Die Kugelspielerin wieder im Luisenhain?

Pressemitteilung vom 25.07.2017
Bildvergrößerung: Skulptur der Kugelspielerin in Düsseldorf
Bild: Werner Wischnewsky

Alt-Köpenick: wer das Glück hat, in dieser Straße einen Firmensitz, ein Ladengeschäft, ein Restaurant oder ein Café sein Eigen zu nennen, befindet sich damit an einer der besten Adressen, die Berlin-Köpenick zu bieten hat.
Die Altstadt Köpenick mit ihrem legendären Rathaus übt eine nicht nachlassende Anziehungskraft auf die Berlinerinnen und Berliner und ihre Gäste aus. Viele denken natürlich sofort an den weltbekannten Hauptmann von Köpenick, der seinen legendären Kassenraub mit Verhaftung des Bürgermeisters in dem dadurch ebenfalls weltberühmt gewordenen Rathaus Köpenick ausübte. Dabei verfügt die Straße Alt-Köpenick mit dem direkt gegenüber dem Rathaus gelegenen Luisenhain auch über ein ganz anderes Juwel. Die an den Luisenhain grenzende Uferpromenade ist sehr attraktiv und wird wegen der schönen Aussicht gern genutzt. Dem Park jedoch, der im Moment mit seiner schlichten Rasenfläche, einigen Bäumen und Hecken eher unbedeutend wirkt, soll zu mehr Glanz verholfen werden. Schließlich hat die große Freifläche, die den Blick auf das Rathaus großzügig ermöglicht, eine wertvolle Geschichte.
Der Kaufmann Karl Otto Asseburg handelte sehr zum Nutzen aller Bürgerinnen und Bürger der Stadt, als er dieses Gelände im Jahre 1906 seiner Heimatstadt Cöpenick schenkte. Mit dem Geschenk verband er die Auflage, hier einen öffentlich zugänglichen Park herzurichten und ihn sodann nach seiner früh verstorbenen Schwester Luise zu benennen. Gab es bis dahin nur eingezäunte Privatgrundstücke, bekam das damalige Cöpenick nun den ersten echten Volkspark. Aufgestellt im Jahre 1925 gehörte die Bronzeskulptur “Die Kugelspielerin”, ein Werk des berühmten Bildhauers Walter Schott und der deutschlandweit bekannten Kunstgießerei Walter Gladenbeck aus Berlin-Friedrichshagen, einst in den Mittelpunkt des Luisenhains. Leider ist diese Skulptur seit Anfang der 1950er Jahre verschwunden und blieb bisher unauffindbar. Nun hat sich der Köpenicker Bürger, Werner Wischnewsky, in höchst engagierter und dankenswerter Weise dem Vorhaben verschrieben, der „Kugelspielerin“ wieder ihren Platz im Luisenhain zu geben. Es besteht die Möglichkeit, einen Abguss der in Düsseldorf befindlichen Skulptur der Kugelspielerin herzustellen. Der Bezirk Treptow-Köpenick unterstützt dieses besondere Projekt grundsätzlich sehr, verfügt aber leider nicht über die erforderlichen finanziellen Mittel dafür. Deshalb will der eigens zu diesem Zweck gegründete Verein “Volkspark Luisenhain, Berlin-Köpenick e.V.” die benötigten Mittel von rund 19.000 Euro beschaffen. Das Projekt wird auch durch die Bürgerstiftung Treptow-Köpenick unterstützt.
Der Luisenhain würde durch die schöne Bronzeskulptur deutlich an Attraktivität gewinnen und so die Adresse Alt-Köpenick weiter aufwerten. „Die Kugelspielerin“ und die nach ihrer Restaurierung jüngst im Luisenhain wiederaufgestellte Plastik „Die sich Erhebende“ der Rahnsdorfer Bildhauerin Ingeborg Hunzinger könnten sich hervorragend ergänzen und künstlerisch eine Brücke schlagen.