Wir waren Nachbarn
Wiedereröffnung „Wir waren Nachbarn“
Die Ausstellung „Wir waren Nachbarn – Biografien jüdischer Zeitzeugen“ im Rathaus Schöneberg war vorübergehend wegen baulicher Sicherheitsprobleme in der großen glasüberdachten Halle geschlossen.
Nun hat die Ausstellung mit Unterstützung der Bauverwaltung einen temporären Ausweichort im Rathaus in den ehemaligen Räumen der Willy-Brandt-Stiftung erhalten.
Ab dem 7. Dezember 2010 ist sie in leicht modifizierter Form wieder eröffnet.
"Wir waren Nachbarn" 2011

Von der Intervallausstellung zur Dauerausstellung
Rathaus Schöneberg - Hochparterre rechts
(ehemalige Räume der Willy-Brandt-Stiftung)
Seit 2010 hat die Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ auf Beschluss des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg ganzjährig geöffnet. Dies war möglich durch die Förderung der Senatsverwaltung Kultur Unterstützung und mit Unterstützung des Fördervereins „frag doch! Verein für Begegnung und Erinnerung“ und vieler engagierter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.
Wie jedes Jahr hat das Kunstamt Tempelhof-Schöneberg als verantwortlicher Initiator und Veranstalter die Erweiterung der Ausstellung 2011 mit einer Gedenkveranstaltung zum 27. Januar, dem internationalen
Holocaust Gedenktag, dem Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, verbunden.
Kooperationspartner waren dabei - wie schon in den Vorjahren - die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e. V. und die Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Berlin.
Auch in diesem Jahr war es gelungen, wieder einen Zeitzeugen zu finden, der die Ansprache hielt und zugleich mit einem neuen Biografischen Album in der Ausstellung vertreten ist: Hellmut Stern, der ehemalige 1. Geiger und langjährige Orchestervorstand der Berliner Philharmoniker, berichtet über seine Flucht mit den Eltern 1938 nach China und weiter über Israel, die USA und 1961 zurück nach Berlin. (siehe auch Rahmenprogramm Lange Nacht der Museen 29.01.2011 www.hausamkleistpark-berlin.de).
Andere neue Biografische Alben sind gewidmet: der Künstlerin Gertrude Sandmann
(siehe: www.hausamkleistpark-berlin.de), dem Musikwissenschaftler Ludwig Misch, den Anwälten Fritz und Kurt Ball, Marion House, einer früheren Schülerin der Rückert-Oberschule und den in den Niederlanden versteckt überlebenden Geschwistern Gerda und Doris Bloch.
Ihren in Auschwitz umgekommenen Eltern wurde in der Gedenkveranstaltung in besonderer Weise gedacht.
Wir waren Nachbarn - 136 Biografien jüdischer Zeitzeugen
Ausstellungsinstallation
Die Ausstellung ist das Ergebnis einer in den 1980er Jahren einsetzenden Zeitzeugen- und Erinnerungsarbeit des Kunstamtes Schöneberg. Diese außergewöhnliche Idee eines Berliner Bezirks, einen symbolischen Denkort für die verfolgten und ermordeten jüdischen Nachbarn einzurichten, wird kontinuierlich fortgeführt.
Zur Zeit dokumentieren 136 biografische Alben die Lebens- und Leidensgeschichte von jüdischen Bürgern aus Berlin Schöneberg und Tempelhof. Die Mehrzahl der Familien- und Einzelschicksale wurden in Zusammenarbeit mit Zeitzeugen entwickelt. Persönliche Fotos, Dokumente und Berichte machen ihre Geschichte erfahrbar. Andere Alben sind berühmten Schöneberger- und Tempelhofer Schriftstellern, Künstlern, Wissenschaftlern und Sportlern gewidmet, darunter auffällig viele fortschrittliche Frauen.
Geschildert wird das Leben vor und nach 1933, die Flucht ins Exil, die Deportation und Ermordung von Familienangehörigen. Die Alben dokumentieren aber auch das Leben nach dem Holocaust bis in die heutige Zeit (ergänzt um das Thema: Welche Formen der Erinnerung gibt es – wie z.B. Gedenktafeln, Stolpersteine und biografische Bücher).
