Biographie Marlene Dietrich
Marlene Dietrich gilt bis heute als eine der bedeutendsten Deutschen des 20. Jahrhunderts. Die frühen Jahre in Berlin bleiben in Marlene Dietrichs Lebenslauf jedoch oft im Dunkeln. Das Geburtshaus in der Leberstraße in Schöneberg, an dem heute eine Gedenktafel an sie erinnert, hat sie jedoch ein Leben lang begleitet. Mit der Entdeckung durch den amerikanischen Regisseur Josef von Sternberg für die Rolle der Lola Lola im "Blauen Engel" beginnt ihre steile Karriere. Unmittelbar nach der Premiere reist Marlene Dietrich in die USA und dreht dort mit Gary Cooper "Morocco" - jenen Film, der sie über Nacht weltberühmt macht. Marlene Dietrich gilt in Hollywood bald als ein Musterbeispiel für Professionalismus und preußische Disziplin, sie wird bewundert und gefürchtet zugleich. Für Generationen wird sie zur Leitfigur einer unabhängigen, selbstbewussten Frau. Der Star war stets auch ein politischer Mensch, die Ereignisse in Deutschland bleiben ihr nicht verborgen. Angebote der Nationalsozialisten sie zur Rückkehr zu bewegen, lehnt sie kategorisch ab. 1939 wird sie amerikanische Staatsbürgerin. Ihre zweite Karriere als Showstar ist beinahe noch erfolgreicher als ihre Hollywood-Karriere. Sie, die eigentlich nicht singen konnte, kreiert einen neuen Stil: den Sprechgesang, mit dem sie ihre ganze Show bestreitet. Nach dem Krieg blieb das Verhältnis zu Deutschland gespannt, seit dem Tod ihrer Mutter 1945, hatte Marlene Dietrich Deutschland nicht mehr besucht. Im Rahmen einer Europatournee kehrt die Dietrich nach Berlin zurück, sie wird bewundert, jedoch auch von vielen trotz ihres Einsatzes für die zerstörte Stadt als Vaterlandsverräterin beschimpft. Die letzten Jahre ihres Lebens verbringt Marlene Dietrich zurückgezogen in ihrem Pariser Appartement. Am 6. Mai ist der zehnte Todestag dieser berühmten Schönebergerin, ein guter Zeitpunkt den Star, dessen Treue zu Berlin ein Leben lang gehalten hat, mit einem Beitrag zu ehren.

1901
27. Dezember: Marie Dietrich wird als zweite Tochter des Königlichen Polizeileutnants Louis Dietrich und dessen Ehefrau Wilhelmine (geb. Felsing) in Schöneberg (bei Berlin) geboren.
1922
Unter dem Namen "Marlene Dietrich" erhält sie ihre erste Theaterrolle in dem von Max Reinhardt inszenierten Stück "Der Widerspenstigen Zähmung".
1923/24
17. Mai: Heirat mit dem Regieassistenten Rudolf Sieber. Erste kleinere Filmrollen in "Der Mensch am Wege" und "Tragödie der Liebe". 12. Dezember 1924: Geburt der Tochter Maria.
1930
Dietrich erhält die Hauptrolle der "Lola Lola" im Film "Der blaue Engel". Ihr gelingt mit dieser Rolle unter der Regie von Josef von Sternberg der Durchbruch. Sie reist in die USA. In ihrem ersten Film in den USA ("Marocco") tritt in Männerkleidung auf. Ihr Hosenanzug löst einen Eklat aus und wird von zahlreichen Frauen übernommen.
1937
Bei ihrem letzten Besuch in Deutschland bis 1945 lehnt sie weitere Filmangebote der Nationalsozialisten ab.
1943/44
Die Dietrich tritt vor amerikanischen Truppen in Nordafrika, in Italien und in Frankreich auf.
1947-1950
Sie wird mit der Medal of Freedom, dem höchsten Orden des amerikanischen Kriegsministeriums für Zivilisten, geehrt. Sie erhält von der französischen Regierung die Auszeichnungen Chevalier de la Légion d'Honneur und Officier de la Légion d'Honneur.
1960
Im Rahmen einer Europatournee kehrt die Dietrich nach Deutschland zurück. Sie wird bewundert, aber auch wegen "Landesverrats" abgelehnt.
1983
Sie gestattet Maximilian Schell die Anfertigung ihres dokumentarischen Filmporträts "Marlene", in dem nur ihre Stimme zu hören ist.
1987
Veröffentlichung ihrer Memoiren: "Ich bin, Gott sei Dank, Berlinerin".
1992
6. Mai: Marlene Dietrich stirbt in Paris. Sie wird in Berlin-Friedenau beigesetzt.
2002
16. Mai: Verleihung der Ehrenbürgerwürde durch das Land Berlin
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