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„Auf dem Weg zur Gleichstellung – Geschichte gemeinsam verändern“ – Vernissage am 30. Oktober 2019

Steffen Sambill, Michael Raj Kunsmann, Prof. Dr.-Ing. Carsten Busch, Stefan Meiners (v.l.n.r.)
Steffen Sambill, Michael Raj Kunsmann, Prof. Dr.-Ing. Carsten Busch, Stefan Meiners (v.l.n.r.)
Bild: BA Treptow-Köpenick
Pressemitteilung vom 31.10.2019

Bezirksbürgermeister Oliver Igel begrüßte gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Frau Anke Armbrust am 30. Oktober 2019 die zahlreich erschienenen Gäste, unter Ihnen auch der stellvertretende Bezirksbürgermeister und Bezirksstadtrat Gernot Klemm, im Ratssaal des Rathauses Köpenick zur Vernissage der Ausstellung „Auf dem Weg zur Gleichstellung – Geschichte gemeinsam verändern“.

Im vergangenen Jahr wurde anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Einführung des Wahlrechts für Frauen in Deutschland die Ausstellung „Auf dem Weg zur Gleichstellung – Frauen verändern Geschichte“ präsentiert. In dieser wurden sechs Biografien von Frauenrechtlerinnen der letzten 200 Jahre aus dem Bezirk Treptow-Köpenick gezeigt. Zu den sechs Frauen gehören drei Frauenrechtlerinnen aus der Vergangenheit und drei gegenwärtig engagierte Frauen. Diese sind Fanny Zobel, Marie Juchacz, Clara Bohm-Schuch, Brigitte Kanacher-Ataya, Ana-Maria Trasnea und Sybille Schumann.

In der heutigen Zeit ist es wichtig, Gleichstellungspolitik geschlechterübergreifend zu gestalten. Insofern ist es folgerichtig den Blick auf die Männer zu richten, welche sich für die Belange, Bedarfe und geschlechterbezogene Benachteiligungen interessieren und zugleich engagiert mitwirken, Strukturen zu verändern.

Mit der Fortführung und erweiterten Ausstellung „Auf dem Weg zur Gleichstellung – Geschichte gemeinsam verändern“ werden fünf männliche Persönlichkeiten aus dem Bezirk Treptow-Köpenick porträtiert, welche sich für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzen und diese konkret unterstützen.
Zu ihnen gehören der Präsident der HTW, Prof. Dr.-Ing. Carsten Busch, der Bezirksverordnete Steffen Sambill, der Unternehmer Stefan Meiners von der Polyprint GmbH, der Bildungsreferent Michael Raj Kunsmann aus dem FEZ-Berlin sowie Prof. Dr. Ulrich Panne, Präsident der BAM (Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung).

Prof. Dr.-Ing. Carsten Busch

Herr Prof. Doc. Busch ist Präsident der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Er setzt sich u.a. dafür ein, dass Gleichstellungsbeauftragte und Frauenbeauftragte als Anwält*innen agieren und erachtet es als notwendig, dass diese Funktionen institutionell verankert sind. Die Frauenquote betrachtet er zudem als erforderliche Maßnahme, um die gläserne Decke aufzulösen und mehr Parität in bisher männlich dominierten Studiengängen zu erreichen. Für Prof. Dr.-Ing. Carsten Busch ist maßgeblich die Menschenrechterklärung der UNO, die besagt, dass alle Menschen, gerade weil sie unterschiedlich sind, gleiche Rechte und gleiche Chancen haben sollen. Dieses Recht, das er als ein Ziel sieht, ist für ihn tägliche Herausforderung und eine Handlungsanweisung in der Gegenwart.