Das Ausstellungskonzept ist ein „work in progress“, d. h. die Ausstellung wird Jahr für Jahr um neue biografische Alben ergänzt und hat jährlich wechselnde Schwerpunkte.
In den ehemaligen Räumen der Willy-Brandt-Stiftung hat die Ausstellung in modifizierter Form vorübergehend einen neuen Ort gefunden, bevor sie in die große Ausstellungshalle mit dem historischen Glasdach zurückkehren kann.
Rathaus Schöneberg, Hochparterre rechts
(ehemalige Räume der Willy-Brandt-Stiftung)
John-F.-Kennedy Platz, 10825 Berlin
Dauerausstellung ganzjährig, Sa - Do, 10 - 18 Uhr,
Eintritt frei
Anmeldung und Information: für den Besuch von Gruppen
(auch am Freitag)
Kunstamt (030) 90277-6964, Rollstuhlfahrer/innen bitte anmelden
hausamkleistpark-berlin@t-online.de
http://www.hausamkleistpark-berlin.de(aktuell/ Wir waren Nachbarn)
"Wir waren Nachbarn" 2010

Wir waren Nachbarn – 131 Biografien jüdischer Zeitzeugen - Von der Intervallausstellung zur Dauerausstellung
Die Dauerausstellung „Wir waren Nachbarn – Biografien jüdischer Zeitzeugen“ im Rathaus Schöneberg muss wegen baulicher Sicherheitsprobleme bis auf weiteres geschlossen bleiben.
Weitere Informationen: Kunstamt Tempelhof-Schönberg Tel.: 90277 -6964
2010 ist ein besonderes Jahr für diese Ausstellung, denn sie wird für die nächsten Jahre ganzjährig im Rathaus Schöneberg zu sehen sein und ihren selbstverständlichen Platz in der Berliner Erinnerungslandschaft einnehmen.
28.000 Besucherinnen und Besucher und die überregionale Ausstrahlung dieses Projekts haben die Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten dazu bewogen, dem Bezirk mit einer Anschubfinanzierung von 100.000 Euro bei seinen Anstrengungen zu helfen. Als „stilbildend“ hat sich das Konzept erwiesen, Geschichte der jüdischen Berliner nicht nur als eine Geschichte von Opfern zu beschreiben, sondern auch als eine von aktiven Bürgern und Nachbarn - vor der Shoa - und die große Leistung der überlebenden Zeitzeugen, welche die Erinnerung wach halten, nicht nur zu würdigen, sondern ihnen einen dauerhaften Ort zu geben.
Die Ausstellung wird auch in Zukunft ein Work-in-Progress, d.h., sie wird jedes Jahr um weitere biografische Alben zu einer bestimmten Thematik erweitert.
2010 wird der Schwerpunkt von Ausstellung und Rahmenprogramm auf das Thema jüdische Schulen und Schüler gelegt: Zu den 126 biografischen Alben des Vorjahres kommen u. a. neue über Luise Zickel und ihre jüdische Privatschule und über die Kunst- und Kunstgewerbeschule Reimann in der Landshuter Straße hinzu. Von der Schülerin Doris Kaplan sind viele Briefe an die Eltern erhalten, die von dem schrittweisen Verlust ihrer jüdischen Freundinnen erzählen, bis sie selbst von Berlin aus mit ihrer Mutter ins Ghetto Warschau deportiert wurde. Dort verlieren sich ihre Lebenszeichen.
Clara und Albert Reimann konnten zu ihrem Sohn nach England flüchten. Luise Zickel fühlte sich um ihr Lebenswerk gebracht und zu alt für einen Neuanfang. Sie wurde von Berlin nach Riga deportiert.
Am 13. April 2010 besuchten die Jugendlichen vom "Zug der Erinnerung" die Ausstellung "Wir waren Nachbarn" und die "Orte des Erinnerns" im Bayerischen Viertel in Berlin-Schöneberg.
