Gedenken an Richard Lehmann - Einladung

Pressemitteilung vom 16.04.2014

Mittwoch, den 23. April 2014 um 16 Uhr vor der Villa Hasselwerderstraße 22 in Niederschöneweide

Bezirksverordnetenvorsteher Siegfried Stock lädt zum Gedenken an den jüdischen Fabrikanten und Unternehmer Richard Lehmann anlässlich seines 150. Geburtstags ein.

Das Gedenken findet am Mittwoch, den 23. April 2014 um 16 Uhr vor der Villa Hasselwerderstraße 22 in Niederschöneweide statt.

Richard Lehmann (22.04.1864 – 04.06.1943) war seit 1888 in der väterlichen Fabrik beschäftigt, die sich auf dem Gelände der heutigen Fließstraße 1-8 befand. 1899 starb der Vater und Richard Lehmann wurde Direktor der Textilfabrik und Gemeindevertreter in Niederschöneweide. Das Unternehmen kaufte das Gelände des heutigen Hasselwerderparks und ließ für Lehmann eine Villa in der Hasselwerderstraße 22 errichten. Er selbst ließ einen Garten und einen Park an der Villa anlegen. Die Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre führte dazu, dass die Villa verkauft werden musste. Lehmann zog in den Grunewald, wo er das Haus 1941 räumen musste. Er fand Unterkunft bei einer anderen jüdischen Familie in Steglitz. Während er seine Tochter, seinen Schwiegersohn und die Enkelkinder noch nach England schicken konnte, verloren seine Frau Else und er ihr gesamtes Eigentum und wurden am 02.02.1943 ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Dort starb er vier Monate später, während seine Frau im Mai 1944 in Auschwitz ermordet wurde.