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Toxisch, Jack, die Nerven! - Lesung mit Christian Meskó, Ute Breitenbach, Julia Hüttner und Klaus Geelhaar

Pressemitteilung vom 09.12.2016

Galerie KungerKiez

  • Karl-Kunger-Str. 15, 12435 Berlin
  • Mittwoch, den 14.12.2016 um 20 Uhr

Moderation: Katrin Heinau

Christian Meskó: Wir sind alles und Das wenig erstaunliche Tagebuch des Nerv Wannabee
In Christian Meskós epischem Erzählvorhaben werden die oft als alternativlos dargestellten hyperrealistischen, übersexualisierten Heldi*nnen-Fassadenpersönlichkeiten spätkapitalistischer Gesellschaften im selbstironischen Rezitierwettbewerb in ihre Einzelteile zerlegt. Die Kurzgeschichte Wir sind alles komprimiert dieses Vorhaben auf ein paar Seiten. In der Tagebuch-Sci-Fi-Dramedy-Parallelmontage Das wenig erstaunliche Tagebuch des Nerv Wannabee werden etwa folgende Fragen gestellt: Wieso so viele Geschichten? Wer bin ich? Wieso fällt mir ums Verrecken nicht ein, was man gegen Nazis, Kapitalismus, bescheuerte Eliten und hypnotisierte Massen machen kann? Und warum denke ich trotzdem dauernd darüber nach?
Christian Meskó studierte mal was, von dem manche glaubten, es würde Macht und Interessen analysieren. Er lebt nahezu ausschließlich in Berlin, spielt im KKT ab und an Theater und arbeitet an seinem zweiten Roman. Mehr dazu im Blog: Schundromanliteratur (http://jackfog.bplaced.net/). Christian Meskó veröffentlichte in der Anthologie das kosmische spiel (bei beyond affinity) und in den Zeitschriften polar. Politik/ Theorie/ Alltag sowie Prolog. Heft für Zeichnung und Text. Er ist Gast auf verschiedenen Berliner Lesebühnen.

Ute Breitenbach: Jack im Wald
Was macht eine Autorin vor lauter Bäumen? Und sie fragt sich, was sie tun könnte, um den Leser*innen wenigstens die Illusion eines Plans zu geben. Sie könnte abwiegeln á la “Sind wir nicht alle Autor*innen unseres Lebens?” Ute Breitenbach sucht ihresteils heimlich Rat bei den Protagonist*innen und probiert es mit Rollenwechsel. Jack im Wald ist ein äußerst anregendes Spiel, in dem Fiktionalität selbst zum Thema wird.
Als Literaturstudentin war sich Ute Breitenbach sicher, nicht zu den Studierenden mit heimlichen Ambitionen zum Schreiben zu gehören, sondern lieber zu philosophieren. Das änderte sich, als sie andere Autor*innen (besonders im Autorenclub Quertext) traf und in Anthologien zu veröffentlichen begann. Sie schreibt überwiegend kürzere Prosa und war z.B. bei 48StundenNeukölln zu hören. Ihr abgeschlossenes Projekt Spatzenklappe enthält Momentaufnahmen aus der Neuköllner Pannierstraße. Ute Breitenbach engagiert sich derzeit ehrenamtlich gegen Massenüberwachung und -kontrolle in der Humanistischen Union.

Julia Hüttner: Et kütt wie et kütt
So lautet der Titel des Romans, an dem Julia Hüttner arbeitet – die Liebesgeschichte ihrer Großeltern, die 1944 in Köln und dem Vogtland beginnt, sich in Mittelengland fortsetzt, bis das Paar 1960 wieder nach Deutschland zurückkehrt.
Julia Hüttner macht Sprachförderung in einer Kreuzberger Kita und schreibt seit fünf Jahren.

Klaus Geelhaar: Toxisches Exposé oder Versuche einer Veröffentlichung
Sein Roman scheint ein hoffnungsloser Fall, zum Scheitern verurteilt, ein Beispiel für Vergeblichkeit… Klaus Geelhaar, mittlerweile Veteran der Schreibwerkstatt, liest über seine Erfahrungen mit dem Schreiben. – Extended Version, eine an Paul Bowles orientierte Reise nach Marokko, thematisiert das Phänomen der Literatur in der Literatur. Ein aktuelles Vorhaben ist der historische Roman über die Entdeckung der Höhle von Altamira. Außerdem schreibt Klaus Geelhaar an einer beispielhaften visuellen Autobiografie für seine am Looked-in-Syndrom erkrankte Mutter.
Der gelernte Dreher arbeitet derzeit in einem Callcenter.

Die vier Lesenden sind die derzeitigen Teilnehmer*innen der Literarischen Schreibwerkstatt der KungerKiezInitiative e.V.

Eintritt frei

  • Eine Veranstaltung der KungerKiezInitiative e.V. in Kooperation mit der Fahrbibliothek Treptow-Köpenick
  • www.kungerkiez.de
  • Gefördert vom Berliner Autorenlesefonds