"Wir waren Nachbarn" 2009
Wir waren Nachbarn – 126 Biografien jüdischer Zeitzeugen - Eine Intervall-Ausstellung als work in progress: acht neue Biografische Alben Jüdischer Zeitzeugen
Zum fünften Mal eröffnete die Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ für drei Monate aus Anlass des internationalen Holocaust-Gedenktages. Und wieder war es gelungen, acht neue Biografische Alben ehemaliger Jüdischer Nachbarn zu erstellen und einen Zeitzeugen einzuladen. Diesmal war es der Pianist und Komponist Ilja Bergh aus Kopenhagen, der 1934 mit 7 Jahren Berlin mit seinen Eltern verlassen musste. Sein Elternhaus, mit einem Gesangspädagogen als Vater und einer Tänzerin und Bewegungstherapeutin als Mutter, war ein offenes Haus für die Musikerszene der 20er und 30er Jahre. Bergh´s weiteres Leben in den Städten Kopenhagen, Riga, Kiew und München liest sich wie ein Leben eines Globalplayers in Sachen Neuer Musik, wäre nicht die Flucht und die Verfolgung auch in Dänemark. Ilja Bergh war bei der Pressebesichtigung anwesend. Ilja Bergh spielte bei der Gedenkveranstaltung (25.Januar 2009) zwei seiner Kompositionen und zur Langen Nacht der Museen (31.Janaur 2009) gab er ein Gesprächskonzert, das von der Autorin Esther Dischereit moderiert wurde.
Bei der Gedenkveranstaltung war auch Ruth Jacoby, die Schwedische Botschafterin anwesend und sprach darüber, warum es ihr wichtig ist, dass die Historikerin Dr. Simone Ladwig-Winters ein Biografisches Album ihres Vaters, der 1933 Berlin als Anwalt verlassen musste, für die Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ neu erstellt hatte. Die Autorin war bei der Pressevorbesichtigung anwesend.
Das Schweigen und das Vergessen in beiden deutschen Gesellschaften und das Schweigen und Vergessen in den Familien war in diesem Jahr der inhaltliche Schwerpunkt von Ausstellung und Rahmenprogramm. Ein Beispiel für das (Ver)Schweigen war das neue Album über Bertha Markus, das Ihre Ur-Enkelin geschrieben hat. Es dokumentierte die mühevolle Annäherung an das in den bürokratischen Nazidokumenten versteckte Schicksal der jüdischen Ur-Großmutter, über das in der Familie nicht gesprochen wurde, weil der Schmerz des Erinnerns an die Umstände ihres Todes vergessen werden sollte. Die Ur-Enkelin Dr. Ilona Zeuch-Wiese war zur Pressekonferenz anwesend.
Die Ausstellung verfolgte – wie in den Vorjahren das Konzept, dass bekannte Namen neben unbekannten die Vielfalt des jüdischen Lebens in Berlin exemplarisch aufscheinen lassen: So lag das Album von Hanni Levý, die in Berlin mit Hilfe mehrerer Familien mit falscher Identität überlebt hat, neben dem des späteren Hollywood-Filmemachers Billy Wilder, der aus Wien nach Berlin gekommen war und kurze Zeit vor seiner Emigration am Viktoria-Luise-Platz gelebt hatte.
Die Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ fand vom 26. Januar - 26. April 2009 statt. Der Eintritt war frei.
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"Wir waren Nachbarn" 2008
Wir waren Nachbarn - 120 Biografien jüdischer Zeitzeugen - Eine Intervall-Ausstellung als work in progress: Elf neue Familien-Alben
Am internationalen Holocaust-Gedenktag wurde mit einer Gedenkveranstaltung im Rathaus Schöneberg zum vierten Mal die Intervall-Ausstellung "Wir waren Nachbarn" eröffnet.
Wie auch der „Ort der Information“ unter dem Holocaust-Mahnmal in Mitte, vermittelte die Ausstellung Geschichte über die biografische Perspektive von jüdischen Familien. Dort wurden 15 Familiengeschichten aus von den Nazis besetzten Europäischen Ländern vorgestellt, um die europäische Dimension des Völkermords zu verdeutlichen. Im Rathaus Schöneberg standen die regionalen Aspekte im Mittelpunkt, die „NachbarnAusstellung“ galt daher vielen Besuchern als Ergänzung zum „Ort der Information“.
