von einem Wohnprojekt in Norddeutschland, über das vor längerer Zeit viel in Presse und Fernsehen berichtet wurde, hat mich ein etwas neuerer Bericht darüber ziemlich überrascht und nachdenklich gemacht.

Interessierte können hier selbst nachlesen, welche Gesichtspunkte bei eigenen
Überlegungen eine Rolle spielen könnten:

http://aktuell.evangelisch.de/artikel/87538/flucht-die-ruhe

http://aktuell.evangelisch.de/artikel/675/mehrgenerationen-wohnen-nichts-fuer-blauaeugige

Karin Müller
Mitglied der Seniorenvertretung Treptow/Köpenick

Tag der offenen Tür KIEZKLUB Treptow-Kolleg und Kiez-Fest

Zum Tag der offenen Tür und zu einem Kiez-Fest hat für den 28. Juni 2014 der KIEZKLUB Treptow-Kolleg eingeladen. Einen bunten Strauss von Künstlerinnen und Künstlern sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat die Leiterin des KIEZKLUBS, Frau Emine Sayili, zusammengestellt. Sie alle waren mit großem Engagement und sichtbarer Freude dabei. Herr Meißner, der Leiter des Sozialamtes, eröffnerte das Fest und stellte im Zwiegespräch mit Frau Sayili das Angebot und die wichtige Funktion des KIEZKLUBS heraus, der eine generationsübergreifende Aufgabe im Bezirk Treptow-Köpenick hat. Der KIEZKLUB ist an seinem Standort, im Treptow-Kolleg, etabliert und lockt mit vielen Veranstaltungen Jung und Alt und bietet eine tolle Möglichkeit gemeinsam Aktiv zu sein.

Der Unterzeichner, Martin Schmidt-Bugiel, Mitglied der Seniorenvertretung, führte anschließend durch das abwechslungsreiche Programm, das mit der Zipperleiner Tanz- und Theatergruppe aus Bohnsdorf/Altglienicke, unter der Leitung von Knuth Waskulath, eröffnet wurde. Die teilnehmenden Seniorinnen zeigten wie wichtig es ist, durch Tanzen immer in Bewegung zu bleiben und etwas für die Koordinationsfähigkeit zu tun. Die Tanzmäuse aus Rahnsdorf, die danach ihren Auftritt hatten, im Alter von 4 Jahren bis zum Grundschulalter, berührten die Gäste durch ihre Darbietung ganz besonders. Sie waren ein sichtbares Zeichen für die generationsübergreifenden Aktivitäten der KIEZKLUBs.

Zahlreiche Stände auf dem Hof der Schule boten eine Vielzahl von kunstgewerblichen Erzeugnissen an, die liebevoll von Ehrenamtlichen gefertigt wurden. Auch für das leibliche Wohl wurde ausreichend gesorgt. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer hatten alle Hände voll zu tun. Die Polizei hatte einen extra Stand, an dem Fahrräder gekennzeichnet wurden, damit bei einem Diebstahl die Chancen der Wiedererkennung größer sind.

Die vietnamesische Tanzgruppe, die aus dem Verein „Humanität und traditionelle vietnamesische Kultur und Sport e.V.“ hervorgeht, war ein weiterer Höhepunkt des Tages. Der Verein entwickelt ein großes Engagement bei der sozialen Betreuung in allen Lebenslagen der vietnamesischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und kann nicht hoch genug geschätzt werden. Vielleicht sind diese Aktivitäten auch eine Möglichkeit, noch mehr aufeinander zuzugehen und die Hemmschwellen zwischen Vietnamesen und Deutschen abzubauen. Dies ist sicher ein langer Weg.

Donato Plögert, ein Musik-Profi, nahm auf Anhieb die Gäste des Kiezfestes mit durch seine Balladen und typisch berlinischen Lieder. Ein gelungener Auftritt. Die Sportschule Lothar Nest begeisterte mehrfach die Besucherinnen und Besucher durch Vorführungen der Sportgruppen mit Teakwondo und Kick-Boxen. Dabei zeigten Herr Sayili und sein Sohn Selbstverteidigungsübungen, die sogar dem Altmeister Lothar Nest Respekt abverlangten.

Der Moderator des Tages, Martin Schmidt-Bugiel, versuchte die Aktiven wie auch die Besucherinnen und Besucher durch kurzweilige Gespräche mit in das Geschehen einzubinden. So stellte er auch die Sponsoren, z. B. die Fleischerei Kluge, die Baumschule Späth, das DOMICIL-Seniorenpflegeheim, die Bäckerei Matthes, den Bürgerverein Baumschulenweg, mit seinem neuen Vorsitzenden Andy Jauch, und den Verein Treptopolis, mit seinem Vorsitzenden Herrn Fiederling, vor.

Die schnelle Abfolge im Auftritt der Teilnehmerinnen und Teilnehmer lies kaum Raum, noch mehr Aktive persönlich vorzustellen. Der Beirat des KIEZKUBs stellte sich den Besucherinnen und Besucher als Ansprechpartner für Wünsche und Sorgen vor. Der Tanzkreis Baumschulenweg des KIEZKLUBs Treptow-Kolleg zeigte, wie die Seniorinnen gemeinsam Spaß am Tanzen haben und Frau Sonja Pawlisch sorgte für eine gelungene Choreografie. Mit der Bauchtanzgruppe „Divine“ und den Mädchen „Fairies“ hatten Frau Souraia und Frau Jutta Nest nicht nur die männlichen Gäste in ihren Bann gezogen. Bernd Kersten hat mit den „Treptower Tastenteufeln“, einem Akkordeon-Orchester, ein sehr professionelles Orchester aufgebaut, mit dem er sogar internationale Auftritte hat. Nach einem sehr abwechslungsreichen musikalischen Querschnitt, indem der Dirigent Bernd Kersten sogar das Publikum zum Mitmachen ermunterte, war es also kein Zufall, dass die Besucherinnen und Besucher nach Zugaben riefen, die das Orchester dann auch gerne gab. Den Abschluss des Tages bildeten zwei begabte Musiker „Summer Child“ Robert & Thomas, die mit Gitarre und Gesang die verbliebenen Besucherinnen und Besucher des Tages der offenen Tür und des Kiezfestes nach Hause entließen.
Ein gelungener Tag ging sehr schnell vorbei.

Martin Schmidt-Bugiel

Tag der offenen Tür KIEZKLUB Treptow-Kolleg

PDF-Dokument (7.7 MB)

Gemeinsame Sitzung von fünf Bewohnerbeiräten im Stephanus-Seniorenzentrum Müggelspree

Am 05. Mai 2014 trafen sich zum ersten Mal fünf Bewohnerbeiräte zu einer gemeinsamen Sitzung im neu eröffneten Heim Müggelspree. Es waren das die Beiräte von Seniorenheim Müggelschlösschenweg der Berliner Stadtmission, vom Seniorenzentrum Bethel, von der Stephanus-Stiftung die Bewohnerbeiräte der Heime Müggelspree, Grünheide und Zur Brücke.

Nach einer Vorstellungsrunde war die Diskussion und der Austausch über die Beiräte interessierende Themen wie:

  • Jahresberichte des Bewohnerbeirates
  • Sitzungen der Bewohnerbeiräte
  • Umgang mit Unzufriedenheiten
  • Bewohnerbeiratswahl
  • Verpflegung
  • Unterstützung zur EU-Wahl

Es waren lebhafte Diskussionen, die allen Anwesenden Anregungen für ihre weitere Arbeit gaben. Es wurde verabredet, dass im Seniorenzentrum Bethel angefragt wird, ob die nächste gemeinsame
Tagung dort statt finden kann. Auf einen Termin will man sich dann festlegen.

Im Anschluss an diese Sitzung konnten sich die Gäste aus den anderen Heimen den Neubau ansehen und sich über das neue Konzept informieren. Auch hier hat sich gezeigt, dass der alte Satz „Reden Sie mit uns!“ noch heute gültig ist und alle Gesprächsbereiten bereichert.

Helga Walter
Seniorenvertretung und beratend für den
Bewohnerbeirat Haus Müggelspree

Den Beiräten der KIEZKLUBs: Danke!

Am 12. Februar 2014 trafen sich turnusmäßig im KIEZKLUB Plönzeile 7 Beiratsmitglieder und Leiterinnen der KIEZKLUBs aus Treptow-Köpenick.

Ich hatte Gelegenheit, dort anwesend zu sein und würde gern meinen Eindruck weitergeben, mit welchem starken Engagement die Beiratsmitglieder sich für ihre jeweiligen Klubs einsetzen.

Als Schwerpunkt der Beratung war gesetzt, wie Beiräte sich untereinander immer besser vernetzen, bei Themenangebot und Durchführung gegenseitig stärker profitieren könnten. Einigen ist es schon gelungen, Fördervereine zu organisieren, Kontakte zu Unternehmen aufzubauen u.a.

Ganz besonders beeindruckt hat mich u.a. ein Beitrag der Beirätin aus dem KIEZKLUB Alte Schule, die das Bemühen darstellte, einsame Seniorinnen und Senioren vor allem am Sonntag und ganz besonders Weihnachten (!) nicht allein zu lassen. Ich finde, dass viele Betroffene davon erfahren sollten, wie viele Gedanken sich Ehrenamtliche um sie machen und viel Zeit und Kraft gern für sie einsetzen.

Die Beiräte verabredeten sich für das Frühjahr erneut, denn es gibt noch viel zu überlegen, auszuprobieren und zu vervollkommnen. Einig waren sich alle, dass sie es schaffen wollen, mehr jüngere Menschen und vor allem auch Kinder zu erreichen.

Ich denke, es wäre nicht schlecht, wenn aus deren Reihen selbst auch Wünsche und Anregungen kämen. Schade wäre wirklich, den Tatendrang der vielen agilen „reiferen Menschen“ nicht zu nutzen!

Karin Müller
Mitglied der Seniorenvertretung Treptow/Köpenick

Verkehrsstrategie in der Bölschestraße, Berlin-Friedrichshagen

Eine Stadt und ein Bezirk sind nur so gut, wie sie Teilhabemöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger an der Infrastruktur durchsetzt. Dabei muss die Förderung des Fußverkehrs ein Beitrag zur Integration von Kindern und älteren Menschen sowie Personen mit Mobilitätseinschränkungen, ein Leitfaden für die Verantwortlichen unserer Stadt sein.

Worum geht es uns?

Um die Durchsetzung einer ganz simplen Maßnahme, die der Senat und die Bezirksämter beschlossen, aber nicht bzw. nur zum Teil umgesetzt haben.
Sie lautet schlicht: „Die Fahrbahnen des Autoverkehrs müssen in kurzen Abständen sicher und möglichst ohne Wartezeit überquerbar sein. Das gilt besonders für belebte Geschäftsstraßen.“ Das ist in der Bölschestraße in Friedrichshagen, einem Zentrum des Bezirks Treptow-Köpenick nicht möglich.

Zur Situation:

Das betrifft eine Strecke von ca. 600 m zwischen dem Seniorenheim/EKZ bis zum S-Bahnhof Friedrichshagen. Eine Querung ist bereits in den Morgenstunden leider unumgänglich, denn im westlichen Teil sind drei Kitas und die Mütter aus den östlichen Wohngebieten drängeln sich mit den Kindern abenteuerlich durch den Verkehr. Ebenso führt der Schulweg zu zwei Schulen 2 x täglich über die stark befahrene Bölschestraße. Für Mütter mit Kinderwagen ebenso für Behinderte ist ein Wechseln auf die andere Straßenseite, nicht möglich.

Wir appellieren mit unserem Schreiben an den Senat, an das Bezirksamt Treptow-Köpenick, an die Polizei und die Straßenverkehrsbehörden, diesen Zustand nicht länger zu dulden. Bitte lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Notwendigkeit einer gefahrlosen Querung nicht in der Verwaltung verschwindet. Unterstützen Sie uns bei der Unfallprävention in der Bölschestraße.

Sicherlich ist den Verantwortlichen das hohe Verkehrsaufkommen in der Bölschestraße bekannt, hervorgerufen durch eine überörtliche Nutzung der Nachbarorte Rahnsdorf und Schöneiche sowie durch viele Touristen. Parallel zu zwei Straßenbahnlinien gibt es – einer Einkaufsstraße zugehörig – einen umfangreichen Lieferverkehr.

Unser Ziel ist ein Zebrastreifen – offiziell also ein Fußgängerüberweg – im Bereich des ehemaligen Polizeireviers oder an der Lindenallee, das wäre eine wirtschaftliche Alternative zu einer Fußgängerampel. Aber auch eine Fußgängerampel würde den Durchgangsverkehr auf der Bölschestraße nicht wesentlich beeinflussen, eine Ampelschaltung könnte zudem mit der Straßenbahn –Vorrangschaltung am Bahnhof Friedrichshagen abgestimmt werden.

Wir bitten um eine Einstellung unserer Forderung im Interesse aller Friedrichshagener Bürger, insbesondere der Senioren, der Behinderten und der Mütter in den Haushaltsplan 2014/2015.

Klaus-Peter Strehmel,
Seniorenvertretung Treptow-Köpenick
Hans-Schmidt-Straße 18, 12489 Berlin

Wolfgang Plantholt
VCD Nordost, Vertreter für Seniorenmobilität
Yorckstraße 48, 10965 Berlin

Sicher und mobil im Alter

Viele waren dabei, als es am 24. Oktober 2013 beim Verkehrsclub Deutschland (VCD) um das Thema Seniorenmobilität in Berlin ging. Anwesend waren der VCD, die Verkehrspolizei, die Landesverkehrswacht Berlin sowie viele Interessierte. Natürlich auch die Seniorenvertretung Treptow-Köpenick.

3,375 Mio Einwohnerinnen und Einwohner gibt es in Berlin, darunter 19 % Seniorinnen und Senioren über 65 Jahre. Der Anteil der Seniorinnen und Senioren an Verkehrsunfällen als Fahrerin und Fahrer, Beifahrerin und Beifahrer oder sonstige Betroffene und sonstiger Betroffener, so die Information, beträgt 10,6 %.
Das ist ein gutes Ergebnis und widerspricht eindeutig, einer in Teilen der Bevölkerung noch vorhandenen Meinung, dass ältere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer nicht mehr verkehrstauglich seien. Seit geraumer Zeit führt die Verkehrswacht Berlin eben zu diesem Thema Tests durch.