Steffen Sambill

Herr Sambill ist Mitglied der BVV Treptow-Köpenick, Studiengangskoordinator und Vorsitzender der Sportjugend Berlin und Vizepräsident des LSB Berlin e.V.. Sein Gleichstellungsgedanke konnte beispielsweise in dem Projekt „Frauen im Sport“ verankert werden. Ziel dieses über Jahre dauernden Projektes war es, die Parität in den Vorständen der Sportvereine voran zu treiben – und dies ist auch gut gelungen. Ca. 25 Sportvereine haben sich erfolgreich an dem Projekt beteiligt und konnten mit dem „Zukunftspreises“ ausgezeichnet werden. Steffen Sambill setzt sich anerkennenswert für eine geschlechtergerechte Sportwelt von morgen ein und bringt seine gleichstellungspolitische Grundeinstellung als Bezirksverordneter für den Bezirk Treptow-Köpenick ein.

Stefan Meiners

Herr Meiners ist Geschäftsführer der Poyprint GmbH und auch zugleich ein Visionär, Repräsentant und Pragmatiker für eine Arbeitswelt von morgen. Er unterstützt moderne Strukturen wie z.B. die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wie das funktionieren kann, zeigt er in seinem Unternehmen und ist dafür bereits mit der Polyprint GmbH mehrfach als familienfreundlichstes Unternehmen ausgezeichnet worden. So ist für ihn eine umfassende Flexibilisierung der Arbeitszeit für alle Beschäftigten wichtig und erachtet dies als Grundvoraussetzung für eine qualitativ hochwertige Arbeit.

Michael Raj Kunsmann

Herr Kunsmann ist Bildungsreferent im FEZ-Berlin und engagiert sich sehr bei der Organisation der One Billion Rising Tanz-Demo, die immer am Valentinstag am Brandenburger Tor stattfindet. Hier treffen sich ca. 4.000 Menschen, erheben sich gemeinsam für ein friedliches Miteinander aller Geschlechter. Seit 2015 bereitet er mit dem FEZ-Berlin diese Tanz-Demonstration vor, bietet einen Bildungs- und Aktionstag für über 300 Kinder und Jugendliche an, die sich in sport- und kulturorientierten Workshops mit dem Thema „häusliche Gewalt“ auseinandersetzen, dann Plakate für die Tanz-Demo entwerfen und den Tanz lernen, den sie anschließend gemeinsam mit allen Anwesenden vor dem Brandenburger Tor tanzen.

Professor Dr. Ulrich Panne

Professor Dr. Ulrich Panne ist Präsident der Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung. Er plant, den Frauenanteil des Direktoriums und in der Führung der Fachbereiche bis 2021 zu verdoppelt. Außerdem soll eine gender- und diversitätsgerechte Darstellung der BAM nach innen und außen erfolgen. Nachwuchswissenschaftlerinnen sollen sich bezüglich ihrer Kompetenz- und Karriereentwicklung universitär vernetzen können. Zudem sollen für alle Beschäftige flexible Arbeitszeiten möglich sein. All die Ziele könnten dann bis zum Jahr 2030 bewirken, dass nicht nur bei der BAM sondern in sämtlichen Organisationen oder Gesellschaften Leitungspositionen an jeder Stelle paritätisch besetzt sein würden und eine größere kulturelle Diversität aller Beschäftigen erreicht wäre.

Vernissage am 30. Oktober 2019 für die Ausstellung „Auf dem Weg zur Gleichstellung – Geschichte gemeinsam verändern"

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Die Ausstellung „Auf dem Weg zur Gleichstellung – Geschichte gemeinsam verändern“ zeigt, dass es den Willen und die Unterstützung vieler Akteure bedarf, ein solch wichtiges Thema vereint umsetzen zu können. Umso erfreulicher ist es, dass die Ausstellung sehr positiv von den Besucher*innen angenommen wurde.
Ein besonderer Dank gilt Frau von Gelieu, für den wissenschaftlich und historischen Einblick über die Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren in Treptow-Köpenick und die Rolle der Männer in ihrer Rede, dem Musiker Herrn Tobias Unterberg, der mit seinem Cello für die passende musikalische Umrahmung der Vernissage sorgte sowie Frau Blang, die mit viel Engagement die Texte für die Ausstellung erarbeitete und tatkräftig unterstützte.