Sie war auf 120 Familien-Alben angewachsen. Die Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ bot am Beispiel von Tempelhof und Schöneberg einen exemplarischen Einblick in das Leben ehemaliger jüdischer Bürger in Berlin vor 1933. Gezeigt wurden auch die Schritte der „Ausgrenzung und Entrechtung, Vertreibung, Deportation und Ermordung Berliner Juden“, wie das bekannte Denkmal von Stih/Schnock im Bayerischen Viertel heißt, das ebenfalls Teil dieser über 20-jährigen Erinnerungsarbeit ist.
Von den etwa 160 000 Berliner Juden lebten mehr als 16.000 vor 1933 in Schöneberg, über 2.000 in Tempelhof. Nur etwa 12.000 konnten fliehen und fanden Aufnahme in vielen Ländern der Erde. Weit über 6000 Menschen wurden allein aus diesem Bezirk vor den Augen ihrer Nachbarn deportiert.
Auch 2008 wurden wieder elf neue Alben in die Ausstellung integriert. Sie erzählten diese Ereignisse aus der Perspektive der jüdischen Nachbarn. Darunter auch Prominente wie Helmut Newton, Carl Zuckmayer und Maria Leo, aber auch sehr persönliche, bisher nicht veröffentlichte Dokumente und Fotos aus Familienbesitz.
Seit den 80er Jahren versuchten Mitarbeiter/-innen des Kunstamtes auch nicht-jüdische Zeitzeugen zu gewinnen, die die Ereignisse aus ihrer Perspektive beschrieben sowie Dokumente und Fotos zur Verfügung stellten. Hieraus entstand 2005 der Interview-Film Geteilte Erinnerungen und ein Jahr für Jahr wachsendes Archiv der Erinnerungen.
Inhaltlicher Schwerpunkt des Rahmenprogramms iwar das Thema Exil. Für viele Besucher/-innen der Ausstellung war es wieder überraschend, wenn sie aus den Familien-Alben erfuhren, dass in vielen jüdischen Familien lange nicht über die Zeit vor und während der Emigration gesprochen wurde. In Selbstzeugnissen, die in der Ausstellung nachgelesen werden konnten, ist - wie auch in der Exilliteratur - häufig vom „Segen des Vergessen(können)s“ die Rede, d.h. das Vergessen der extremen eigenen Erfahrungen und der belastenden Tatsache, dass man selbst überlebt hat und nahe Familienmitglieder nicht.
Die Ausstellung wurde vom 28. Januar bis 27. April 2008 gezeigt. Der Eintritt war frei.
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"Wir waren Nachbarn" 2007
Wir waren Nachbarn – 109 Biografien jüdischer Zeitzeugen - Sieben neue Alben in der Ausstellung im Rathaus Schöneberg
Zum dritten Mal eröffnete die Intervallausstellung „Wir waren Nachbarn“ am Sonntag, dem 28. Januar 2007 im Rathaus Schöneberg, traditionell zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz.
Die Ausstellung gab Einblicke in das Leben jüdischer Nachbarn in Schöneberg und Tempelhof, bevor es durch die nationalsozialistische Ausgrenzungs- und Vernichtungspolitik zerstört wurde. 1933 lebten etwa 16 000 jüdische Bürger im Bayerischen Viertel in Berlin Schöneberg und über 2000 in Tempelhof. Über
6 000, die nicht fliehen konnten, wurden deportiert und ermordet. Für drei Monate wurden manche dieser Lebensgeschichten wieder in unsere Nachbarschaft zurückgeholt. Wie in Familienalben mit Bildern, Dokumenten und Briefen waren sie nachzulesen und zu sehen. Sie erzählten Geschichten von Kinder- und Jugendträumen, von der ersten Liebe, von Schule und Beruf und von der langsamen Ausgrenzung: durch Behörden, berufliche Diskriminierung und der sich steigernden alltäglichen Abwendung früherer Freunde und Nachbarn.
Sieben neue Alben von Familien aus Schöneberg und Tempelhof wurden für die diese Ausstellung zusammengetragen, darunter eine Familie, in die Türkei emigriert ist. Mit dieser und einer Ländertafel über die Emigrationsbedingungen in der Türkei, wurde auf viele Nachfragen, insbesondere von Schülern, geantwortet.