Hier die Ergebnisse der Untersuchungen:

  • Sehtest: Senioren können gut sehen, sie besitzen überwiegend sehr gut auf den Träger eingestellte Brillen.
  • Hörtest: Senioren können gut hören, sie besitzen, soweit erforderlich, hochwertige Hörgeräte.
  • Reaktionstest: Reaktionszeit liegt bei 0,3 s bis 0,5 s. Das heißt, das Fahrzeug fährt bei einem plötzlichen Hindernis noch 0,3 – 0,5s ungebremst. Dieser Wert liegt im Durchschnitt aller Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer.
  • Rauschparcours: Schon im leichten Rausch (im Test durch so genannte Rauschpillen hervorgerufen) sind bei den Seniorinnen und Senioren Koordinations– und Gleichgewichtsstörungen erkennbar.

Die Landesverkehrswacht bietet Reflexionsfahrten mit eigenem PKW an. Hier absolviert der „Prüfling“ in Gegenwart einer Fahrlehrerin oder eines Fahrlehrers eine Fahrstrecke, und es wird anschließend gemeinsam ausgewertet. Das dient nur der eigenen Sicherheit, weitere Abhängigkeiten entstehen nicht. Auf gut deutsch, keiner muss im Zweifelsfall seine Pappe abgeben. Das geschieht ohnehin nur freiwillig.

Viel wichtiger sind bauliche Maßnahmen für zusätzliche Zebrastreifen, Querungshilfen, Verlängerung der grünen Ampelphasen sowie Gehwegabsenkungen für Fußgängerinnen und Fußgänger mit Rollatoren. Dafür setzen wir uns mit aller Kraft ein.

Eine interessante Aussage sei noch vermittelt: Sofern ab 75 Jahre alle Führerscheine abgegeben werden sollten, würden Tausende Seniorinnen und Senioren in der Bundesrepublik verhungern. Das ist zwar nur scherzhaft dargestellt, aber es betrifft eben Tausende Seniorinnen und Senioren in ländlichen Gebieten, die ohne ihr Fahrzeug nicht zum nächsten Supermarkt kämen.

Nun wünschen wir allen Seniorinnen und Senioren ein gutes Vorankommen, sei es mit dem Auto, dem Fahrrad oder per pedes.
Und immer an den Rauschparcours denken!

Der Kontakt zur Verkehrswacht Berlin (Reflexionsfahrt) kann bei Bedarf hergestellt werden.

Peter Strehmel

Polnische Senioren aus Zerkóv besuchen Treptow-Köpenick Oktober 2013

Am 17. Oktober 2013 erhielt die Seniorenvertretung Treptow-Köpenick einen Gegenbesuch aus der polnischen Gemeinde Zerków, nachdem im Oktober 2012 die Seniorenvertreter Frau Dr. Beier und Herr Nikolaus Basedow einen ersten Kontakt mit den polnischen Senioren aufgenommen hatten. Die polnischen Gäste waren sehr interessiert herauszufinden, ob eine partnerschaftliche Beziehung zu Treptow-Köpenick möglich ist.

Im Rathaus Köpenick wurden die polnischen Gäste, in Begleitung der Mitglieder der Seniorenvertretung, von unserem Bürgermeister Herrn Oliver Igel, herzlich willkommen geheißen. Nach einem kurzen Austausch von gegenseitig interessierenden Fragen lernten die polnischen Gäste, unter der Leitung ihres Bürgermeisters Herrn Jedraszczyk, die Sozialstiftung Köpenick mit ihren Pflegeeinrichtungen kennen und trafen sich anschließend zu einem Erfahrungsaustausch über „Kommunale Seniorenpolitik und bürgerschaftliches Engagement“.

Der nächste Tag begann im Wissenschafts- und Medienstandort Adlershof. Herr Schmidt-Bugiel führte die Gäste und Begleiter aus der Seniorenvertretung zum Erwin Schrödinger-Zentrum. Das Erwin Schrödinger-Zentrum ist eine einzigartige Kombination aus naturwissenschaftlicher Bibliothek, Computer- und Medienzentrum sowie der dazugehörigen Einrichtungen und hinterließ bei den Besuchern einen nachhaltigen Eindruck, zumal die stellv. Leiterin kompetent das Zentrum mit seinen Arbeitsmöglichkeiten für Studierende und Lehrende vorstellte. Anschließend ging es zum Helmholtz Zentrum, mit dem Elektronenspeicherring. Dort erhielten die polnischen Gäste einen kleinen Einblick in das vielfältige Aufgabenspektrum anhand des im Vorraum befindlichen Modells und der dort beschriebenen Funktionsweise und konnten von außen durch ein Fenster einen Arbeitsplatz besichtigen. Herr Schmidt-Bugiel vermittelte einige interessante Fakten zur Geschichte und gegenwärtigen Situation des Wissenschafts- und Medienzentrums. Bei dem anschließenden Spaziergang durch Adlershof lernten die polnischen Gäste auch das „Alte Adlershof“ kennen und wurden zu einem Mittagessen in die „Alte Schule“ eingeladen. Frau Pankiewicz, die Leiterin des Kiezklubs Vital, die sich freundlicherweise als Dolmetscherin zur Verfügung gestellt hatte, war sehr beansprucht, um die vielen Wünsche bei der Übersetzung von Gesprächen zu erfüllen. Aber es funktionierte hervorragend, nicht zuletzt, da sich die polnischen Gäste mit Herrn Ekert einen sehr impulsiven Teilnehmer mitgebracht hatten, der sehr gut mit übersetzen konnte. Die „Alte Schule“ durften die Gäste jedoch nicht verlassen ohne die Galerie zu besichtigen. Frau Nora Pijorr nutzte die Gelegenheit, ihre neueste Ausstellung mit Stolz zu präsentieren, was sicherlich auch einen großen Eindruck auf uns alle machte.
Die Gäste wurden zu den nächsten Programmpunkten begleitet, über die wir noch gesondert berichten. Der Tag fand seinen angenehmen Ausklang im KIEZKLUB Vital. Dort hatte Frau Pankiewicz unter Mitwirkung der Seniorenvertretung ein kleines Büffett sehr liebevoll gestalten lassen. Die Atmosphäre des KIEZKLUB Vital trug dazu bei, dass sich alle sehr wohl fühlten und den Tag gemütlich ausklingen lassen konnten.

Am nächsten Tag wurden die polnischen Gäste, nach einem Rundgang durch die Altstadt mit Schloß und Hauptmannsgarde, verabschiedet.

Martin Schmidt-Bugiel

Erster Weltalten-Index veröffentlicht Oktober 2013

In jeder Sekunde vollenden zwei Menschen weltweit ihr 60. Lebensjahr. 2050 wird es erstmals in der Geschichte mehr Menschen über 60 Jahre als Kinder unter 15 Jahren geben. 2050 wird in 60 Ländern der Anteil älterer Menschen bei mehr als 30% liegen.

Die Gruppe der älteren Menschen wächst weltweit schneller als die jeder anderen Altersgruppe. Wie sich die Regierungen darauf einstellen und wie sich die Lage älterer Menschen entwickelt, zeigt der erste Weltalten-Index, der heute zum Weltaltentag von der internationalen Entwicklungsorganisation HelpAge veröffentlicht wird. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) unterstützt die Bestrebungen für eine verbesserte Datensammlung zur Situation älterer Menschen.

Helga Walter

Näheres erfahren Sie hier … laden »

Pflege – Kinder haften für ihre Eltern Oktober 2013

Kleine Plakate mit solchem Text hängen in meiner Sparkasse über den Geldautomaten. Mir ist nicht ganz klar, wozu genau das Geldinstitut die Kunden anregen möchte.
Tatsache ist, dass die Finanzierung der Inanspruchnahme von Pflege im Heim oder zu Hause ein schwieriges Thema ist. Auf jeden Fall geht es für denjenigen, der Pflege braucht, um mehrere hundert bis weit über tausend Euro monatlich, die er selbst als Eigenanteil an den Pflege- bzw. Heimkosten zahlen muss. Zumindest solange, bis seine Ersparnisse aufgebraucht sind. Hier (etwas vereinfacht gesagt), springt dann das Sozialamt ein, wenn (siehe oben) auch die Kinder nicht so viel Geld haben, dass sie die Kosten übernehmen können.

Sehr oft tritt die Pflegesituation plötzlich ein, nach einem Krankenhausaufenthalt können Vater oder Mutter nicht weiter in ihrer Wohnung leben, und schnell muss ein geeigneter freier Heimplatz gefunden werden. In aller Regel kann der Betroffene das selbst nicht für sich regeln, die Kinder müssen schnell alle Möglichkeiten prüfen und entscheiden.

Nach meiner Erfahrung ist wohl ein Hauptkriterium der Suche zunächst die Nähe des Heimes zum Wohnort derjenigen, die sich um den Angehörigen dort kümmern werden. Dann geht es um die Einrichtung des Heimes, die pflegerischen und inhaltlichen Angebote, vor allem um meinen persönlichen Eindruck, den ich als Angehöriger von der Atmosphäre des Hauses habe.
Falls ich in der Situation bin, dass von der Lage und den anderen Kriterien her mehrere Heime in Frage kommen, möchte ich die genaue Höhe der Eigenkosten zur Entscheidung heranziehen. Jetzt stelle ich fest, dass dieser Punkt schwieriger wird als ich meinte.

Ich finde das ärgerlich!

Es stimmt, wenn ich jedes Heim persönlich aufsuche, im Büro nach der Preisliste frage, bekomme ich diese. Bei den Entfernungen, um die es hier geht und bei den modernen Informationsmöglichkeiten finde ich das jedoch nicht akzeptabel.

Die wohl umfangreichste Suchmöglichkeit nach Heimen findet sich m. E. auf dem Internet-Portal der AOK. Fast immer mit Preisangaben (leider manche nicht ganz aktuell), jedoch mit dem Hinweis, dass die (zum Teil ziemlich hohen) Investitionsanteile nicht eingerechnet sind. Also möchte ich auf den Seiten der Heime selbst Näheres erfahren… Schade, manche Heime verzichten auf Angabe der Kosten. Vorschriften gibt es dafür nicht, doch welche Gründe haben die Heime, die Preise nicht zu nennen?

Mir scheint es sinnvoll, einen Weg zu finden, dass wir als eventuelle künftige Heim-„Kunden“ leichter durchsehen, was uns erwartet.

Karin Müller

Demenzwandertag Treptow-Köpenick September 2013

Am 25. September 2013 fand der alljährliche Demenz-Wandertag statt. Auch ich hatte mich an diesem Tag im Vitanas Senioren Centrum Bellevue zur Begleitung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Um 14.00 Uhr ging es mit den Autos zur Baumschule. Um 15.00 Uhr begann dann der Spaziergang durch die Baumschule. Auch ich hatte eine Bewohnerin am Arm und wir haben uns an bunt belaubten Bäumen, Sträuchern und Pflanzen erfreut. Es war schön zu erleben, wie sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihren Angehörigen, Pflegekräften oder mit den Ehrenamtlichen beim Rundgang gefreut haben.

Die Teilnehmerzahl bestätigte den Erfolg dieser Veranstaltung. Unterwegs gab es Pauseneinlagen mit Musik und anderen Darbietungen. Den Abschluss bildete ein Imbiss unter bunten Bäumen, eine Tasse Kaffee oder Tee und selbstgebackener Kuchen, der mit großem Appetit verspeist wurde.

Eva Eisentraut

20 Jahre KIEZKLUB Treptow-Kolleg September 2013

Nun war es soweit, unser Hoffest konnte am 14. September 2013 starten. Viele Monate der Vorbereitung waren vorbei, es blieb nur eine Unbekannte offen: das Wetter. Nun, wir sind ja fast alle Engel und so hatte Petrus ein Einsehen und bescherte uns nach vielen Tagen Regen und Kühle einen strahlend schönen warmen Herbsttag. Wir waren froh und zufrieden.

Am Vormittag wurden die Bühne und diverse Stände aufgebaut. Darunter eine Hüpfburg für die Kinder, für das leibliche Wohl sorgten die Fleischerei Kluge sowie zahlreiche Kuchenspenden. Auch unser Freund und Helfer die Polizei war mit einem Stand vertreten.
Vor Beginn des öffentlichen Teils des Hoffestes wurden um 11.45 Uhr durch das Bezirksamt die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kiezklubs geehrt. Frau Feierabend, Frau Krause und Herr Meißner bedankten sich für die geleistete Arbeit und überreichten allen eine herrliche Sonnenblume. Frau Otto, die Leiterin des Chores “Die fröhlichen Herbstlerchen”, hat in ihrem Gedächtnisarchiv gekramt und uns einen sehr interessanten Abriss der Entstehung des Kiezklubs vorgetragen. Um 13.00 Uhr eröffnete die Bezirksstadträtin für Arbeit, Soziales und Gesundheit, Frau Ines Feierabend, den öffentlichen Teil des Hoffestes. Die Moderation der Darbietungen hatte Herr Lutz Hoff übernommen. Durch seine TV-Erfahrung führte er uns gekonnt durch den ganzen Nachmittag.

Den Anfang machte der Chor “Die fröhlichen Herbstlerchen” unter der Leitung von Frau Brigitte Otto. Es war eine Freude zu hören, über welche Brandbreite von Liedern der Chor verfügt, vom Volkslied über Operettenmelodien bis zum Schlager war alles dabei. Der große Beifall sagte allen, dass es den Zuhörerinnen und Zuhörern gefallen hat. Im Verlauf des Nachmittags traten die entzückenden Tanzmäuse aus Rahnsdorf auf, es folgten Darbietungen der Sportschule Nest u. a.Teak-Wando und Bauchtanz sowie Darbietungen des Kampf-Kunststudios CORE. Live Musik steuerte die Gruppe Summers Child bei.

