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Friedrich II.auf seinem Sockel am Markt

Friedrichshagen

auf einen Blick

17.478 Einwohner (30.6.2012, Amt für Statistik)
14,0 km2

Kindertagesstätten: 11
Grundschulen: 2
Sekundar-/ Gemeinschaftsschulen: 1
Gymnasien: 1
Privatschulen: 1

Verkehrsverbindungen: S-Bahn Friedrichshagen, Hirschgarten, Straßenbahnlinien 60 und 61

Das am 29. Mai 1753 von König Friedrich II. gegründete Kolonistendorf Friedrichshagen stellte eine der größten friederizianischen Siedlungen im Berliner Umland dar. In dem als Straßendorf mit einem quadratischen Mittelteil angelegten Ort wurden insgesamt 100 Familien, vor allem aus Böhmen, Sachsen, Württemberg und Hessen angesiedelt, die ihren Lebensunterhalt bis zur Einführung der Maschinenspinnerei 1802 hauptsächlich mit dem Verspinnen von Rohbaumwolle verdienten. Mit der 1849 erfolgten Eröffnung der Berlin-Frankfurter Eisenbahn verbesserten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. In der Folgezeit etablierten sich mit der heutigen Brauerei Berliner Bürgerbräu (1869) und dem Wasserwerk (1893) mehrere finanzkräftige und zugleich überregional bekannte Unternehmen. Neben dem aufkommenden Fremdenverkehr hatten sie wesentlichen Anteil am sprunghaften Aufschwung des Ortes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Schriftsteller Wilhelm Bölsche (1861-1939), der mit Bruno Wille ( 1860-1928) zu den Begründern des "Friedrichshagener Dichterkreises" gehörte, ist Namensgeber der über einen Kilometer langen Bölschestraße, die vom S-Bahnhof Friedrichshagen bis zum Müggelseedamm führt. Besondere Aufmerksamkeit verdienen das ehemalige Rathaus (Nr. 87), die Apotheke (Nr. 58) sowie die 1903 eingeweihte Christophorus-Kirche am Markt. Die heute unter Denkmalschutz stehende Straße wurde in den vergangenen Jahren aufwändig restauriert und gilt als eine der schönsten Einkaufs-, Gastronomie- und Flaniermeilen Berlins. Wichtigster Treffpunkt der Straße ist zweifellos das anlässlich der 250-Jahrfeier des Ortes im Mai 2003 auf dem Marktplatz wiedererrichtete Bronzestandbild König Friedrich II.

Folgt man der Josef-Nawrocki-Straße in Richtung Müggelsee, gelangt man zum 1927 versenkten Spreetunnel, der seitdem die Unterquerung der hier über 120 Meter breiten Müggelspree trockenen Fußes ermöglicht. Das mit seiner Oberkante vier Meter unter der Wasseroberfläche liegende Bauwerk löste den besonders während der Sommermonate völlig überlasteten Fährverkehr ab . Nach der Passage des Tunnels erreicht der Besucher schnell und sicher den reizvollen Uferweg am Müggelsee und die benachbarte Kämmereiheide mit DRK- Krankenhaus und dem nach Salvador Allende (1908-1973) benannten Wohngebiet. Am Ufer des Müggelsees entlang führt der Weg "in't Jriene" und zu Speis und Trank. In den Sommermonaten ist von da die Rückfahrt mit dem Dampfer möglich.
Das hinter dem Seebad Friedrichshagen am Müggelseedamm liegende Wasserwerk wurde 1893 in Betrieb genommen. In einem Schöpfmaschinenhaus befindet sich seit November 1987 das sehenswerte Museum im Wasserwerk(Externer Link). In der ständigen Ausstellung "Wasser für Berlin." wird ein Querschnitt durch die Geschichte der Wasserversorgung und der Stadtentwässerung Berlins ab 1850 gezeigt. Neben den Ausstellungsstücken kann man auch die technische Entwicklung der Wasserversorgung Berlins nachvollziehen.
Eine weitere Attraktion ist das 1930 eröffnete Naturtheater Friedrichshagen (Hinter dem Kurpark, S-Bahn Friedrichshagen). Im Sommer finden regelmäßig Konzerte und Kinovorführungen statt.

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