Die Natur kommt zurück
Auch wenn die Stadt in den letzten 150 Jahren viele Felder und Wiesen im Süden Berlilns erobert hat, so bieten doch eine Reihe von Parks und Grünanlagen Raum für Erholung und Entspannung. Wahre Schmuckgärten sind der 1950 angelegte Gutspark Marienfede und der Rudolph-Wilde-Park unweit des Schöneberger Rathauses. Zwölf Wasserfontänen umkreisen das Wappentier Schönebergs, den Hirsch. Lebendige Huftiere springen im Wildgehege des Francke-Parks unweit des Rathauses Tempelhof umher.
Leider werden diese Anlagen oftmals durch illigale Müllablagerung verschmutzt. Wo Müll liegt, kommt erfahrungsgemäß schnell noch mehr Müll dazu. Um dies zu verhindern, finden im Bezirk immer wieder ehrenamtliche Putzaktionen statt.
Der Gutspark Marienfelde hat eine Größe von 5,3 Hektar und stammt aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Adolf Kiepert erwarb das Gut 1844, baute das Gutshaus und legte den Park an. Die Stadt Berlin kaufte 1929 das Gut und der Park dient seit 1936 als öffentliche Grünanlage. Es gibt Spazierwege, Bänke und einen Spielplatz. Besonders ist der Schmuckgarten mit Fontänen-Brunnen, Blumenbeeten, Bänken und Skulpturen. Die Grünanlage ist ein Gartendenkmal und befindet sich in der Dorfaue Marienfelde.
Der Bosepark ist fast drei Hektar groß und grenzt an die Manteuffel- und die Bosestraße. Der Park, der nach dem Kauf durch die Gemeinde Tempelhof ab 1914 auf einem zugeschütteten Pfuhl angelegt wurde, wurde zunächst Neuer Park genannt. Der Name Bosepark, der 1956 offiziell vergeben wurde, orientiert sich an der anliegenden Bosestraße, die zwischen 1895 und 1899 benannt wurde.
Graf Julius Friedrich Wilhelm von Bose (1809-1894) war preußischer General und u.a. Heerführer im Krieg gegen Frankreich 1870/71.
Der Rudolph-Wilde-Park ist sieben Hektar groß und beginnt am Rathaus Schöneberg. Zusammen mit dem Volkspark Wilmersdorf bildet er einen innerstädtischen Grünzug, der eine wichtige Erholungsstätte für das umliegende Wohnfeld darstellt. Der Park bietet Spazierwege, Spiel- und Liegewiesen und einen Biergarten. Er wurde von 1910 bis 1912 angelegt und nach dem ersten Bürgermeister der Stadt Schöneberg benannt. Die Carl-Zuckmayer-Brücke, die den U-Bahnhof Rathaus Schöneberg beherbergt, trennt den Park. Auf der einen Seite befindet sich der Hirschbrunnen. Hier thront auf einer Säule über Wasserfontänen der Goldene Hirsch, das Wappentier von Schöneberg. Im anderen Teil des Parks befinden sich ein Teich und Spiel- und Liegewiesen. Jedes Jahr findet im Rudolph-Wilde-Park das Schöneberger Mai- und Spargelfest statt.
Der 0,7 Hektar große Viktoria-Luise-Platz ist ein Gartendenkmal und liegt inmitten des Bayerischen Viertels in Berlin-Schöneberg. Er lädt mit einem Springbrunnen, vielen Parkbänken, Spazierwegen und Blumenbeeten zum Verweilen ein. Rund um den Park gibt es viele Restaurants, Cafés und Geschäfte.
Der Heinrich-von-Kleist-Park wurde zum 100. Todestag des Dichters umbenannt. Ehemals befand sich hier der Botanische Garten, in dem auch Adalbert von Chamisso wirkte. Bis 1910 wurde er auf das größere Gelände nach Dahlem verlegt.
Zum Heinrich-von-Kleist-Park gehören die Königskolonnaden, die Rossebändiger und das Gebäude des Kammergerichts.
Im Juni 2010 kehrten die durch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg aufwendig restaurierten Rossebändiger an ihrem angestammten Ort zurück.
Über die Grenzen des Stadtbezirks hinaus bekannt ist der Natur-Park Schöneberger Südgelände
. Hier erobert sich die Natur verlorenes Terrain zurück. Das ca. 18 Hektar große Gelände am S-Bahnhof Priesterweg diente einst als Rangierbahnhof, verwilderte nach seiner Stilllegung und wird seit Ende der 90er Jahre als Erholungspark gepflegt und geschützt. Das Gelände beherbergt seltene Pflanzen und Tiere. Inzwischen gedeihen hier seltene Trockenrasen und Hochstauden. Die Natur geht hier mit überwucherten Bahnrelikten wie dem 50 Meter hohen Wasserturm und mit Kunstobjekten eine ganz besondere Symbiose ein. Die Besucher, die auf dem ehemaligen Gleisbett wandern, finden allerorten Relikte des Bahnhofes wie Schienenstränge, Dampflokomotiven, die Drehscheibe oder die Lokomotivhallen. Der Park wird nicht vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin unterhalten. Der Besuch des Parks kostet Eintritt.
Bereits im 19. Jahrhundert machten hier Flugpioniere erste Flugversuche und 1927 landeten in Tempelhof die ersten Transatlantikflieger aus den USA. Der Flughafen Tempelhof war in den 20er und 30er Jahren das erste Drehkreuz der Welt. 1948 bis 1949 wurde er zum Symbol für ein freies Westberlin. An die Zeit der "Luftbrücke" erinnert das 1951 von Eduard Ludwig entworfene Denkmal auf dem Platz der Luftbrücke vor dem ehemaligen Flughafen. Es symbolisiert die drei Luftkorridore, die damals zur Verfügung standen und über die die Bevölkerung Westberlins mit Lebensmitteln versorgt wurde.