Besonders angetan waren wir von der Akkordeonspielerin Galyna Classe. Es war ein Ohrenschmaus, dieser Meisterin auf ihrem Instrument zuzuhören. Die vielen Stände boten noch sehenswerte Dinge an, Bastelarbeiten, mittelalterliche Holzschwerter, Tonfiguren, Kinderschminken, Trödelwaren, Clownvorführungen. Sehr großen Zuspruch fand auch der Stand der Polizei. Dort konnte man sich sein Fahrrad mit einer Nummer versehen lassen, damit bei einem eventuellen Diebstahl das Wiederfinden erleichtert wird.
Die Hüpfburg fand bei den Kindern regen Zuspruch. Viele Menschen haben an diesem Nachmittag den Weg zu uns gefunden und sich an den vielfältigen Darbietungen erfreut.

Ich glaube, es war ein sehr gelungenes Kiezfest. Es hat einfach Spaß gemacht, dabei zu sein. Mein Dank gilt allen, die zu dem Gelingen des Festes beigetragen haben.

Karla Stuck
Beiratsmitglied KIEZKLUB Treptow-Kolleg

Die 39. Berliner Seniorenwoche … August 2013

fand mit ihrer Eröffungsveranstaltung, am 24. August 2013, auf dem Breitscheidplatz, eine große Resonanz bei Ausstellern sowie Besucherinnen und Besuchern. Auf dieser Eröffungsveranstaltung präsentierten sich Seniorenverbände, Seniorenvereine, Seniorenorganisationen, Freiwilligen- und Selbsthilfegruppen, Sozialverbände, Landesseniorenbeirat, Landesseniorenvertretung, Seniorenvertretungen der Berliner Bezirke sowie die Sozialämter. Auch zahlreiche Pflegeeinrichtungen und Seniorenresidenzen ermöglichten einen Einblick in das vielfältige Angebot. Die 39. Berliner Seniorenwoche steht unter dem Motto „Bezahlbares Wohnen“ und bietet bis zum 29. September 2013 noch reichlich Gelegenheit, sich bei über 450 Veranstaltungen in allen Berliner Bezirken zu informieren. Das Programmheft liegt bei allen Bürgerämtern zum Mitnehmen bereit und steht im Internet unter sewo.senioren-berlin.de zum Herunterladen und Blättern zur Verfügung.

Die offizielle Abschlussveranstaltung ist sehr zu empfehlen, da sie den Seniorinnen und Senioren die Möglichkeit gibt, mit den Politikern aus den Fraktionen des Abgeordnetenhauses über „Bezahlbares Wohnen“ zu diskutieren und somit auch vor den Wahlen einen großen Informationswert hat. Die Veranstaltung findet im Sozialwerk Berlin e.V., Humboldtstr. 12, 14193 Berlin-Grunewald, am Donnerstag, dem 5. September 2013, von 14.00 – 17.00 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter der Tel.-Nr.: 86 20 89 70 oder per E-Mail: info@senioren-berlin.de wird gebeten.

Martin Schmidt-Bugiel

Hier einige Impressionen von unserem Stand:

Abschlussaktion des Bündnis für gute Pflege auf dem Alexanderplatz Juli 2013

Über eine E-Mail wurde ich über die Aktion zum Thema „gute Pflege ist ein Menschenrecht“
informiert. Für mich ein wichtiges Thema und deshalb schickte ich sie noch an viele andere
Menschen.

Auf dem Alexanderplatz hörte ich gegen 11.45 Uhr die Samba-Trommler und wusste in welche Richtung ich gehen musste. Viele Stände von den Mitgliedern des „Bündnis für gute Pflege“ waren vor einer Bühne im Halbkreis aufgebaut. Kleine Stofffahnen mit der Aufschrift „Bündnis für gute Pflege“ wurden geschwenkt, Plakate zum Pflegethema getragen. Trotz der einladenden Rhythmen eilten die Passanten vorbei – zum Kaufhof , zur Straßenbahn, zur S-Bahn. Einige setzten sich hinter der Bühne auf den Rand des Springbrunnens, Kinder spielten am und im Wasser. Am 20. Juli war ein sehr schöner Sommertag. Das verleitete viele Menschen an das Wasser zu fahren und den Sonnenschein zu genießen. Aufmerksamkeit zogen junge Leute auf sich, die vom Hochhaus am Springbrunnen an einem Gummiseil herunter sprangen. Diese gesunden und wagemutigen Menschen waren interessant. Wären sie es auch noch, wenn sie einen Unfall erlitten, Pflege benötigten und dann die Probleme in der Pflege erleben müssten??? Vielleicht würden sie, wie einige Rollstuhlfahrer, mit in der Runde der Mahner sitzen und hoffen, dass sich Menschen für die Probleme interessieren und für Änderung einstehen.
Hätte, wäre, würden….. Fakt war, dass den Vorträgen von betroffenen pflegenden Angehörigen, Pflegepersonal, von ambulanter Pflege, Forderungen von Verbänden zu den Notständen bei zu Pflegenden in der häuslichen Umgebung und der Bezahlung des Pflegepersonals die umstehenden Verbandsmitglieder lauschten. Sie kannten das Vorgetragene! Die Passanten schauten mal kurz hin, gingen dann aber schnell weiter. Wieder erlebte ich den Verdrängungseffekt – das geht mich noch nichts an, wenn es so weit ist kümmere ich mich schon. Bundestagsabgeordnete von dem Bündnis 90/Grüne, der SPD und den Linken waren bei den Zuhörern und nahmen dann auch die Forderungen des Bündnisses entgegen. Sie waren alle der Meinung, dass sich dringend etwas ändern muss – der Wahlkampf klang auch durch. Von der CDU und der FDP war leider kein Vertreter da.
Welchen Eindruck haben Politiker, wenn bei einer solchen Veranstaltung „nur“ die Akteure aus der Pflege und Beratung Forderungen stellen und auf Änderungen drängen? Spüren sie dann die Notwendigkeit sich zu engagieren? Warum glauben die Vorbeieilenden, dass sie nicht gefordert sind? Gehört es nicht mit zur Vorsorge, sich eines Themas anzunehmen, mit dem jeder einmal in Berührung kommen kann? Wer, glauben wir, soll die Probleme für uns lösen?
Schimpfen und Missstände beklagen ist eine Sache die leicht gelingt, aber Ausdauer aufbringen, sich auch unliebsamen Themen anzunehmen und für gute Lösungen einzutreten ist eine wesentlich unbequemere. Es war für mich ein enttäuschendes Erlebnis. Wieder einmal musste ich begreifen, dass Probleme bei schönem Wetter nicht zum Widerstand verführen und dass vielleicht einmal eigene Probleme verdrängt werden. Schade, es war eine Gelegenheit Geschlossenheit zu zeigen. Den Menschen, die schon heute Pflege benötigen, nur für wenige Minuten eine Unterstützung zu sein.
Aber so sind wir Menschen……..

Was meinen Sie dazu?

Helga Walter

Die neuen Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik sind erschienen

Die Leitlinien der Seniorenpolitik sollen Richtschnur der Politik für ältere Menschen in einer älter werdenden Gesellschaft sein, sie sollen aber auch eine Einladung darstellen, sich mit ihnen kritisch auseinanderzusetzen. Diese Leitlinien müssen mit Leben erfüllt werden, damit Fehlentwicklungen rechtzeitig entgegengewirkt werden kann.

Die Gliederung in 17 Abschnitte geben eine gute Möglichkeit, sich einen Überblick zu verschaffen über den derzeitigen Stand und die Zielsetzungen eine alternde Gesellschaft zu gestalten. Sie zeigen aber auch schon jetzt auf, dass die Seniorenvertreterinnen und Seniorenvertreter sehr wohl darauf achten müssen, nicht instrumentalisiert zu werden. Die Gremien der Seniorenvertretungen müssen rechtzeitig in die Gestaltung der Seniorenpolitik einbezogen werden, so dass ausreichend Zeit bleibt, komplexe Themen inhaltlich miteinander beraten zu können und nicht nur eine Stellungnahme zu vorformulierten Textpassagen erfolgt. Gerade in Zeiten des “knappen Geldes” darf auch das Ehrenamt nicht dazu dienen, gesellschaftliche Aufgaben “kostenneutral” auf das Ehrenamt zu verlagern. Ehrenamtliche Tätigkeit sollte durchaus auch einen finanziellen Ausgleich und Unterstützung erhalten, da zunehmend bei vielen ehrenamtlich tätigen Menschen die Einkommenssituation keineswegs existenzsichernd ist.

Ich bin gespannt auf eine lebhafte Diskussion der vielen Themen, die in den Leitlinien der Seniorenpolitik zu finden sind, besonders gespannt bin ich darauf, wie wir die Gratwanderung als Gesellschaft lösen, auf der einen Seite der alternde Mensch als willkommener Konsument und Kunde auf der anderen Seite eine unübersehbares juristisches Geflecht in dem sich die Bürgerinnen und Bürger schnell verheddern, da sie die Folgen von Verträgen und Verbindlichkeiten häufig nicht mehr übersehen können.

Viel Freude beim Studieren der Leitlinien.

Martin Schmidt-Bugiel

Leitlinien Seniorenpolitik 2013

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Auf zum Jagdschloss der Brandenburger Kurfürsten Juni 2013

Die Letzlinger Heide war einst Jagdgebiet der Hohenzollern. Hier ließ sich der letzte deutsche Kaiser ein Schloss im Tudorstil errichten und Könige und Fürsten nahmen an den prächtigen Kaiserjagden teil. Heute ist die Region rund um Haldensleben das größte unbewohnte Gebiet Deutschlands. Diese Kaiserjagden waren nichts für schwache Nerven, geschossen wurde was den Jägern vor die Flinte kam und wenn das Wild nicht ausreichte so wurde es für die hohen Herren rechtzeitig gezüchtet und für die Jagden bereitgestellt.

Dies erzählte uns Herr Münch von „Heidenreisen“, der auf eine sehr unterhaltsame Art die Seniorinnen und Senioren der Kiezklubs Gerard-Philipe und Treptow-Kolleg, auf einer Tagesfahrt am 17. Juni 2013, begleitete. Ein großer Bus musste organisiert werden, da die Anmeldungen die Erwartungen weit übertraf aber das organisierte die Kiezklubleiterin Frau Sayili mit Bravour. Sie half während der Fahrt mit viel Einfühlungsvermögen die eine oder andere Barriere zu überwinden. Schon auf der Fahrt informierte Herr Münch die Teilnehmer des Tagesausfluges über die interessante Punkte der Fahrtroute und gab einen kurzweiligen Überblick über die deutsche Geschichte im Besonderen von Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die Besichtigung des kleinen aber sehr feinen Jagdschlosses war ein außergewöhnliches Erlebnis, wozu die einzelnen Exponate ihren Teil beitrugen. Ein hervorragendes Mittagessen, bei dem zwischen Fisch- und Fleischgerichten gewählt werden konnte, stärkte die Ausflügler für weitere Taten. Entlang des Mittellandkanals ging es nach Hundisburg, wo uns die barocke Parklandschaft zu einem ausgedehnten Spaziergang einlud.
Das Schloss befindet sich in der Restaurierung und man kann schon sehr gut erkennen in welcher Pracht es nach seiner Fertigstellung die Gäste anlocken wird. Der barocke Festsaal ist sicher für manches kulturelle Ereignis sehr gut geeignet. Im Schloss-Restaurant war schon die Kaffeetafel gedeckt und lud zum Verzehr einer leckeren Sahneschnitte ein. Das Schloss-Restaurant muss sehr beliebt sein, denn es war, trotz Werktag, sehr gut besucht. Unser zuverlässiger und sicherer Fahrer erwartete uns in seinem klimatisierten Bus zur Heimfahrt und Herr Münch vom Reiseveranstalter lies keine Müdigkeit aufkommen, die vertrieb er uns mit einer Reihe von amüsanten Witzen und Anekdoten und damit die Kultur nicht zu kurz kam wurde der Sangeskunst gefrönt, jedenfalls hatte die Stimmkraft bei den Teilnehmern nicht nachgelassen.

Herr Schmidt-Bugiel stellte sich den Teilnehmern der Tagesfahrt als Seniorenvertreter vor und schilderte kurz die Aufgaben der Seniorenvertretung und forderte die Seniorinnen und Senioren auf, wenn sie Probleme oder Sorgen haben, sich an ihren Seniorenvertreter zu wenden. Die Kontaktmöglichkeiten sind in jedem Kiezklub, durch Aushang und durch die Kiezklubleiter, zu erfahren.
Bemerkenswert ist, dass sich viele Teilnehmer durch den Besuch der Kiezklubs schon kannten und die Tagesfahrt dazu beitrug manche Bekanntschaft zu vertiefen oder wie dem Verfasser des Artikels geschehen eine sehr nette Reisebegleitung hatte, die die Fahrt sehr kurzweilig werden ließ.

Für die sehr schöne Tagesfahrt und gute Vorbereitung an Frau Emine Sayili nochmals herzlichen Dank.

