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Abt. Gesundheit und Soziales

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Kein
Alkohol
für
Kinder
Aktion

startet im Bezirk

Tempelhof-Schöneberg

Pressemitteilung KAfKA-Start

KAfKA - Kein Alkohol für Kinder Aktion
Projekt-Start im Bezirk Tempelhof-Schöneberg


Um Jugendschutz erfolgreich umsetzen zu können, reicht es nicht, nur Eltern aufzuklären, sondern besonders das Verkaufspersonal in Geschäften, Supermärkten, „Spätkäufen“ und Tankstellen usw. muss einbezogen werden. Genau das leistet KAfKA: Sensibilisierungsgespräche mit Geschäftsführern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Einzelhandels, deren Engagement für den Schutz der Jugend dann durch auffallende rote Plakate im Schaufenster sichtbar wird. „Das Jugendschutzgesetz ist sinnvoll – Für die gesellschaftliche Akzeptanz dieses Gesetzes müssen wir noch eine Menge tun. KAfKA leistet hier einen wichtigen Beitrag.“ kommentiert
Kerstin Jüngling, Leiterin der Fachstelle für Suchtprävention. Drei engagierte KAfKA-Mitarbeiter/innen des Projektes berichteten bei der heutigen Pressekonferenz über den Stand der aktuellen Bezirkskarte, in die – einzigartig – alle Spätverkaufstellen und weitere Verkaufsmöglichkeiten für Alkohol bezirksweit erfasst werden. „Diese bezirkliche Übersicht spiegelt nicht nur den Wert und die Sinnhaftigkeit von KAfKA wider, sondern bietet zudem die Möglichkeit, strukturell abgestimmt steuern zu können. Wir bedanken uns bei der Landesdrogenbeauftragten Christine Köhler-Azara, die die Schirmherrschaft übernommen hat und damit die Wichtigkeit der Einhaltung des Jugendschutzgesetzes betont.“ unterstreicht die Gesundheitsstadträtin
Dr. Sibyll Klotz das Konzept und die Umsetzung des Projektes in ihrem Bezirk. Das Besondere an KAfKA in Tempelhof-Schöneberg ist, dass dieses Projekt von vielen getragen und unterstützt wird. Die Bereiche Gesundheit und Jugend, das Ordnungsamt und das Jobcenter Tempelhof-Schöneberg arbeiten eng zusammen, um mit vereinten Kräften die Einhaltung des Jugendschutzes im Bezirk zu befördern.

KAfKA - Kein Alkohol für Kinder Aktion ist eine ursprünglich vom Bezirksamt Neukölln entwickelte Maßnahme, die auch in Tempelhof Schöneberg unter Trägerschaft der Berliner Gesellschaft für Integration - BGI durchgeführt wird, die personell bereits an der ursprünglichen Projektentwicklung beteiligt war. Die vom Jobcenter Tempelhof-Schöneberg geförderten 20 Mitarbeiter/innen von KAfKA werden ebenfalls wieder von der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin vier Wochen lang in Kommunikation und Suchtprävention geschult.

Bild links v.l.n.r.: Kerstin Jüngling, Dr. Sibyll Klotz, Christine Köhler-Azara
Bild rechts: die KAfKA-Projektmitarbeiter

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Pressemitteilung

KAfKA - Kein Alkohol für Kinder Aktion startet unter Schirmherrschaft der Landesdrogenbeauftragten in Tempelhof-Schöneberg

Die Hemmschwelle für Kinder und Jugendliche insbesondere harten Alkohol zu trinken ist nach Erkenntnissen der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin in letzter Zeit gesunken. Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 2058 alkoholisierte Kinder und Jugendliche, über 300 mussten wegen Alkoholvergiftung in Kliniken behandelt werden. Obwohl nach dem Jugendschutzgesetz der Verkauf von Bier, Wein und Sekt an unter 16-jährige und von harten Alkoholika an unter 18-jährige verboten ist, halten sich viele Verkaufsstellen nicht daran. Mit Sorge beobachtet Gesundheitsstadträtin Dr. Sibyll Klotz diese Entwicklung seit einiger Zeit und hat sich dafür eingesetzt, dass KAfKA - Kein Alkohol für Kinder Aktion, eine ursprünglich vom Bezirksamt Neukölln entwickelte Maßnahme, auch in Tempelhof Schöneberg startet. Dieses ist soeben unter der Schirmherrschaft der Landesdrogenbeauftragten Christine Köhler-Azara geschehen.

