Drucksache - 1241/XX  

 
 
Betreff: Queere Verfolgungs- & Diskriminierungsgeschichte sichtbar machen
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:einzelne Bezirksverordnete, Fraktion Grüneeinzelne Bezirksverordnete, Fraktion Grüne
  Mroß, Jessica
Drucksache-Art:AntragAntrag
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg von Berlin Entscheidung
19.06.2019 
32. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg von Berlin überwiesen   
Ausschuss für Frauen-, Queer- und Inklusionspolitik Beratung
29.08.2019 
15. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Frauen-, Queer- und Inklusionspolitik, gemeinsam mit dem Ausschuss für Soziales, Senioren und demografischer Wandel      

Sachverhalt
Anlagen:
Antrag

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Das Bezirksamt wird ersucht, nach dem Vorbild der Aufarbeitung und Sichtbarmachung antisemitischer Verfolgung durch das nationalsozialistische Deutschland im Bayerischen Viertel ein Konzept zur Sichtbarmachung der Geschichte der Diskriminierung & Verfolgung queerer Menschen von 1850 bis heute zu erstellen, das im Nollendorfkiez Realisierung finden soll.

 

Hierzu soll das Bezirksamt zunächst in Zusammenarbeit mit queeren Akteur_innen vor Ort und den Archiven erarbeiten, welche historischen Einschnitte in queeres Leben prägend waren, sodass bei einer entsprechenden Installation o. ä. aufgezeigt werden kann, wie lange Lesben, Schwule, Transmenschen, Intersexuelle und nonbinäre Menschen noch unter jeweils welchen gesetzlichen Einschränkungen zu leben hatten, wie zum Beispiel:

 

175 (NS-Zeit & BRD) / § 151 (DDR)

-Verbot lesbischer Mutterschaft

-keine Eheerlaubnis

-keine Anerkennung von Intersexualität

-keine Transition ohne ‚Tuntentest

-keine rechtmäßige Identität nonbinärer Geschlechter

 

Im Anschluss soll das Bezirksamt eine Ausschreibung zur künstlerischen Realisierung eines Konzepts vornehmen. Ziel soll die Sichtbarmachung im öffentlichen Straßenraum sein.

 

Ggf. kann die Konzipierung in die Planungen zur Neugestaltung des U-Bahnhofs Nollendorfplatz und seiner Umgebung von Beginn an einbezogen werden.

 

Begründung:

Neben dem Gedenken an einzelne Personen oder positiven Highlights queerer Geschichte ist es wichtig aufzuzeigen, wie lange noch und in welchen Schritten wie massiv queere Menschen ungleich behandelt wurden und werden. Das Konzept am Bayerischen Platz kann als Vorbild dienen aufgrund seiner Unübersehbarkeit und Pointierung.

 
 

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