Martin Schmidt-Bugiel

Seniorenforum Juni 2013

Zahlreiche Seniorinnen und Senioren fanden sich am 18. Juni, auf Einladung des Bezirksbürgermeisters Oliver Igel und der Vorsitzenden der Seniorenvertretung Frau Dr. Johanna Hambach, zum alljährlichen Seniorenforum in den Ratssaal ein.
Das Mitglied des Deutschen Bundestages Dr. Gregor Gysi, der Vorsteher der BVV Herr Stock und die Vertreter der Fraktionen der Bezirksverordnetenversammlung wurden durch Frau Dr. Hambach herzlich begrüßt. Nach einer kurzen Vorstellung der Teilnehmer des Podiums erläuterte Frau Dr. Hambach die Intentionen für ein solches Seniorenforum. Sie wies darauf hin, dass dieses Seniorenforum schon eine Tradition aufweist. Sie erinnerte daran, dass es beim letzten Seniorenforum, im September 2012, den Auftrag des Plenums gab, sich wegen des massiven Stellenabbaus an das Abgeordnetenhaus, seine Fraktionen und die Treptow-Köpenicker Abgeordneten zu wenden. Geantwortet haben auf diese Aktivität der Seniorenvertretung nur die LINKEN und Herr Moritz von den Grünen. Das Forum ist ein Mosaiksteinchen der bezirklichen Seniorenpolitik, es bietet die Möglichkeit die Probleme insbesondere der „Älteren Generation“ immer wieder ins Bewusstsein zu rücken, vor allem ins Bewusstsein der politisch Verantwortlichen. Da ist noch viel zu tun und wir dürfen in unserem Bemühen nicht nachlassen.
Frau Dr. Hambach stellte noch einmal die vielfältigen Arbeitsfelder dar in denen sich die Mitglieder der Seniorenvertretung ehrenamtlich engagieren. So zum Beispiel in den Kiezklubs mit Beratungs- und Betreuungsangeboten aber auch mit eigenen Veranstaltungen. Häufig wird auch in den Sondersozialkommissionen und Klubbeiräten mitgearbeitet. Kontakte zu den Senioren- und Pflegeeinrichtungen und deren Heimbeiräten sind ein weiteres Feld in denen sich Mitglieder der Seniorenvertretung ehrenamtlich betätigen. In den Ausschüssen der BVV sind sie Kontaktperson und Interessenvertreter für die Anliegen der Seniorinnen und Senioren. Es wäre sinnvoll die Geschäftsordnung der BVV zu ergänzen, so führte Frau Dr. Hambach aus, dass die Mitglieder der Seniorenvertretung in den Fachausschüssen ein integraler Bestandteil werden.
Das Seniorenforum 2013 soll die Möglichkeit bieten mit den Mitgliedern des Bezirksamtes und der Fraktionen in ein Gespräch über all das zu kommen was das Leben im „Alter in Treptow-Köpenick“ bestimmt.
Zunächst berichtete der Bezirksbürgermeister Oliver Igel über den Stand des Stellenabbaus und die überaus schwierigen Begleitumstände die sich daraus bei den Verhandlungen mit dem Senat ergeben. Der Micro Zensus hat eine Abweichung bei der Bevölkerung von etwa 5.000 Menschen im Bezirk ergeben, diese Differenz würde sich recht schnell ausgleichen, da der Bezirk ein Zuzugsbezirk sei. Der Haushaltsplan-Entwurf enthalte für 2014/2015 keine Hiobsbotschaften, wobei jedoch auch nicht von einer wirklichen Gestaltungspolitik für den Bezirk die Rede sein könne. Der Bezirksbürgermeister Oliver Igel wies noch einmal darauf hin, dass 2013 ein Gedenkjahr sei, in dem besonders die Ereignisse der „Köpenicker Blutwoche“ im Mittelpunkt stehen und die dazugehörige Ausstellung in der Puchanstraße 12, die neu gestaltet wurde.
Auf die Fragen von Herrn Strehmel hinsichtlich des Stellenabbaus im Bezirksamt ging der Bezirksbürgermeister ausführlich ein.
Die anwesenden Stadträte berichteten über die Schwerpunkte in der Arbeit ihrer Ressorts und beantworteten entsprechende Fragen der Anwesenden. Die Stadrätin für Arbeit, Soziales und Gesundheit Ines Feierabend berichtete über die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung im Bezirk, zeigte auf welche Veränderungen es auf Landesebene in der Zusammenarbeit mit den Job-Centern gibt und lobte die gute Zusammenarbeit des Bezirksamtes. Die anschließenden Fragen bezogen sich auf die noch immer nicht vollzogene Rentenangleichung (Herr Rehling), Standorte für Wohnungsneubau im Bezirk, Miethöhen (Hr. Stremel), Problematik Ferienwohnungen, Honorare Musikschul-Lehrer (Fr. Ahl), nach einer Übersicht zur Zweckentfremdung von Wohnraum, Zwangsräumungen (Fr. Bräuer), die Kiezkassen im Betrieb fand Herr Siegfried Ebert als eine gelungene Beteiligungsmöglichkeit von Bürgern, Fragen zum Müggelturm und Spreepark (Krapp), eine Vertreterin der Seniorengruppe von Berlin Chemie berichtete über die gute Zusammenarbeit des Unternehmens mit den Seniorinnen und Senioren, Hr. Schmidt-Bugiel machte noch einmal deutlich, dass die Haushaltspolitik des Senats den Bezirken jeglichen Gestaltungsspielraum für eine bezirkliche Politik, die die Menschen mitnimmt bei politischen Entscheidungen, beschneidet. Auf die Fragen und Statements des Forums antworteten ausführlich die Stadträte.

Frau Dr. Hambach bedankte sich bei den Besuchern des Seniorenforums, den Diskutanten und dem Bezirksamt und gab die Zusage der Seniorenvertretung sich mit dem Haushaltsentwurf 2014/15 und dem Demografie-Konzept ausführlich zu beschäftigen und entsprechende Stellungnahmen dem Bezirksamt und der Bezirksverordnetenversammlung zu übermitteln.

Martin Schmidt-Bugiel

Vielfalt des Alters vorleben - Interview mit Frau Dr. Hambach, Vorsitzende der Seniorenvertretung

Vorstand
Bild: Wagner/apercú

Die Seniorenvertretung hat sich viel vorgenommen für das Jahr 2013. Die Vorsitzende, Frau Dr. Johanna Hambach, hatte Gelegenheit in einem Interview mit Frau Wagner, von der apercu-Verlagsgesellschaft, die in Kürze das Seniorenjournal für Treptow-Köpenick herausbringt, die Schwerpunkte der Arbeit der Seniorenvertretung deutlich zu machen.

Nachfolgend das Interview:

Ein gutes Jahr lang leitet Dr. Johanna Hambach (65) die Seniorenvertretung Treptow-Köpenick. Wir fragten die einstige Hochschullehrerin, Betriebswirtin und Bürgerdeputierte:

Frau Wagner: War`s auch ein gutes Jahr?

Wir tun eine ganze Menge – auch wenn wir dabei vielleicht nicht immer als Seniorenvertretung erkennbar sind. Wir arbeiten in den Kiezklubs mit, und sind froh, dass unser Kampf um die Erhaltung des Hauses der Begegnung in der Wendenschloßstraße erfolgreich war. Das Grundstück wurde inzwischen vom Bezirk gekauft. Die Kontakte zu den Pflegeeinrichtungen und deren Heimbeiräten haben wir ausgebaut, und in den Ausschüssen der BVV und in Beiräten auf bezirklicher Ebene sind wir auch vertreten. Unser erstes Seniorenforum vergangenen Herbst war gut besucht.

Frau Wagner: Was bewegt die Senioren im Bezirk?

Wohnen, Rente, Pflege sind die Themen, die uns am meisten beschäftigen. Besonders beschäftigt uns der vom Land geforderte Stellenabbau im Bezirksamt. Das geht nicht. Die Nußbaum-Forderung, der Bezirk solle die freiwilligen Leistungen streichen, macht uns wütend. Die Kiezklubs – das sind z. B. solche – sind für viele, die allein leben, mehr als nur irgendein Treffpunkt – hier ist Leben, Bewegung, Beschäftigung miteinander, Hilfe untereinander. Das hat auch viel mit Gesundheit und Wohlbefinden zu tun. Und uns ist auch unter dieser Sicht der „Draht“ zu den Jungen sehr wichtig. Ich bin selbst im Jugendhilfeausschuss, interessiere mich für das Konzept der Jugendeinrichtungen. Es wird schwieriger, die Angebote für Alt und Jung aufrechtzuerhalten. Gemeinsam werden wir kämpfen.

Frau Wagner: Was regt Sie ganz persönlich auf?

Immer noch und immer wieder das einschichtige Altersbild, das gewissermaßen in die Gehirnrinde vieler Jüngerer eingeritzt ist. Das begegnet uns überall – beim Einkaufen, beim Fernsehen, in Gesprächen. Alt sein sei gleichbedeutend mit großen Defiziten. Alter heißt nicht mehr richtig laufen, sich nicht mehr selbst pflegen und verpflegen können…

Frau Wagner: Und was tun Sie dagegen?

Da muss man immer wieder mit der eigenen Persönlichkeit reingehen, Lebenserfahrung, Temperament, Gelassenheit vorleben, um Vorurteile aufzubrechen. Alter ist Vielfalt, das sind mehrere Generationen: Die 60- bis 70-Jährigen, die 80- bis 90-Jährigen, die 90- bis 100-Jährigen. Und selbst die Hundertjährigen sind eine differenzierte Gruppe. Bei der Demografietagung des Bezirks im Oktober diesen Jahres, wo es um Potenziale und Herausforderungen des Alters geht, werde ich auch darüber sprechen.

Frau Wagner: Womit beschäftigt sich der Vorstand der Seniorenvertretung in diesem Jahr besonders?

Wir bereiten das zweite Seniorenforum im Herbst vor, und werden die Beratungen in den Gremien, wo wir vertreten sind, etwa im Behindertenbeirat oder im Beirat für bürgerschaftliches Engagement, auch mehr zu intensiven Gesprächen untereinander nutzen. Wie öffentlichkeitswirksam wir sind, das hängt von jedem Einzelnen ab. Jeder ist natürlich in seinem Kiez präsent, doch an den „Rändern“ von Treptow, da werden wir noch nicht so als Interessenvertretung von mehr als 70.000 Senioren – das sind immerhin 30 Prozent der Bevölkerung im Bezirk – wahrgenommen. Daran müssen wir noch arbeiten.

Frau Wagner: Auch als Vorsitzende der Berliner Landesseniorenvertretung sehen Sie 2013 als ein wichtiges Jahr?

Es geht um die Weiterentwicklung des Seniorenmitwirkungsgesetzes. Wir haben bisher Rederecht in den Ausschüssen der BVV, aber kein Stimmrecht. Und der Passus mit dem Rederecht ist im Gesetz eher unverbindlich formuliert. Diskutiert wird ob wir von der Rechtsposition her den gleichen Status haben können wie Bürgerdeputierte. Wir wollen die tatsächliche Mitwirkung verstärken und zu Mitbestimmung kommen. Das muss auf Landesebene entschieden werden, dafür machen wir uns als Seniorenvertretungen stark.

Frau Wagner: Nach geruhsamem Rentnerleben hört sich das alles nicht an…

Ich bin jetzt Vollrentner mit Vollzeitjob, das stimmt schon. Wie man das schafft? Sich gut organisieren und auf seine Mitstreiter verlassen können. In der Ruhe liegt die Kraft. Und dazu nach dem Motto eines großen Deutschen: „Heiterkeit ist die Mutter der Weisheit …“. Was nicht ausschließt, dass man sich auch mal entladen muss…

Gespräch: Renate Wagner

Tabakrauch und Familie - Auswirkungen und Interventionsmöglichkeiten Mai 2013

Informationen der Fachstelle für Suchtprävention anlässlich des Nichtrauchertages am 31. Mai 2013 laden »

Neuer Heimbeirat im Stephanus-Seniorenzentrum Müggelspree Mai 2013

Neuer Heimbeirat
Bild: Seniorenvertretung

Am 16. Mai 2013 wurde im Stephanus-Seniorenzentrum Müggelspree der neue Heimbeirat gewählt und am 17. Mai 2013 wurden die neuen Mitglieder begrüßt sowie die ehemaligen Mitglieder des Heimbeirates verabschiedet.

Es war eine sehr schöne Veranstaltung. Gefreut habe ich mich, dass wieder viele Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl standen und nun auch ein starker Heimbeirat die Interessen der Heimbewohner vertritt. Diesmal ist auch eine Angehörige eines ehemaligen Bewohners von den Heimbewohnern vorgeschlagen und gewählt worden. Diese Wahl des Heimbeirates zeigt, dass mit entsprechender Unterstützung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal des Heimes auch genügend interessierte Bewohnerinnen und Bewohner für diese Aufgabe gewonnen werden können. Ich wünsche dem neuen Heimbeirat viel Erfolg bei der Arbeit und werde ihn dabei auch gern unterstützen.

Helga Walter
Seniorenvertretung Treptow-Köpenick

Gemeinsame Sitzung der Seniorenvertretungen Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf vom 7. Februar 2013

Bilder der gemeinsamen Sitzung der Seniorenvertretungen Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf vom 7. Februar 2013.

Die Sozialstadträtin des Bezirks Treptow-Köpenick, Ines Feierabend, erläuterte die Möglichkeiten, die das Versorgungsstrukturgesetz in der Haus- und Fachärztlichen Versorgung in den Bezirken Berlins bietet. Die Ausführungen wurden ergänzt durch die Erläuterungen der Sozialstadträtin von Marzahn-Hellersdorf, Dagmar Pohle, die die besonderen Probleme ihres Bezirks darstellte. Eine rege Diskussion begleitete die Ausführungen der beiden Stadträtinnen. An der Seite von Dagmar Pohle ist die Vorsitzende der Seniorenvertretung Marzahn-Hellersdorf Frau Sager und an der Seite der Sozialstadträtin Ines Feierabend ist die Vorsitzende der Seniorenvertretung Treptow-Köpenick, Frau Dr. Hambach zu sehen.

Köpenick barrierefrei erobern...

hat sich der Tourismusverein Berlin Treptow-Köpenick e. V. auf die Fahnen geschrieben.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat bereits 2011 der Tourismusverein in Kooperation mit Fachleuten einen Multi-Media-Guide für barrierefreie Stadtführungen in der Altstadt von Berlin-Köpenick erarbeitet und eingeführt. Das praktische Gerät besitzt über den Audio-Guide-Standard hinaus Funktionen für seh- oder hörbehinderte Menschen und ist in der Touristinformation am Köpenicker Schlossplatz (Tel.: 655 75 50 oder per Mail: touristinfo@tkt-berlin.de) auszuleihen.

Immer stärker werden moderne Medien zum Hilfsmittel für Informationen und den Service, besonders im Bereich des Tourismus. In einem weiteren Projekt des Vereins wurde deshalb das Internetportal www.tkt-berlin.de überarbeitet und einen Schritt zur Barrierefreiheit näher gebracht. Ab der Saison 2013 steht zudem die kostenlose App KöpenickTrip für Smarphones zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Anknüpfend auf den Inhalten des Multi-Media-Guides, ermöglicht die App ihren Nutzern eine barrierefreie Stadtführung auf der historischen Altstadtinsel Köpenick mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten zwischen Schloss und Rathaus, zwischen Uferpromenade und Museum.