Um Jugendschutz erfolgreich umsetzen zu können, reicht es nicht, nur Eltern aufzuklären, sondern auch das Verkaufspersonal in Geschäften, Supermärkten, „Spätkäufen“ und Tankstellen usw. muss einbezogen werden. Deshalb werden in einer vom Jobcenter Tempelhof-Schöneberg geförderten Maßnahme 20 Projektteilnehmer/innen von KAfKA die Mitarbeiter/innen, Geschäftsführer/innen und Eigentümer/innen dieser Verkaufsstellen zum Jugendschutz aufklären und sollen in Gesprächen die Einhaltung der Regelungen fördern. Gleichzeitig wird über die besondere Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch Alkohol aufgeklärt. Die Projektteilnehmer/innen werden durch die Fachstelle für Suchtprävention in Kommunikation und Suchtprävention geschult.

Ein auffälliger Aufkleber oder ein Plakat soll anschließend die Unterstützung der Verkaufsstellen für die Ziele von KAfKA nach außen hin dokumentieren. Durch das gleiche Symbol auf roten T-Shirts, Jacken und Taschen der Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter wird KAfKA auch auf den Straßen des Bezirks in den nächsten Monaten präsent sein. Träger der Maßnahme ist die Berliner Gesellschaft für Integration - BGI, die personell bereits an der ursprünglichen Projektentwicklung beteiligt war. Unterstützt wird die Maßnahme auch vom Jugendamt und dem Ordnungsamt.

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Pressekonferenz

In einer Pressekonferenz am
Montag, dem 21. Juni 2010
um 11.00 Uhr
im Rathaus Schöneberg
Raum 1108
werden

• Dr. Sibyll Klotz, Bezirksstadträtin für Gesundheit und Soziales
• Christine Köhler-Azara, Drogenbeauftragte des Landes Berlin
• Kerstin Jüngling, Leiterin der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin
• Ingrid Wagener, Geschäftsführerin des Jobcenters Tempelhof-Schöneberg,
• Ronald Zausch, Jobcenter Tempelhof-Schöneberg, Leiter Maßnahmekoordination
• Birgit Fechner-Barrère, Jugendamt Tempelhof-Schöneberg
• Birgit und Christoph Dahm, Geschäftsführung der Berliner Gesellschaft für Integration
• Peter Thieler, Fachbereichsleitung, Berliner Gesellschaft für Integration

das Projekt konkret vorstellen.

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Projektbeschreibung

Auszug aus der Projektbeschreibung

Aufklärung und Information zur Vermeidung
von Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen


Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen ist ein drängendes gesundheitliches und gesellschaftspolitisches Problem. Trotz einschlägiger Kampagnen, wie z.B. die Kampagne „Na klar“ der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und der Bezirksämter und einiger Selbstverpflichtungserklärungen finden sich täglich und besonders nach den Wochenenden in den Tageszeitungen Berichte über Vorfälle, dass wieder Kinder und Jugendliche stark alkoholisiert und hilflos aufgefunden und zur Ausnüchterung in Krankenhäuser eingeliefert werden mussten. Erschreckend ist, dass die Tendenz zum Alkoholmissbrauch steigend ist und immer häufiger minderjährige Mädchen volltrunken aufgefunden werden. Bei insgesamt 1209 volltrunkenen Kindern und Jugendlichen (Berliner Morgenpost vom 04.05.09) im Jahr 2008 ist dies eine Steigerung zu 2007 von 45 % und aufgrund dieser hohen Zahl ist das „Komasaufen“ kein Einzelproblem mehr, sondern zieht sich durch alle Berliner Stadtteile und durch alle gesellschaftlichen Gruppen. Weiterhin erschreckend ist dabei auch die Zahl der betrunken aufgefundenen Kinder schon im Alter von 12 / 13 / 14 Jahren, deren geistige und körperliche Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist und wo besonders hier mit schweren Langzeitfolgen im gesundheitlichen und sozialen Bereich zu rechnen ist.

Trotz eindeutiger Gesetzeslage und Jugendschutzverordnungen scheint es für viele Kinder und Jugendliche immer noch zu leicht zu sein, sich im Einzelhandel, an Kiosken, an Tankstellen und sonstigen Verkaufsstellen Zugang zu Alkohol zu verschaffen, ohne das dies ausreichend kontrolliert wird. Entsprechende Erfahrungen aus anderen Bundesländern aus „Testkäufen“ belegen dies. Verkauf von Alkohol ist kein "Kavaliersdelikt", das man leicht zum Teil aus Desinteresse und fehlendem Problembewusstsein oder gar Unkenntnis vom Personal in den Verkaufsstellen abtun darf.