Die Dimension des Flughafengebäudes beeindruckt: Es war von Dr. Leonhard Adler für sechs Millionen Fluggäste konzipiert worden. Hier befindet sich heute auch das zentrale Fundbüro Berlins.
Im Oktober 2008 wurde der Flugbetrieb eingestellt. Am 08. Mai 2010 wurde das ehemalige Flughafengelände als Park für die Besucher freigegeben.
Der Alte Park ist fast vier Hektar groß und erstreckt sich zwischen Tempelhofer Damm und Parkstraße. 1907 erwarb die Gemeinde Tempelhof die Parkanlage und öffnete sie ein Jahr später als Gemeindepark. Im Park befindet sich der Klarensee, dessen Seeufer 1937 eine Steinbefestigung erhielt, die inzwischen restauriert wurde. 1941 fand die Erweiterung um den südlichen Teil statt. Dort wachsen überwiegend Koniferen, Kiefern und Lärchen. Eine Umgestaltung erfolgte 1952. Im Alten Park gibt es vielfältige Sitzmöglichkeiten, Ziersträucher, eine Liegewiese und einen Spielplatz.
Der Lichtenrader Volkspark befindet sich zwischen der Großziethener Straße, Im Domstift, Carl-Steffeck-Straße, dem Lichtenrader Graben und der Volkspark-Siedlung und ist eine wunderschöne und sehr gepflegte Anlage.
Der Trägerverein Lichtenrader Volkspark e.V. hat den Park errichtet und erhält ihn. Alle Bürger sind eingeladen, bei diesem Projekt mitzumachen, denn der Park ist immernoch nicht fertig und muss unterhalten werden.
Eine Patenschaft für den Park hat der Landkreis Cham (Bayerischer Wald) übernommen und bereits viele Pflanzen, Bänke und Tische gespendet.
Der Volkspark Mariendorf entstand zwischen 1923 und 1924. Er ist 13 Hektar groß und erstreckt sich zwischen dem Mariendorfer Damm, der Rixdorfer Straße und der Prühßstraße. In der Nähe des Mariendorfer Damms befindet sich der Blümelteich. 1938 wurde er als erster Modellsegelteich Berlins bekannt. Der Volkspark Mariendorf bietet viele harmonisch angeordnete Sitzmöglichkeiten, Blumenbeete, Wiesen, einen Sommerblumen-, einen Rosen- und einen Azaleen- und Sumpfpflanzengarten. Der südöstliche Teil des Parks ist als Landschaftspark mit mehreren kleinen Pfuhlen angelegt.
Jedes Jahr im Mai findet der Internationale Kulturlustgarten im Volkspark Mariendorf statt.
Der Francke-Park ist circa sechs Hektar groß und wird durch die Albrechtstraße und die Templerzeile begrenzt.Ursprünglich gehörte das Gelände Theodor Francke, dem Kaufmann und Besitzer einer Elfenbeinbleicherei, der sich dort einen Park anlegen ließ. 1924 verkauften seine Erben den Park an die Stadt Berlin. Zahlreiche Schäden erlitt der Park im zweiten Weltkrieg und wurde 1954 bis 1955 wiederhergestellt. Heute gibt es auf dem hügeligen Gelände einen Rosengarten mit Taxushecken, ein Tiergehege für Dammwild mit zwei Aussichtspunkten, Sitzmöglichkeiten, einen Pavillon mit der Plastik eines sitzenden Knabens und einen Kinderspielplatz
Der Freizeitpark Marienfelde entstand auf einer ehemaligen Müllkippe und wurde 1980 eröffnet. Er ist 78 Hektar groß und erstreckt sich zwischen dem Industriegebiet Marienfelde und dem Diedersdorfer Weg.
Auf dem Gelände gedeihen eine artenreiche Heimatflora und -fauna. Hier wechseln sich Laubwald mit Schlehdorn, Flieder und Sanddorn ab. Es gibt Wiesen, zwei Teiche und einen 87 Meter hohen Berg, der im Winter als 200 Meter lange Rodelbahn dient. Zum Freizeitpark gehören ein Ballspielplatz mit Liegewiese und ein Skateboardplatz.
Im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau West wurde der Cheruskerpark in Berlin-Schöneberg mit der „GASAG-Nordspitze“ als öffentliche Grünanlage in der Zeit von August bis Dezember 2009 erweitert. Kernstück des neuen Parks bildet eine großzügige, leicht modellierte Wiesenfläche. In die Spiel- und Liegewiese ist entlang des Wannseegrabens ein Aktivitätsfeld mit Bolzplatz, Streetballplatz und Spielbereich eingefügt. Liegende Sitzobjekte bilden mit ihrer farbigen Oberflächengestaltung weitere Akzente.
Die Bürgerinitiative "Rettet die Marienfelder Feldmark" hat gemeinsam mit anderen Organisationen am
24. März 2012 den Frühjahresputz im ehemaligen Grenzstreifens in Lichtenrade durchgeführt.
Tatkräftige Unterstützung gab es von der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, dem Stadtrat Oliver Schworck, einigen BVV-Mitgliedern und Anwohnerinnen und Anwohnern. Gefunden wurden neben sorglos weggeworfenen Papierfetzen, Altholz, eine Glühbirnenansammlung, Rad- und Metallteile, aber auch mehrere Sofas.