Martin Schmidt-Bugiel

Seniorenvertretung zu Besuch im Job-Center

Einen ungewöhnlichen Ort für ihre turnusmäßige Sitzung hatte sich die Seniorenvertretung Treptow-Köpenick ausgesucht. Das Job-Center, mit ihrem Geschäftsführer Herr Stasch, stellte die Räumlichkeiten für die Tagung zur Verfügung und schilderte ausführlich die vielfältigen Aufgaben des Job-Centers und erläuterte die Struktur und die Zusammenhänge dieser Einrichtung die gemeinsam mit der Bundesanstalt für Arbeit und der Kommune betrieben wird, um Menschen wieder in Arbeit zu bringen. In einem kompliziert wirkenden Gebilde, geregelt, kontrolliert und gesteuert von der Bundesanstalt für Arbeit, Landes- und Bundesrechnungshof, durch Trägerversammlung, in der das Land und der Bezirk allerdings nur eine periphere Rolle spielt, versuchen die Beschäftigten nach Kräften den Vorgaben der Politik Rechnung zu tragen.

Die Seniorenvertretung stellte sich zum ersten Mal die Frage nach der „Langzeitarbeitslosigkeit der Älteren – also 60+“ und ihre Integration in ein Arbeitsverhältnis. Dieser Problemkreis wird mit der Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 immer wichtiger. Dahinter steckt die Sorge der Zunahme von Altersarmut und wie ihr zu begegnen ist. Informationen über die Arbeit des Job-Centers haben die Seniorenvertreter nicht und deshalb trafen sie sich mit dem Geschäftsführer des Job-Centers. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass der Bezirk Treptow-Köpenick im Vergleich zu anderen Bezirken recht gut aufgestellt ist, um nachhaltig Menschen in eine dauerhafte Beschäftigung zu bringen. Die kritischen Fragen der Seniorenvertreter zeigen, dass ein nachhaltiger Beschäftigungserfolg keineswegs gewährleistet ist. Die Statistik berücksichtigt in der Gesamtbewertung nicht alle Gruppen von Menschen, die eine dauerhafte Beschäftigung suchen, insofern bedarf es großer Erfahrung, die richtigen Schlussfolgerungen ziehen zu können.

Große Probleme bereitet es dem Job-Center, nach Auskunft von Herrn Stasch, dass es nicht über einen „eigenen Personalbestand“ verfügt, dieser wird durch die Bundesanstalt vorgegeben und durch die Kommune ergänzt, wobei ein Anteil von ca. 15 % befristeten Arbeitsverhältnissen kein gutes Signal darstellt und einer kontinuierlichen Arbeit entgegensteht. Es blieben noch eine ganze Reihe von Fragen ungeklärt, da die Zeit wie immer nicht ausreichte, so dass sicherlich eine weitere Gelegenheit zur Fortsetzung der interessanten Veranstaltung gefunden werden sollte.

Im weiteren Verlauf der Sitzung der Seniorenvertretung erfolgten die Berichte aus den Ausschüssen und der Arbeitsgemeinschaft Öffentlichkeitsarbeit. Die Vorsitzende Frau Hambach informierte über anstehende Termine und beendete die Sitzung der Seniorenvertretung, nicht ohne den Jubilaren die Glückwünsche der Seniorenvertreter zu übermitteln.

Martin Schmidt-Bugiel

Durch Vollmachten seinen Angehörigen das Leben leichter machen

Wenn es einem Familienmitglied schlecht geht, ist es für seine Angehörigen in der Regel selbstverständlich, dass sie sich um dessen Angelegenheiten kümmern. Oft sind Ehepartner oder Kinder erstaunt, dass sie ohne Vollmacht für einen volljährigen Angehörigen gar nicht handlungsfähig sind. Plötzlich sind viele Dinge für den anderen zu regeln: Arztberichte beschaffen, Behandlungen mit Ärzten absprechen, Anträge bei der Krankenkasse stellen, Abrechnungen einreichen, Schwerbeschädigtenausweis verlängern lassen, Ermäßigungen beantragen, Dienstleistungen mit Pflegediensten absprechen, Versicherungsvertrag ändern und… und… und…

Diese Situationen kann man seinen Angehörigen erleichtern, wenn man durch entsprechende Vorsorge-/Betreuungs-Vollmachten vorsorgt, damit sie nicht noch zusätzliche Sorgen haben, sich die jeweiligen Berechtigungen zu beschaffen. Zugegeben, es ist etwas Fleißarbeit, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Man muss sich klar werden, was dem Bevollmächtigten alles erlaubt sein soll und sollte sich auch überlegen, ob man sich jemanden als Betreuer wünschen will, falls man wegen eigener Handlungsunfähigkeit Entscheidungen selbst nicht treffen kann. Auf solche Art vorzusorgen, bedeutet vor allem auch, den Menschen, die sich um uns kümmern werden, diese Arbeit nicht so schwer zu machen.

Berücksichtigen sollte man auf jeden Fall, dass für Geldangelegenheiten bei der Bank gesonderte Vollmachten nötig sind. Sind Vermögen, Immobilien usw. im Spiel, ist wahrscheinlich die Einschaltung eines Notars sinnvoll.

Ich finde, dass man auf der Seite des Bundesministeriums für Justiz sich einen guten Überblick verschaffen kann und dort auch gute praktische Hilfen findet.

Karin Müller

Unsere Tante Anna

achfolgend möchte ich Ihnen von unserer Tante Anna erzählen. Tante Anna war schon immer ein besonders wichtiger Mensch im Leben meiner Frau, inzwischen ist sie auch mir sehr ans Herz gewachsen und ich finde Ihre Geschichte ist so wichtig, dass ich sie Ihnen nahebringen muss, nicht zuletzt um Mut zu machen. Das Lebensalter ist kein Grund sich zurückzuziehen, sondern gerade im hohen Alter sollte man alles tun, dass die verbleibenden Jahre, Monate, Wochen oder Tage lebenswert bleiben und nicht durch Krankheit oder eine Behinderung zur Qual werden.

Unsere Tante Anna …

Tante Anna ist eine bodenständige Frau die schon sehr viel mitgemacht, der man nichts geschenkt hat. Kurz nach dem ersten Weltkrieg ist sie, als eine von drei Mädchen, in der Nähe von Bautzen auf dem Lande, geboren worden. Ihre Mutter war eine strenge Frau, die aber sorgsam darauf achtete, dass ihre Mädchen es einmal besser haben sollten. Tante Anna ging, nach dem Schulbesuch,
„in Stellung“ als Haushaltshilfe nach Dresden. Sie hielt es aber nicht aus, die Arbeitsbedingungen müssen wohl denkbar schlecht gewesen sein, so dass ihre Mutter sie kurzfristig wieder geholt hat und im nahegelegenen Rittergut als Haushaltshilfe unterbrachte. Das Leben war für alle sehr mühsam, die existentielle Grundlage wurde durch das nahegelegene Rittergut sichergestellt. Einen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb, in dem alle mithelfen mussten um die wichtigsten Lebensbedürfnisse bestreiten zu können, führte die Familie. Der zweite Weltkrieg brachte auch für diese Familie eine bittere Zäsur. Die mittlere Schwester, die als Krankenschwester arbeitete, verrichtete ihre schwere Arbeit in verschiedenen Lazaretten. Tante Anna lernte einen jungen Soldaten kennen,
in den sie sich verliebte. Wie das so war, wurde der kurze Fronturlaub genutzt um zu heiraten. Das bange Warten auf die Rückkehr wurde durch die ständige Sorge um den Alltag überdeckt. Der Krieg hatte schon lange das tägliche Leben beeinträchtigt und seine brutale Spur in fast jeder Familie hinterlassen. Tante Anna und „ihr Felix“ hatten keine Chance das junge Eheleben zu genießen. Ihr Mann galt in den letzten Kriegsmonaten als vermisst. Es folgte die Flucht vor den einbrechenden Kampfhandlungen, dabei fiel das Elternhaus den Flammen zum Opfer. Nach der Rückkehr ins Dorf baute die Familie – Mutter, große Schwester mit fünfjährigem Sohn – mit der Unterstützung von Nachbarn das Haus wieder auf. Die Baumaterialien entnahm man zum Teil den Resten des niedergebrannten Hauses.

Die Jahre gingen viel zu schnell vorbei, es waren gute Jahre die Tante Anna hatte. Es war ein sehr einfaches Leben auf dem Lande, Luxus war keiner vorhanden. Plumps-Klo über den Hof, warmes Wasser vom Herd oder aus dem Boiler, gewaschen wurde sich in der Zinkwanne. So vergingen die Jahre, Tante Anna war es zufrieden – oder auch nicht – beschwert hat sie sich nie, sie erfüllte die Aufgabe, die ihr zugewiesen wurde und die sie als notwendig ansah.

Bis zu ihrem 90. Lebensjahr hatte Tante Anna nur wenig körperliche Einschränkungen. Die Füße taten ihr weh oder der Rücken, sie litt an Schlafstörungen. Aber sie hatte ihre täglichen Verrichtungen, die keinen Aufschub duldeten. Der Garten, die Hühner und der Haushalt benötigten ihre Aufmerksamkeit. Ihr geregelter Tagesablauf gab ihr keine Zeit, länger darüber nachzudenken wo es zwickte oder auch mal weh tat. Aber dann kam der 91. Geburtstag, den sie noch einmal mit ihren Lieben richtig groß feierte. Irgendwie muss dieser Tag auch für sie einen Einschnitt bedeutet haben. Ihre körperlichen Beschwerden, die nicht zuletzt auch durch die schwere Landarbeit verursacht wurden, forderten ihren Tribut. Die Füße schmerzten dermaßen und auch der Rücken, dass sie doch häufiger die Ärztin vor Ort aufsuchen musste, um Linderung zu erhalten. Diese versuchte auf unterschiedliche Weise ihr zu helfen. Mit Schmerzmitteln, mit Akupunktur, mit Massage und vielem anderen mehr. Die Defizite konnte die Ärztin auch beim besten Willen nicht ausgleichen. Die Beschwerden wurden stärker, so dass Tante Anna sich nur noch mit Hilfe der Unterarme von Tisch zu Tisch bewegen konnte, auch die Benutzung eines Gehstockes war kaum noch möglich. Ihre ganze seelische Ausgeglichenheit war dahin. Glücklicherweise sorgten die Nichte und deren Mann dafür, dass die Hausärztin, die bis dahin nur Schmerzmittel und Akupunktur verordnet hatte, sich um einen kurzfristigen Termin bei einem Orthopäden bemühte. Der stellte sehr schnell fest, dass hier nur noch eine „neue Hüfte“ helfen kann. Der Orthopäde erklärte Tante Anna sehr sachlich und auch fürsorglich, dass ihr hohes Lebensalter überhaupt keinen Anlass biete auf den Einsatz der neuen Hüfte zu verzichten. Kurzfristig arrangierte er einen OP-Termin und in der Weihnachtszeit 2012 hatte Tante Anna, mit Hilfe einer schonenden Anästhesie, ihre neue Hüfte. Nach wenigen Tagen machte sie ihre ersten Bewegungsübungen und zeigte ihren Besuchern stolz ihre Erfolge beim Laufen. Nach einer guten Woche Krankenhaus ging es gleich zur Anschlusskur, in der die guten Anfangserfolge gefestigt wurden. Tante Anna war voller Zuversicht und ihre ganze Depression schien der Vergangenheit anzugehören. In der Zwischenzeit hatte die Nichte, die das volle Vertrauen von Tante Anna hat, sich um die Beantragung der Pflegestufe bemüht, den Kontakt mit einem Pflegedienst aufgenommen und im Februar stellte der medizinische Dienst der Pflegekasse die Pflegestufe fest. Tante Anna wurde, auch damit sie sich an die neue Situation gewöhnen konnte, zweimal täglich vom Pflegedienst aufgesucht, der ihr die Stützstrümpfe an- und auszog und die Augentropfen verabreichte. Da Tante Anna in Telefongesprächen merkbar trauriger wurde, was auch an der Jahreszeit lag und daran, dass während des Tages sich kaum ein Besucher zu ihr verirrten, veranlasste die Nichte über die Malteser, dass sie einmal die Woche besucht wurde. Ein älterer Mann stellte sich bei ihr vor und da die „Chemie“ zwischen beiden stimmte, besucht er sie nun regelmäßig am Montag und nutzt die Gelegenheit zu ausgiebigen Spaziergängen mit Hilfe eines Rollators. Tante Anna genießt diesen Tag besonders und entdeckt in ihrem Dorf Dinge, die sie schon lange nicht mehr sehen konnte, sie schafft es sogar bis zur Nachbargemeinde zu laufen, was sie natürlich besonders stolz macht.

Martin Schmidt-Bugiel, ihr Seniorenvertreter

Bundestag legalisiert psychiatrische Zwangsbehandlung

Der Bundesgerichtshof hatte im vergangenen Jahr entschieden, dass es an einer „hinreichend bestimmten Rechtsgrundlage“, die eine Einwilligung des rechtlichen Betreuers in eine zwangsweise medizinische Behandlung ermöglicht, fehlt. In der Vergangenheit hatte der Bundesgerichtshof dies nicht so gesehen. Der Bundestag/Bundesrat hat deshalb im Januar 2013 die Gesetzesvorlage der Regierungskoalition zur Legalisierung psychiatrischer Zwangsbehandlungen mit Zustimmung der SPD angenommen. DIE LINKE lehnte diese Vorlage ab, während sich die Grünen/Bündnis90 bei der Abstimmung enthielten.