In dem Film „Geteilte Erinnerungen“ waren jüdische und nichtjüdische Zeitzeugen zu hören. Das „Archiv der Erinnerungen“, eine offene Sammlung von Erinnerungen, sollte die Besucherinnen und Besucher einladen, Erzählungen oder selbst Erlebtes, Fotos oder Briefe hinzuzufügen. Im Begleitprogramm lag der Schwerpunkt auf Formen von Erinnerungsarbeit, dem Erfahrungswissen von Zeitzeugen und dem Dialog zwischen den Generationen.
Die Ausstellung wurde vom 29. Januar bis 22. April 2007 gezeigt. Der Eintritt war frei.
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"Wir waren Nachbarn" 2006
Wir waren Nachbarn –102 Biografien jüdischer Zeitzeugen
Aus Anlass des Gedenkens an die Befreiung von Auschwitz, am 27. Januar 2006 (in diesem Jahr erstmals von der UNO zum internationalen Holocaust-Gedenktag erklärt), war die Intervallausstellung „Wir waren Nachbarn“ wie 2005 wieder im Rathaus Schöneberg zu sehen.
Im Zentrum der Ausstellung standen Biografien jüdischer Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die vor ihrer Deportation und Vertreibung als Nachbarn in Schöneberg und Tempelhof gelebt haben. Die Ausstellungsinstallation in der Atmosphäre alter Präsenzbibliotheken hatte als wesentliches Ausstellungselement Biografische Alben, die – Familienfotoalben ähnlich – verdichtete Lebensgeschichten offen legen. Ziel war es, die häufig anzutreffende Reduktion auf den Holocaust zu vermeiden und das ganze Leben, das heißt das Davor – und wenn es Überlebende gibt – auch das Danach zu zeigen. Die Ausstellung wurde um weitere Biografien erweitert.
Toninterviews mit hier lebenden jüdischen Berlinern in einer Hör-Installation richteten den Fokus auf die Nachgeborenen: Wie wurde in der Familie über Erlebtes gesprochen, an welche Orte, Ereignisse und Personen binden sich die Erinnerungen, wie wird die eigene Identität beschrieben: Wir sind Nachbarn.
Für nichtjüdische Zeitzeugen, die durch den Interviewfilm Geteilte Erinnerungen repräsentiert sind, findet sich in dem neuen Ausstellungselement Archiv der Erinnerungen ein weiteres Forum. Kleine Geschichten, Fotos oder Briefe gaben Einblicke in das Erlebte und Erinnerte. Die Besucher waren aufgefordert, dieses Archiv aus heutiger Perspektive zu erweitern. Auch 2006 gab es ein Rahmenprogramm.
Die Ausstellung fand vom 26. Januar bis 23. April 2006 statt. Der Eintritt war frei.
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"Wir waren Nachbarn" 2005
Gedenkveranstaltung und Ausstellungseröffnung anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz
Veranstalter der Gedenkveranstaltung anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz waren: das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e. V. und die Deutsch-Israelische Gesellschaft. Zu diesem Anlass wurden mit Unterstützung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ drei Zeitzeuginnen aus Israel und Russland eingeladen. Sie haben als Kinder und Jugendliche die NS-Zeit überlebt, während ihre Familien Opfer der NS-Gewaltherrschaft wurden.
Im Anschluss an die Gedenkstunde wurde die Ausstellung "Wir waren Nachbarn" in der Ausstellungshalle des Rathauses eröffnet, in der zusammen mit den ausführlichen Lebensgeschichten der drei eingeladenen Zeitzeuginnen 92 Biografien ehemals Schöneberger und Tempelhofer jüdischer Nachbarn dokumentiert sind. Ein Interviewfilm mit Zeitzeugen „Geteilte Erinnerungen“ wurde für diesen Anlass produziert und war stündlich zu sehen.
Die Ausstellung fand in der Zeit vom 28. Januar bis 03. April 2005 statt. Der Eintritt war frei.
© BA Tempelhof-Schöneberg