Projektaufgaben

Aufgrund dieser Zahlen und Hintergründe will das Projekt die bestehenden Aktivitäten der Alkoholprävention unterstützen und legt seinen Schwerpunkt darauf, die Mitarbeiter und Betreiber der unterschiedlichen Verkaufsstellen von Alkohol, wie Tankstellen, Kioske, Internetcafes, Lebensmittelgeschäfte etc. und die Öffentlichkeit über das Jugendschutzgesetz zu informieren, zu sensibilisieren und so in die Verantwortung zu ziehen, dass zumindest der Erwerb von alkoholischen Getränken für Kinder und Jugendliche erschwert wird.

Dass diese Aufklärung ein wichtiges Anliegen ist, zeigen sogenannte Testkäufe in Niedersachsen (Berliner Morgenpost vom 28.04.2009), wo von den so besuchten Verkaufsstellen 47% harte Alkoholika an Kinder und Jugendliche verkauft haben.

Die Projektmitarbeiter sollen folgende Aufgaben übernehmen:

• direkte und persönliche Ansprache des Verkaufspersonals, Information und Aufklärung zum Jugendschutz und zur Gesetzeslage und Sensibilisierung für das Thema mit dem Ziel, das Verkaufsverbot einzuhalten und den Kindern und Jugendlichen den Erwerb zumindest zu erschweren Informations- und Öffentlichkeitsarbeit für das Anliegen: Kein Alkohol für Kinder
• Verteilung von Informationsmaterialen und Broschüren zum Thema und des Plakates „KAfKA - Ich mach mit“
• Weiterhin ist es dem Projekt möglich, Gaststätten aufzusuchen und hier die Betreiber über das sogenannte „Apfelsaftgesetz“ zu informieren
• Mitarbeit und Unterstützung bei geplanten Kampagnen zum Thema Gesundheit und Gesundheitsprophylaxe.

Bei den Besuchen der Verkaufsstellen und der Gaststätten werden keine hoheitlichen Aufgaben übernommen, sondern es soll nur informiert, für das Thema sensibilisiert und an eine Selbstverpflichtung appelliert werden. Es ist allerdings notwendig, dass das Projekt, wenn es im Ergebnis mittelfristig erfolgreich sein will, eng mit den Ordnungsämtern und den Jugend- und Gesundheitsämtern in den Bezirken zusammenarbeiten muss und die Ergebnisse der Besuche diesen Stellen gegenüber dokumentiert werden. Folgende Daten sollen von den Mitarbeitern erhoben werden:

• Erstellung einer Gebietskarte mit Alkoholverkaufsstellen unterschieden nach: Tankstellen, Kiosken, Lebensmittelgeschäften, Spätverkaufsstellen Getränkemärkten, Internetcafes, Imbissen etc.
• Anteil der Alkoholika am Gesamtsortiment
• Informationsgrad zum Jugendschutzgesetz und entsprechende Aushänge
• Erstbesuch, Nachbesuche und Reaktionen auf die Besuche
• Weitere Erhebungen auf Wunsch der Suchthilfekoordinatoren

In der Startphase sollen die Mitarbeiter die Verkaufsstellen und Gaststätten eruieren und problematische Gebiete identifizieren. Weiterhin werden Gesprächsleitfäden, Checklisten und Dokumentationsbögen für die Projektevaluation entwickelt.
In der eigentlichen Arbeits- und Informationsphase gehen die Mitarbeiter zu zweit und in zeitversetzter Arbeitszeit bis in die Abendstunden auch / insbes. an den Wochenenden (Freitag / Samstag) die zuvor recherchierten Verkaufsstellen ab, sprechen mit dem Personal, unterstützen ggf. das Personal, leisten Aufklärungsarbeit und verteilen Informationsmaterial.

Qualifizierung

Für den Erfolg des Vorhabens kam der Qualifizierung der Mitarbeiter eine besondere Bedeutung zu. Die Qualifizierung erfolgte über die Fachstelle für Suchtprävention Berlin.

Der Qualifizierungsanteil umfasste folgende Themen und Inhalte:

• Rechtsgrundlagen der Arbeit JuSchG, StGB, BTMG
• Kommunikation und Gesprächsführung und praktische Übungen
• Sucht und Suchtentstehung mit dem Schwerpunkt Alkohol
• Suchtprävention
• Medizinische Grundlagen
• Entwicklungspsychologische Grundlagen, Auswirkungen von Alkohol auf die physische und psychische Entwicklung und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
• Informationen zum Berliner Hilfesystem und Interventionsangeboten

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E-Mail">Kontakt

Heide Mutter
Suchthilfekoordination
und Suchtprävention
Tel.: (030) 90277-7624
Fax: (030) 90277-8748
E-Mail

Rathaus Tempelhof
Tempelhofer Damm 165
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