Ärzte dürfen Patienten künftig in stationären Einrichtungen gegen ihren Willen behandeln, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

1. Der Patient kann die Notwendigkeit der ärztlichen Maßnahmen nicht erkennen. Die Einwilligung des Betreuers kommt nur bei einem krankheitsbedingt einwilligungsunfähigen Betreuten in Betracht.
2. Es wurde versucht, den Patienten/Betreuten von der Notwendigkeit der ärztlichen Maßnahme zu überzeugen.
3. Die Einwilligung des Betreuers muss zur Abwendung eines dem Betreuten drohenden erheblichen gesundheitlichen Schadens erforderlich sein. Es muss erfolglos versucht worden sein, die Zustimmung des Betreuten zu der geplanten Maßnahme zu erreichen.
4. Der erhebliche gesundheitliche Schaden darf nicht durch eine andere zumutbare Maßnahme abgewendet werden können.
5. Der zu erwartende Nutzen des Eingriffs in die Selbstbestimmung überwiegt die zu erwartenden Beeinträchtigungen deutlich und
6. die Zwangsmaßnahme wurde durch ein Betreuungsgericht/Vormundschaftsgericht genehmigt.

Das Gesetz sieht die Einschaltung eines Verfahrenspflegers vor, der dem „besonderen Schutzbedürfnis“ der Betroffenen Rechnung tragen soll.

Es gibt zahlreiche kritische Stimmen zu dieser Gesetzesvorlage, von denen ich im folgenden einige wiedergeben möchte.

Matthias Seibt vom Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener kritisiert den Vorstoß scharf. Der 53-Jährige hat selbst vor einigen Jahrzehnten Erfahrungen mit Zwangsbehandlungen gemacht. Er bekam, teils gegen seinen Willen, Neuroleptika verabreicht, also Medikamente zur Behandlung von Psychosen. Heute ist er selbst Psychiater und kämpft gegen die Zwangsbehandlung: “Das ist Folter, was da legalisiert wurde. Wenn jemand zu einer ärztlichen Behandlung sagt: ‘Nein, das will ich nicht’, dann ist das zu respektieren.” Neuroleptika seien gefährliche Drogen, die, so Seibt weiter, die Lebenserwartung der Patienten um bis zu 30 Jahre verkürzen könnten.

In dem Gesetzentwurf sieht er zudem eine Ungleichbehandlung. “Es ist ein Sondergesetz, es gilt nicht für alle Menschen. Es gilt nur für psychisch Kranke”, so Seibt. “Es verstößt gegen das Grundgesetz, es missachtet das Urteil des BGH und es verstößt gegen die UN-Behindertenkonvention.” Das sind Kritikpunkte, mit denen auch das Deutsche Institut für Menschenrechte den Bundestagsabgeordneten nahegelegt hatte, den Gesetzentwurf zu überdenken. Der Psychiatrie-Erfahrene Matthias Seibt sieht psychiatrische Einrichtungen grundsätzlich als “Terrorsystem”, in dem es nur darum ginge, den Willen der Patienten zu brechen. Die einzige Lösung sei daher, psychiatrischen Kliniken in Deutschland das Geld zu entziehen.

Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer, weist die Kritik zurück. “Folter ist das nicht, das ist eine dramatisierende Bezeichnung. Und es ist vor allem fast eine Bagatellisierung der wirklichen Folter. Es geht ja nicht darum, von den Patienten Dinge zu erpressen.” Trotzdem sieht auch Richter einige kritische Punkte in dem Gesetzentwurf. “Wir sind dafür, dass die Politik ein größeres Konzept auflegt”, so Richter. Sie müsse sich grundlegend Gedanken machen zur Versorgung psychisch Kranker.
Personal und Betreuung müssten verstärkt werden. Außerdem fordert er einen weiteren Schritt, der so im Gesetzentwurf nicht enthalten ist: das Abschließen von Patientenverträgen. Hierbei sollen Patienten, die immer wieder in psychiatrischer Behandlung sind, selbst bestimmen, wie sie behandelt werden möchten – für den Fall, dass Ärzte sie für nicht entscheidungsfähig halten. “Wir fordern, dass es eine Pflicht wird, dass die Krankenhäuser diese Verfügungen den Patienten vorlegen”, so Richter. Nur so könne man vorbauen, dass Patienten zwangsbehandelt würden.

Auch Jutta Muysers, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, hält solche Verträge für eine gute Lösung, vor allem, weil sie sich bewusst ist, wie sensibel das Thema ist: “Niemand möchte gegen seinen Willen behandelt werden. Die Schwierigkeit für Psychiater ist ja: Wir sagen dem Patienten nicht: ‘Ihr Bein ist kaputt, es muss in Gips’, sondern wir sagen so etwas wie ‘Ihre Gedanken sind nicht in Ordnung’ – und das ist natürlich schwerer zu verstehen.” Deshalb versuche sie schon jetzt, behutsam mit den Patienten zu sprechen und mit jedem eine Behandlungsvereinbarung zu schließen.

Martin Schmidt-Bugiel

Wenn Betreuung zum Albtraum wird

Etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland haben zurzeit einen Betreuer. Dieser wird vom Amtsgericht eingesetzt, wenn ein Mensch nicht für sich selbst sorgen kann. Der Betreuer soll nach den Wünschen und zum Wohle des/der Betreuten handeln. Nicht selten kommt es aber zu Konflikten zwischen Betreuer und Betreuten bzw. dessen Angehörigen – zum Beispiel bei der Vermögenssorge. Deshalb ist Prävention so wichtig.

Ein Betreuer wird durch einen Betreuungsrichter bestellt. Dazu ist ein gerichtliches Verfahren nötig. Es wird durch einen Antrag bei Gericht von Seiten behandelnder Ärzte oder durch Anregung anderer Personen – zum Beispiel Verwandte, Ehepartner, auch Nachbarn – in Gang gesetzt. Jeder kann eine Betreuung anregen. Der Betroffene muss im Vorfeld durch einen unabhängigen Sachverständigen untersucht werden. Der Sachverständige soll diese Untersuchung im familiären Umfeld durchführen und nur dann eine amtliche verfügte Betreuung anregen, wenn die Betreuung anders nicht sichergestellt werden kann. Experten kritisieren, dass diese Abwägung häufig nicht stattfindet. Wer als Betroffener oder Angehöriger keine Betreuung wünscht, sollte so früh wie möglich rechtliche Schritte einleiten.

Es gibt ehrenamtliche Betreuer (zum Beispiel Angehörige) und Berufsbetreuer. Berufsbetreuer kann jeder erwachsene Bürger werden. Dafür sind der Betreuungsbehörde einige Fragen zu beantworten und mehr als zehn Betreuungen zu übernehmen. Viele Rechtsanwälte verdienen sich mit Betreuungen ein Zubrot. Der Umfang einer Betreuung kann einige oder alle Lebensbereiche umfassen: vom Aufenthaltsbestimmungsrecht über die Gesundheitssorge bis hin zur Vermögenssorge. Soll der Betreuer auch für das Vermögen sorgen, hat er dem Gericht bei Beginn und Ende der Betreuung ein Vermögensverzeichnis vorzulegen. „Diese Vermögensverzeichnisse stimmen oft nicht“, beklagen Experten. Dafür kann es viele Erklärungen geben. Oft wissen die Betreuer schlicht nicht, was an Vermögen vorhanden ist. Einen gewissen Schutz vor Betrug bietet die Tatsache, dass Rechtsgeschäfte größeren Ausmaßes – wie der Verkauf von Grundstücken oder der Verkauf von Betriebsvermögen – einer gerichtlichen Genehmigung bedürfen. In der Praxis hat sich allerdings gezeigt, dass auch solche Geschäfte an Gerichten vorbei getätigt wurden. Ab Beginn der Betreuung ist der Betreuer nur dem Betreuungsgericht gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet. Solange die Betreuung andauert, kann er zum Beispiel das Konto des Betreuten sperren, ohne dass dieser sich dagegen wehren kann. Angehörige oder Freunde des Betreuten haben kein Recht auf Akteneinsicht.
Theoretisch werden Betreuer vom Betreuungsgericht kontrolliert, doch praktisch ist das aufgrund von Personalmangel nicht möglich. Im Strafprozess um einen Betreuer aus Gütersloh wurde errechnet, dass dem zuständigen Rechtspfleger für die Kontrolle 35 Minuten pro Betreuungsfall und Jahr zur Verfügung standen.

Alternativen

Wer nicht von einer fremden Person betreut werden möchte, kann einem Vertrauten eine Vorsorgevollmacht erteilen. Die Vollmacht sollte im Detail und nicht nur durch Ankreuzen vorgefertigter Textbausteine regeln, was der Bevollmächtigte erledigen soll. Der Nachteil dabei: Der Bevollmächtigte unterliegt keiner Kontrolle durch ein Gericht. Wer sich absichern möchte, kann gegebenenfalls in der Vollmacht das Vier-Augen-Prinzip verankern, sodass nicht ein Bevollmächtigter alleine entscheiden kann. Soll die Vorsorgevollmacht die Vermögenssorge umfassen, muss sie notariell beurkundet sein, denn sonst wird sie von den Banken nicht anerkannt. Eine Beglaubigung reicht nicht aus.
Ein hundertprozentiger Schutz vor einer amtlich angeordneten Betreuung sind Vorsorgevollmachten nicht. In etwa fünf Prozent aller Fälle erkennen die Gerichte auf Antrag zum Beispiel von Angehörigen des Vollmachtgebers die Vorsorgevollmacht nicht an, und es wird doch ein Betreuer bestellt. Dies muss keine fremde Person sein, wenn der Vollmachtgeber in einer Betreuungsverfügung erklärt hat, wer sein Betreuer sein soll. Allerdings werden auch nicht alle Betreuungsverfügungen anerkannt.

Martin Schmidt-Bugiel

Senioren debattieren im Parlament am 23. August 2012

Parlament
Bild: Nikolaus Basedow

So hieß die Veranstaltung, zu der der Präsident des Abgeordnetenhauses, Herr Ralf Wieland, eingeladen hatte. Auf dem Foto sehen Sie einen Blick zum Podium, in der Mitte der Präsident, links von ihm Frau Saeger, die Vorsitzende des Landesseniorenbeirats (Dame in weiß), rechts von ihm Frau Dr. Hambach, die Vorsitzende des Landesseniorenvertretung (Dame in rot).

Foto: Nikolaus Basedow Leider gab es keine Debatte zu strittigen Themen; es wurden ausnahmslos vorbereitete Fragen, die vorher eingereicht worden waren, artig von den Seniorenvertreterinnen und Seniorenvertretern vorgelesen und freundlich von den anwesenden Senatorinnen und Senatoren oder den Vertreterinnen und Vertretern der Fraktionen beantwortet.

Da keine spontanen Fragen möglich waren und der Autor dieser Zeilen seine Frage also nicht „los wurde“, soll sie hier kundgetan werden:

“Gem. Ziffer 9 des Entwurfs der Leitlinien der Seniorenpolitik v. 9.7.12 will der Senat darauf hinwirken, „dass gerade älteren Menschen die Teilhabe an Kultur weiter erleichtert wird“. Als Ziele werden genannt: Gewinnung neuer Besuchergruppen und Vertiefung der Bindung zu bisherigen Besuchern.

Konkret will „die Berliner Kulturpolitik die von ihr geförderten Institutionen…dazu anhalten, sich mit dieser Herausforderung …auseinanderzusetzen“.

Eine Möglichkeit hierzu wäre, den Senioren-Museumsbesuchern an einem Tag der Woche freien Eintritt bzw. stark ermäßigten Eintritt zu gewähren. Eine vergleichbare Verfahrensweise ist in einigen europäischen Ländern z.B. Italien seit langem üblich.

Gerade die interessierten älteren Besucher, die ein Museum mehrfach aufsuchen möchten, um die Vielzahl der Exponate genauer betrachten und studieren zu können, wären für eine solche Regelung dankbar. Die Vorstellung, die meisten an Kultur interessierten Seniorinnen und Senioren hätten doch ausreichend Geld, um ihre kulturellen Interessen ausreichend pflegen zu können, ist m. E. falsch. Man denke nur an die große Anzahl von Museen in Berlin, die für Senioren interessant sind.

Nicht nur die sozial ganz Schwachen sondern auch der „normale“ Rentner mit hinreichendem Einkommen sollte insoweit unterstützt werden.

Auch wenn in der Vergangenheit aus verschiedenen Gründen eine vergleichbare Initiative zu keinem Ergebnis führte, wird das zuständige Mitglied des Senats heute gefragt, ob das Land Berlin hier mehr als bisher tun will.

Im Übrigen wäre es interessant zu hören, welche konkreten Formen von Erleichterungen zur Teilhabe der Senioren an der Kultur der Senat sich vorstellt.”

gez. Nikolaus Basedow

Brief an den Bezirksbürgermeister und gleichlautend an die Sozialstadträtin

Brief an den Bezirksbürgermeister

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Die Hausbesetzer sind neben uns! ... oder: Pankow ist gleich nebenan!

Hausbesetzer
Bild: Seniorenvertretung

In Pankow war die Anarchie ausgebrochen, so konnte man denken, als man die Pressemeldungen verfolgte. Dort hatten in der Stillen Straße Senioren ihre Begegnungsstätte „besetzt“ und waren nicht bereit, sich dem Hausrecht des Bezirkes zu unterwerfen. Nach verminderten Finanzzuweisungen des Berliner Senats hatte der Bezirk beschlossen, das Anwesen dem Berliner Liegenschaftsfonds zur Vermarktung zu überlassen. Mit dem verbleibenden Anteil des Verkaufserlöses beabsichtigte der Bezirk, Schulden zu tilgen und die Einsparvorgaben zu erfüllen. Dieser Beschluss wurde in der BVV mehrheitlich gefasst, ohne die Betroffenen in angemessener Weise zu beteiligen.

Die Seniorinnen und Senioren, die über 14 Jahre diese Begegnungsstätte als ihr Zuhause betrachten, sich dort in etwa 29 Arbeitsgemeinschaften treffen, um gemeinsam Sport zu treiben, Sprachen zu lernen, zu spielen, Gedächtnistraining zu betreiben, sich zu informieren, Aktionen zu verabreden und ihre Feste zu feiern, fühlten sich überrumpelt, fühlten sich als Verfügungsmasse, die man beliebig auseinanderreißen kann und die man in ihrem Bemühen, Teil einer sozialen Gemeinschaft zu sein, offenbar nicht ernst nimmt.

