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Neuer Eigentümer von Riviera und Gesellschaftshaus Grünau – Bezirksamt erteilt positiven Bauvorbescheid zur Instandsetzung des Denkmals und Errichtung einer Seniorenwohnanlage

Pressemitteilung vom 02.03.2017

Am 28.02.2017 erfolgte die Unterzeichnung eines Kaufvertrags zwischen den bisherigen Ei-gentümern und der Terragon Projekt GmbH, einem Projektentwickler, der dem Bezirksamt aus anderen Projekten als seriöser Partner bekannt ist.

Zuvor hatte der neue Eigentümer eine Bauvoranfrage zur Instandsetzung der Denkmale Riviera und Gesellschaftshaus im Rahmen der Errichtung einer Seniorenwohnanlage in der Regattastraße, Grünau gestellt, die das Bezirksamt im Einvernehmen mit dem Landesdenkmalamt positiv beschieden hat. Der Vorbescheid darf nur ausgenutzt werden, wenn zuvor der Saal der Riviera denkmalgerecht saniert wird und das Gesellschaftshaus mit seinen wesent-lichen Elementen, insbesondere der Veranda erhalten bleibt.

Die neuen Grundstückseigentümer planen unter Einbeziehung der denkmalgeschützten Bausubstanz die Errichtung von vier neuen Gebäuden auf zwei gegenüber liegenden Grundstücken. Die Seniorenwohnanlage beinhaltet ein gastronomisches Angebot, das auch von der Öffentlichkeit genutzt werden können soll, Räume für Fitness, Wellness und Gemeinschaftsräume.

Bei der Umsetzung des Konzeptes soll der historische Saal in der sogenannten Riviera erhalten bleiben und denkmalgerecht saniert werden. Der Saal soll als Veranstaltungsraum genutzt werden, und so auch für die Öffentlichkeit erlebbar sein. Mit der Sanierung des ehemaligen Ballsaals wird der künftige Besucher einen Eindruck der einstigen Pracht erhalten.

Weiterhin ist geplant, das Gesellschaftshaus in seiner stadtbildprägenden Kubatur und mit seinen wesentlichen Ausstattungselementen zu erhalten. Das Gesellschaftshaus soll Seniorenwohnungen aufnehmen. Hierfür ist ein barrierefreier Umbau nötig.

Das städtebauliche Konzept sieht eine große Offenheit und eine öffentliche Zugänglichkeit von der Regattastraße in Richtung Wasser vor. Beidseitig des Gesellschaftshauses werden Sichtachsen mit Durchgang zum Ufer der Dahme vorgesehen, ebenso gelangt man an den Außenseiten des Grundstücks und über die beiden seitlich gelegenen öffentlichen Grünflächen zum Wasser. Der Bauherr hat sich gegenüber dem Bezirksamt freiwillig zur Anlage eines öffentlichen Uferwegs entlang der Dahme bereiterklärt. Die neue für alle nutzbare Wegeverbindung verbindet die beiden angrenzenden öffentlichen Grünflächen.

Das Konzept sieht insgesamt vier neue Häuser vor. Zur Wasserseite, zwischen Regattastraße und Dahme, sind zwei Neubauten geplant, zwei weitere auf dem Grundstück Regattastraße 168 (landseitig). Die Neubauten haben zwischen drei und vier Vollgeschosse.

Rainer Hölmer, Bezirksstadtrat für Bauen, Stadtentwicklung und öffentliche Ordnung: „Jahrelang steckte das Bezirksamt in diversen Rechtsstreitigkeiten mit den bisherigen Grundstückseigentümern, um diese zur Sanierung der Denkmale zu verpflichten. Mit dem Verkauf gewinnt das Bezirksamt einen neuen Partner für die Entwicklung der Denkmale. Die geplanten Neubauten sind zugegebenermaßen sehr umfangreich. Allerdings können Denkmale nur dauerhaft erhalten werden, die auch genutzt werden. Leerstand führt immer zum Zerfall. Die neuen Eigentümer planen eine sinnvolle Nutzung und haben ein Konzept vorgelegt, dass nicht abschottend wirkt, sondern das Areal auch für die Grünauerinnen und Grünauer öffnet und eine öffentliche Nutzung des Uferbereichs ermöglicht. Wir sehen die Pläne als gangbaren Kompromiss, sie bieten aber auch eine große Chance für einen Neuanfang.“

Familien aus der Pfalz gründeten entlang der heutigen Regattastraße Mitte des 18. Jahrhunderts den Ort Grünau. Erst im 19. Jahrhundert erfuhr der Ort durch den zunehmenden Ausflugsverkehr einen Aufschwung. Entscheidend für seine Entwicklung war die Tatsache, dass sich der Rudersport in Preußen gesellschaftlich etablierte und die Gründung von Rudervereinen ausdrücklich gefördert wurde. Mit dieser Entwicklung entstanden entlang der Dahme zahlreiche architektonisch beeindruckende Bootshäuser. Neben dieser Entwicklung entdeckten die Berliner den Ort zunehmend als Ausflugsziel, so dass zahlreiche Ausflugsgaststätten entstan-den. Die repräsentativsten baulichen Zeugnisse dieser Entwicklung sind uns mit den Gebäudekomplexen des Gesellschaftshauses Grünau und Riviera überliefert.

Die Gaststätte Riviera wurde um 1895 als ein besonders reich ausgestattetes Lokal mit Saalbau errichtet, das gehobenen Ansprüchen des geselligen Zusammenseins genügte. Es ist damit ein historisches Zeugnis für eine Blütezeit Grünaus, das sich zu einem selbstbewussten und bevorzugten Vorort Berlins entwickelt hatte.

Noch heute sind vielen Berlinerinnen und Berlinern diese prächtigen Ausflugsgasstätten bekannt.

Ansprechpartnerin
Ulrike Zeidler, Amtsleiterin für Stadtentwicklung, Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin, Tel. (030) 90297-2450