Die Seniorenvertretung Treptow-Köpenick hatte in ihrer Sitzung am 09.07.2012 beschlossen, die Seniorinnen und Senioren in Pankow in ihrem Wunsch zusammenzubleiben zu unterstützen. Frau Dr. Hambach, Frau Dr. Linzer und Herr Schmidt-Bugiel überreichten vor Ort ein entsprechendes Schreiben. Sie konnten sich bei dieser Gelegenheit über die Hintergründe der Aktion informieren.

Das Interesse der Öffentlichkeit war groß. Die „Hausbesetzerinnen und Hausbesetzer“ erhielten jeden Tag Besuch und Anfragen von den unterschiedlichsten Medien – Zeitungen, Fernsehen und Rundfunk. Es trafen zahllose Grußadressen ein von sympathisierenden Menschen, darunter alle Altersgruppen und aus dem ganzen Bundesgebiet, ja sogar aus dem Ausland z. B. Großbritannien. Viele Nachbarn und Freunde der Begegnungsstätte drückten ihre Anerkennung für das Handeln der Beteiligten aus und unterstützen die Aktion mit zahlreichen Sachspenden . Die Seniorinnen und Senioren erklärten, dass sie sich nicht aus „ihrer Begegnungsstätte“ vertreiben lassen und hofften, dass sich in der BVV doch noch etwas bewegt .

Brief der Seniorenvertretung Treptow-Köpenick

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Mehr Mobilität für Senioren Juni/Juli 2012

Mehr Mobilität für Senioren
Bild: Seniorenvertretung

Erweiterung der Einkaufsmöglichkeiten durch kostenfreien Senioren-Shuttlebus

Seit März 2012 bietet der Discounter REAL für Seniorinnen und Senioren der Region einen Shuttle-Bus zum Einkauf in Gosen an. Mit Region sind die Ortschaften um Erkner, also in Brandenburg gemeint.

Durch die Kooperation der Seniorenvertretung Treptow-Köpenick mit dem Seniorenbeirat Erkner können auch die Seniorinnen und Senioren in Rahnsdorf, Hessenwinkel und Wilhelmshagen in diesen „Genuss“ kommen.

Dieser Service ist kostenlos und wirklich ein Genuss. Heute habe ich es nämlich ausprobieren können.

Mit einem komfortablen Kleinbus wurde ich 13.10 Uhr vor meiner Haustür abgeholt und von einem zuvorkommenden, vertrauenwürdigen Fahrer nach Gosen gebracht. Noch zwei Seniorinnen wurden in Erkner mit an Bord genommen (übrigens wären im Shuttle-Bus noch Plätze frei gewesen).
Nach 1 ½ Stunden Aufenthalt im Einkaufszentrum Gosen wurden wir ebenso freundlich nach einem stressfreien Einkauf nach Hause gefahren.
Ein großzügiger Service! Für eine Tasse Kaffee oder für einen Bummel durch die Ladenstraße war auch noch Zeit. Während der Fahrt gab es angeregte Gespräche.

Ein gutes Angebot für Seniorinnen und Senioren, die sich Selbständigkeit und Mobilität erhalten möchten.

Anmeldung jede Woche am Montag unter der Rufnummer 03362-8250. Die Fahrt findet dann an dem darauf folgenden Mittwoch statt.

Dr. Ida Beier

10. Seniorentag in Hamburg Mai 2012

10. Seniorentag in Hamburg 2012
Bild: Seniorenvertretung

JA ZUM ALTER!

war das Motto des 10. Deutschen Seniorentages, der vom 3. bis 5. Mai 2012 im Congress Center in Hamburg veranstaltet wurde. Anlass, für das Bezirksamt Treptow-Köpenick und die neu gewählte Seniorenvertretung, daran teilzunehmen.

Auf fast 7.000 qm Ausstellungsfläche konnten sich die zahlreichen Besucherinnen und Besucher einen Überblick verschaffen über Projekte für den Übergang vom Beruf ins Ehrenamt, an kostenlosen Gesundheitschecks teilnehmen, Projekte zum selbständigen Leben durch Technik kennenlernen. Es wurden innovative Wege ins Internet vorgestellt und verschiedene Möglichkeiten der gesundheitliche Vorsorge aufgezeigt. Über Generationen-Projekte und gemeinschaftliche Wohnformen konnten sich die Besucher informieren. Attraktive Wettbewerbe, Gewinnspiele, Messeangebote und zahlreiche Vorträge und Podiumsdiskussionen machten den 10. Seniorentag zu einem Erlebnis.

Das Amt für Soziales Treptow-Köpenick – es wurde vertreten durch seinen Leiter Herrn Meissner sowie durch Frau Hübel und Frau Krause – erläuterte den Besucherinnen und Besuchern des Messe-Standes die vielfältigen Aufgaben des Amtes. Die Seniorenvertretung, vertreten durch die Vorsitzende Frau Dr. Johanna Hambach und unterstützt durch Martin Schmidt-Bugiel, gaben Auskunft über die Arbeit der Seniorenvertretung und die „Leitlinien der Seniorenpolitik“. Der Besuch des gemeinschaftlichen Standes war sehr rege. Unter den Besuchern fanden sich auch zahlreiche Berlinerinnen und Berliner, die es zum 10. Seniorentag nach Hamburg gezogen hatte.

Der 10. Seniorentag in Hamburg hatte ein großes mediales Interesse, da der Bundespräsident Dr. Joachim Gauck am 3. Mai 2012 seine Gedanken zum Seniorentag darlegte und am 4. Mai 2012 die Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel das große Interesse der Politik an einer starken Seniorenvertretung betonte. Das Interesse der Besucherinnen und Besucher war an beiden Veranstaltungen überdurchschnittlich.

Den Besucherinnen und Besuchern stand unsere Bezirksstadträtin für Arbeit, Soziales und Gesundheit, Frau Ines Feierabend, in zahlreichen Gesprächen zur Verfügung.

Martin Schmidt-Bugiel

Olga Fuchs - Meine Geschichte als Russlanddeutsche

Frau Fuchs
Bild: Seniorenvertretung

Mein Name ist Olga Fuchs. Geboren bin ich in Kasachstan, in der Stadt Karaganda. Meine Eltern – Johannes (Iwan) Fuchs und Katharina geborene Litzenberger – waren 1931 als “Kulaki” aus Saratow nach Kasachstan deportiert worden. In 24 Stunden mussten sie raus.
Auf dem Bahnhof sind sie in Viehwagons gebracht worden. Die Wagons waren so voll gestopft, dass man sich kaum bewegen konnte. Es gab zu wenig zu essen und zu trinken, und das Monate lang. Keiner wusste, wohin es geht. Viele Kinder und ältere Menschen sind unterwegs gestorben, auch meine Großeltern väterlicherseits und mein älterer Bruder. Keiner weiß, wo sie begraben sind. Ende August sind die Eltern in der kasachischen Steppe gelandet. Weit und breit gab es kein einziges Gebäude. Zum Glück hatten viele Leute Schaufeln mitgebracht. Sie haben Löcher gegraben und mit Brettern und Gras bedeckt und so den ersten Winter überlebt. Im nächsten Sommer haben sie Quadern aus dem Boden geschnitten und Häuser gebaut ….

Mein Vater hat im Kohlenbergbau Arbeit gefunden. Die Bergwerke mussten erst aufgebaut werden. Da hat er auch sein Leben lang gearbeitet. Sie mussten sich ja schon damals jede Woche bei der Kommandantur melden. Im Jahr 1937 ist mein Opa Philipp Litzenberger aus Saratow zu uns zu Besuch gekommen. Er war Pfarrer und hatte eine Bibel mitgebracht. Da hat ihn ein Nachbar angeklagt. Nachts wurde er abgeholt, und zwei Wochen danach ist er erschossen worden. Das haben wir später erfahren.

1940 wurde die Kommandantur geschlossen, und man durfte (ohne Kinder, nur Mann oder Frau) die Verwandten in Saratow besuchen. Meine Mutter und mein Onkel, der Bruder meines Vaters, sind am 25. Mai 1941 nach Saratow gefahren. Dann brach der Krieg aus .. . Den Onkel haben sie verhaftet als Spion und erschossen … Wie meine Mutter den Weg zurück geschafft hat, wusste sie bis zuletzt selbst nicht. Die Angst und der Wille haben mich zu euch gebracht, hat sie immer gesagt. Krieg ist für alle schrecklich, aber für uns Deutsche war es die Hölle. Sogar wir Kinder haben das gespürt. Man war doch immer noch dasselbe Kind, derselbe Mensch, aber wenn ein Nachbar eine Todesurkunde bekommen hatte, das war auch für uns schrecklich. Sie haben nichts gesagt, aber die Augen, der Hass in den Augen … und so steckt die Angst immer in dir.

Die Eltern waren ja nie zu Hause, der Vater musste 16 – 18 Stunden arbeiten, und die Mutter kam einmal im Monat nach Hause. Die Frauen mussten ja im Kolchos arbeiten, von der Stadt 30 Kilometer entfernt. Ich hatte wunderbare, liebevolle Eltern. Auch wenn sie so wenig zu Hause waren, man hatte immer Liebe und Geborgenheit gespürt. Ich wundere mich jetzt noch, wie sie das geschafft haben. Sie hatten ja beide goldene Hände. Der Vater hat so vieles aus Holz hergestellt. Die Mutter konnte nähen, stricken, häkeln, aus alten Sachen hat sie immer etwas Neues gemacht. Ich habe gut und gerne gelernt, viel gelesen, trotz all der Not.

Ende 42 auf 43 wurden viele Menschen aus der Ukraine und aus Tschetschenien deportiert. Man musste für sie Platz machen. Da sind die Verwandten zusammengezogen und haben die leeren Häuser den Fremden überlassen. Das waren dann 10 – 12 Leute in einem Zimmer. Mein Vater war der Erste, der Etagenbetten gebaut hat. Er hat auch vielen Nachbarn geholfen. 1948 ist ein Unglück in dem Bergwerk passiert. Vierzehn Menschen waren sieben Tage lang verschüttet. Mein Vater hat von allen anderen Verschütteten das Essen und die Flaschen mit dem Wasser eingesammelt und dann gerecht verteilt. Und Tag und Nacht musste einer von ihnen klopfen – sie wussten ja, dass sie gesucht würden. Später hat er einen Lenin-Orden bekommen. Das war wunderbar, dass ein Deutscher einen Lenin-Orden bekam.

Ich frage mich oft, wo und wann hat die Russlanddeutschen-Geschichte eigentlich angefangen. Vor dem Krieg, nach dem Krieg? Oder schon 1767, als meine Vorfahren aus Deutschland nach Russland aufgebrochen sind? Die meisten waren ja aus Hessen, aus Nordbayern, aus der Pfalz und aus Württemberg. Nach dem Siebenjährigen Krieg waren hier besonders schwere Zeiten, Armut und Hunger. Die Eltern hatten Angst um ihre Familien, dass sie verhungern. Aber bei den Russen gab es viel gutes Land. Da hat Katharina n. am 22. Juli 1763 ein Manifest erlassen und Bauern aus Deutschland eingeladen. In dem Manifest stand, dass sie nicht in der Armee zu dienen brauchen und 30 Jahre lang keine Steuern in die Regierungskasse zahlen müssen. Und sie dürfen ihren Glauben behalten und Kirchen bauen.

Im Jahr 1767 sind auch meine Vorfahren nach Russland gekommen, wie die Fuchs so die Litzenberger. Zuerst waren es 80 Familien, und 1768 waren es schon 8.000 Familien und 27.000 Menschen. Jede Familie kriegte zwei Pferde, eine Kuh und 15 Rubel. Das war viel Geld (eine Kuh kostete drei Rubel).
Leicht haben sie es nicht gehabt. Das Klima war härter, das Wasser war anders. In den ersten Jahren sind auch viele gestorben. Aber die geblieben sind, waren fleißig, haben hart gearbeitet und immer zusammengehalten. Die Russen haben sie verschieden behandelt. Manche haben sie bewundert, manche waren neidisch. Und den Einwanderern wurde von ihnen auch viel Schaden angerichtet. 1924 ist die Wolgadeutsche Republik entstanden. 28.200 Einwohner lebten in der Hauptstadt Engels. Im Jahr 1939 waren es 605.500 Menschen, davon 60 % Deutsche. Und so haben sie zusammen gelebt, bis die Kommunisten mit den Kolchosen anfingen – da wurden die “Kulaki” weggebracht. Dann kam der Krieg, und so war es zu Ende mit der Wolgadeutschen Republik. Alle Deutschen wurden nach Sibirien und Kasachstan deportiert.

Der Name meiner Mutter ist Litzenberger. Dieser Name ist auch in Deutschland selten. Ich habe ein bisschen tiefer gegraben und festgestellt, dass der Name aus einem kleinen Dorf kommt: Lützelburg, 30 Kilometer von Straßberg (bei Augsburg). Im Jahr 1585 ist ein Mann namens Stephan nach Gemünden gezogen. Dort hat er geheiratet. Im Kirchenbuch steht: 14. November 1614, Stephan aus Lützelburg, Ansiedler in Gemünden.
Nach ihm hießen alle seine Nachkommen in der Stadt Lützenburger. Sebastian, der nach Russland gegangen ist, war ein Ururenkel von diesem Stephan. Aus dem einen Namen haben sich dann 48 verschiedene Namensformen entwickelt. Die Litzenberger waren eine von den reichsten russlanddeutschen Familien. Sie hatten ein großes Haus in der Stadt, dazu auf dem Land ein Landhaus, zwei Mühlen, viele Pferde, Kühe, eigenen Honig. Die Kinder haben alle gelernt, sogar die Mädchen (das war damals nicht so üblich).

Jetzt wieder zurück zu meiner eigenen Familie. Meine Eltern hatten fünf Kinder. Ich bin seit dreißig Jahren Witwe. Von meinen drei Töchtern ist nur eine mit mir nach Deutschland ausgereist. Seit 17 Jahren sind wir in Berlin. So ist es gekommen, und so nehme ich es an. Die zwei anderen Töchter mit ihren Familien sind von Kasachstan nach Russland gezogen. Sie leben in Anapa.

Warum wir nach Berlin gekommen sind? Manchmal sage ich kurz: Ich weiß es nicht.
Nach den 60er, 70er Jahren war es uns ja gut gegangen, am besten unter Breschnew. Aber als die Sowjetunion zerbrach, gab es wieder die Unruhe, und die Angst kam wieder hoch. Die Kasachen haben sich mit Transparenten versammelt: “Fremde raus! “. Und da war wieder die Angst da. So hat die Angst meine Vorfahren nach Russland gebracht und uns wieder zurück nach Deutschland. Dass es nicht leicht würde, wusste ich. Aber ich dachte: Mit der Zeit (50 bis 60 Jahre) werden wir das schaffen! Ich weiß, dass meine Kinder fleiß ig und ein bisschen ehrgeizig sind. Sie arbeiten und lernen gut, und ich bin überzeugt, dass alles gut wird. Und sie werden meiner Devise folgen, nämlich: Die Tatsachen akzeptieren und das Beste daraus machen! Viel hat mir hier der Dialog gegeben, vor allem die Gespräche mit den Menschen im KES (“Kinder, Erwachsene und Senioren”). Dafür danke ich ihnen von Herzen.

Seit zehn Jahren bin ich die Älteste in meiner Familie, und man wünschte, dass die Familie uns erhalten bleibt. Aber es kommt, wie es kommt. Man stirbt nicht nach der Reihe, doch jede dunkle Nacht hat ein helles Ende.

Olga Fuchs

Sommer, Sonne und Gartenfest im Seniorenheim der Stadtmission Müggelschlößchenweg Juni 2013

Nach dem überlangen und harten Winter feierten die Bewohnerinnen und Bewohner mit Angehörigen, Bekannten sowie Anwohnerinnen und Anwohnern aus dem Allende-Viertel, wie alle Jahre, am 15. Juni 2013 ein fröhliches Sommerfest.

Angehörige, Ehrenamtliche, Mitglieder des Beirates, jugendliche Praktikantinnen und Praktikanten aus der Dahme-Schule sowie natürlich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gaben ihr Bestes. Nicht nur an diesem Tag, sondern auch schon bei der Vorbereitung des Festes. Allen ein „Herzliches Dankeschön!“

Nach der Begrüßung durch Herrn Kathmann von der Geschäftsführung der Stadtmission folgten eine Andacht und eine Gesangsrunde. Da alle Bewohnerinnen und Bewohner schon im Garten verteilt an ihren Tischen saßen, wurden die Lieder von einzelnen Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Gästen mitgesungen, aber leider hatte man durch die Entfernung nicht das Gefühl „des gemeinsamen Gesangs“. Es begeisterten die Frauen der Gruppe „DRUMS A LIVE“, die auf Gymnastikbällen trommelten und um diese tanzten. Den ganzen Tag konnten die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die kleinen Gäste Tiere beobachten und sie ausgiebig streicheln. Natürlich gab es auch wieder ein Rätsel. Um dieses zu lösen, war es erforderlich, ums Haus und durch die untere Etage zu spazieren. Dabei lernte man gleich ein wenig das Haus und den Garten kennen. Für Interessierte gab es auch Führungen durchs Seniorenheim. Das Ehepaar Pust/Strehlow hatte wieder ein „kleines Fotoatelier“ aufgebaut. Dort wurden Bilder von den Bewohnerinnen und Bewohner sowie ihren Angehörigen erstellt.

Nach dem Singen, Tanz, Spaß und Spiel konnten der Verlust der Kalorien durch Suppe, gegrillte Wurst und Fleisch, köstlichen Kuchen, der wie in jedem Jahr von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Ehrenamtlichen gebacken wurde, reichlich ausgeglichen werden.

Es war schön – und wir freuen uns auf das nächste Fest!
Danke, dass ich mitfeiern durfte.

Ulrike Ahl
Mitglied der Seniorenvertretung Treptow-Köpenick

9. Landesgesundheitskonferenz am 17. Dezember 2012

Auf der 9. Landesgesundheitskonferenz am 17. Dezember 2012 hielt die Vorsitzende der Landesseniorenvertretung, Frau Dr. Johanna Hambach, unter der Überschrift

Wir sind da! – Potenziale des Alters / Teilhabe in der Phase des Älterwerdens

einen Vortrag, den wir im Folgenden, aus dem Rede-Manuskript (Abweichungen sind möglich – es gilt das gesprochene Wort) wiedergeben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich soll eigentlich berichten über Teilhabe in der Phase des Älterwerdens, aber …
Das Thema dieser Veranstaltung „Wir sind da!“ reizt aber zum Nachdenken in die unterschiedlichsten Richtungen.
Könnte bedeuten – wir sind angekommen – auf mich bezogen heißt es vielleicht – angekommen im Rentenbezug oder angekommen im Ehrenamt als Vollzeitjob oder einfach angekommen in einem anderen Lebensabschnitt.
Könnte bedeuten – wir sind schon immer hier – ihr habt uns nur nicht so richtig wahrgenommen oder für voll genommen, ihr müsst mit uns rechnen, müsst euch auf uns einlassen.
Könnte bedeuten – wir sind viele – und der Anteil der über 60jährigen wächst weiter oder
könnte bedeuten – wir sind wer – wir sind nicht zu übersehen, wir mischen uns ein mit unserem Wissen, unseren Erfahrungen, haben unseren eigenen Willen, der in jeder Lebensphase respektiert werden muss, aber störrische Alte sind wir auf keinen Fall und noch etwas.
Die Aussage „Wir sind da!“ endet mit einem Ausrufezeichen,
könnte also auch bedeuten – Achtung „Wir sind da“ so wie Hochachtung oder Achtung – da sind die Alten mit ihren Potenzialen, ihrem eigenen Willen, ihren Forderungen, ihrem immer Mitmischen wollen oder auch Achtung – die machen Arbeit, die sind krank, müssen gepflegt werden.
Sind wir gar eine Bedrohung? Für was und wen auch immer, ich sage nein.

Ich vertrete die Auffassung, dass wir, ganz gleich in welcher Phase des Älterwerdens wir uns befinden, Berlin bereichern. Ich meine aber auch, dass Potenziale für ein gesundes und aktives Altern täglich neu erstritten werden müssen. Dazu sind in der Vergangenheit zwar schon etliche Rahmenbedingungen geschaffen worden, aber sie müssen weiterentwickelt werden.
Da ich Mitglied der Seniorenvertretung Treptow-Köpenick und damit der Landesseniorenvertretung bin und außerdem deren Vorsitzende, liegt mir das Seniorenmitwirkungsgesetz besonders am Herzen. Berlin ist diesbezüglich Vorreiter in der Bundesrepublik. Inzwischen gibt es vier Länder.

Das Gesetz ist eine gute Grundlage für die Interessenvertretung der Älteren durch die Älteren selbst. An Gesetzen kann keiner so leicht vorbei. Obwohl ich erst seit der letzten Wahl direkt die Arbeit der Seniorenvertretung kenne, kann ich sagen: Die Seniorenvertretungen sind eine sehr gute Möglichkeit der Teilhabe, der Mitwirkung und Mitbestimmung an den Geschicken des Bezirkes für die konkrete Umsetzung der Interessen der Älteren.
Das ist von Bezirk zu Bezirk durchaus unterschiedlich. Auch der Bekanntheitsgrad der Seniorenvertretungen ist noch sehr gering. Aber trotzdem ist es eine gute Möglichkeit unserer Generation, sich aktiv zu beteiligen. Einige Beispiel aus unserer SV:

Wir haben uns im Bezirk zum Haushalt positioniert, haben in einem Schreiben an Herrn Czaja konkrete Positionen zu den Kosten der Unterkunft formuliert, sind in den Beiräten der Senioren- und Pflegeheime aktiv, setzen uns aktiv für den Erhalt und die Weiterentwicklung unserer Begegnungsstätten ein, haben uns wegen des drastischen Stellenabbaus an die Abgeordneten gewandt und … Wir sind aktiv.

Seit Jahren sind in den Bezirken leise, aber auch laute und immer lauter werdende Proteste der Seniorinnen und Senioren hörbar. Sie treten für ihre Interessen ein, aber damit gleichzeitig für die jüngere Generation. Alle werden älter.

Gestatten Sie mir, auf einen anderen Aspekt aufmerksam zu machen. Es ist das Bild, das Jüngere vom Alter und den Alten haben. Ganz gleich ob Schüler, Politiker oder Journalisten oder sonst wer – meist wird immer noch Alter mit Verfall, mit Pflegebedürftigkeit identifiziert.
Ein Beispiel: Vor wenigen Tagen rief eine Journalistin an und wollte im Zusammenhang mit der Veröffentlichung, dass 2030 bedeutend mehr über 80jährige in Berlin leben werden, von mir wissen, wie viele Pflegeheime notwendig seien und ob die Zahl von heute ausreichen würde. Ich sagte ihr, dass es vor allem darum gehen muss, ob das Wohnumfeld dem Alter gerecht wird, ob die soziale und kulturelle Infrastruktur und die medizinische Versorgung im Kiez ein menschenwürdiges, aktives und gesundes Altern ermöglicht. Das wollte die Journalistin aber nicht hören.
Das bestätigt mir, es ist nach wie vor eine der größten Herausforderungen, das Bild der Gesellschaft über die Alten zu verändern, die Differenziertheit des Alters und des Älterwerdens zu verdeutlichen.

2030 gehöre ich zu den 80plus. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich aufgrund meiner Art und Weise zu leben, nämlich sich einzumischen, aktiv zu sein, auch dann noch zu den aktiven und gesunden Alten zählen werde, vielleicht mit kleinen, aber unbedeutenden Wehwehchen.
Meine Mutter war mit 80 auch noch sehr aktiv in ihrem Umfeld tätig. Sie wurde 95 Jahre alt.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit

Mah-Jong im KIEZKLUB Rahnsdorf

Mahjongsteine
Bild: Seniorenvertretung

Kennen Sie diese bunten Steine und was die Bildzeichen bedeuten?

Dieses alte chinesische Spiel wird in vielen Varianten gespielt, denn China ist groß und in jeder Provinz gab bzw. gibt es andere Spielregeln.

Unsere Gruppe, von links Frau Steinhofer, Frau Bachmann, Herr Basedow und Frau Fydrich, trifft sich 1x monatlich im KIEZKLUB Rahnsdorf in der Lutherstr. zum spielen. Es werden immer 4 Spieler benötigt – vielleicht haben Sie auch Lust dazu. Die Regeln, so wie wir spielen, sind leicht zu lernen.

Vielleicht kommt eine 2. Spielgruppe zusammen oder Sie spielen mit einem Stammspieler zusammen und dann bei einem Ausfall als „Vertretung“.

Sommer, Sonne und feiernde Seniorinnen und Senioren Juli 2012

Bezirksbürgermeister Oliver Igel
Bild: Ulrike Ahl

30 Jahre Seniorenheim im Müggelschlösschenweg

Am 21. Juli 2012 wurde das dreißigjährige Bestehen des Seniorenheimes der Stadtmission im Müggelschlösschenweg ebenfalls im Garten bei Sommersonne gefeiert.

Es begann mit einer Rede der Leiterin Frau Wegemann. Sie ging auf die Geschichte des Heimes ein, in dem zu DDR-Zeiten die doppelte Anzahl von Bewohnerinnen und Bewohnern untergebracht waren. Zwei- und Mehrbettzimmer waren damals die Regel. Nach der Wende wurde das Heim von der Stadtmission übernommen und umgebaut.

Unser Bezirksbürgermeister, Herr Oliver Igel, sprach ein Grußwort und wurde herzlich von den Seniorinnen und Senioren begrüßt. Nach einem Ausblick in die Zukunft und der anstehenden Projekte durch einen Vertreter der Stadtmissionsleitung, wurde der offizielle Teil mit einer Andacht und gemeinsamem Singen abgeschlossen.

Der Sturm auf das leckere Büfett, das von der Heimküche gefertigt wurde begann. Angestellte und einige Angehörige steuerten selbst gebackenen Kuchen bei. Man konnte sich und seine Lieben fotografieren lassen oder an einem Quiz teilnehmen. Alles wurde von Musik umrahmt.

Besonders ist das Interesse der Bewohnerinnen und Bewohner des Allendeviertels II hervor zu heben, die fleißig mitfeierten und den Tag zur Besichtigung des Heimes nutzten.

Grillfest im Haus der Begegnung Juni 2012

Grillfest im Haus der Begegnung
Bild: Ulrike Ahl

In vielen Seniorenheimen, Freizeitstätten und Kiezklubs wird zu Zeit gefeiert und die Sonne und der Sommer im Freien genossen.
So feierten am 29. Juni 2012 die ständigen Besucherinnen und Besucher sowie Nutzerinnen und Nutzer des Hauses der Begegnung mit Gästen bei Musik, selbstgebackenem Kuchen, Kaffee, Salaten sowie Gegrilltem und entsprechenden Getränken ein fröhliches Fest. Die Stimmung war sehr gelöst, denn von allen war die Unsicherheit genommen das vertraute Haus zu verlieren.

In Gesprächen wurden neue und weitere Aktivitäten zur Gestaltung des Klublebens diskutiert.
Ich durfte dabei sein und beim Getränkeverkauf helfen.

Ausflug an den Müggelsee mit den Bewohnern des Seniorenheimes Bethel August 2012

Am 14. August 2012 bewegte sich eine lange „Karawane“ vom Seniorenheim in Richtung Müggelsee, zwar nicht auf Kamelen, aber mit Rollstühlen und Rollatoren. Das gute Wetter war vorher bestellt worden und wurde auch zu vollster Zufriedenheit geliefert. Am Teppich angekommen wurden Getränke und Süßigkeiten gereicht. Der Seniorenchor des Heimes, die „Bunten Vögel“, stimmte ein Lied nach dem anderen an und wer konnte sang fröhlich mit.

Nach der Rückkehr wurde sich gegenüber des Heimes im „Büdchen“ bei Gegrilltem und bei Pizza sowie Jazzmusik von dem „anstrengendem“ Ausflug erholt.

Es nahmen 138 Personen teil, davon 69 Bewohnerinnen und Bewohner und die Übrigen waren Betreuungspersonal, Angehörige, Ehrenamtliche, die die Rollstühle bewegten, Versorgung gewährleisteten und den Platz am Müggelsee liebevoll geschmückt haben.