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Spaziergänge durch den Bezirk

Das neue Tempelhof-Schöneberg

Mit der Fusion von Tempelhof und Schöneberg sind zwei Bezirke zusammengewachsen, wie sie kaum unterschiedlicher sein könnten. Während Schöneberg eher den Ruf eines ”schillernden” Wohnbezirks hat, in dem eine bunte Vielfalt von Bewohnern, Szenen, Projekten und Initiativen nebeneinander existiert, gilt Tempelhof als eher bürgerlicher Bezirk ohne soziale Probleme. Dennoch gibt es auch Gemeinsamkeiten.
Sowohl Schöneberg als auch die Dörfer Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade, die zusammen den Bezirk Tempelhof bilden, reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Tempelhof, Mariendorf und Marienfelde sind Gründungen der Tempelritter.
Die weitere Entwicklung Schönebergs und Tempelhofs zum großstädtischen Wohnbezirk vollzog sich allerdings sehr unterschiedlich.
Schöneberg kam schon Mitte des 19. Jahrhunderts in den Einflussbereich der Metropole Berlin. Die günstige Lage des Dorfes an der alten Reichsstraße Nr. 1 schuf die stadträumliche Verbindung. Nachdem Schöneberg 1898 aus dem Kreis Teltow ausgeschieden war und Stadtrechte verliehen bekommen hatte, vollzog sich hier ein Verstädterungsprozess in unglaublichem Tempo. Um 1900 war die Bevölkerungszahl bereits auf 100.000 gestiegen.
Als Schöneberg 1920 der Einheitsgemeinde Groß-Berlin angeschlossen wurde, zeigte es sich mit sehr unterschiedlichen Stadtvierteln: an der Grenze zu Berlin und Charlottenburg das Gebiet rund um den Nollendorfplatz mit großstädtischem Flair und kulturellem Leben, im westlichen Bayerischen Viertel die ”besseren Wohnquartiere”, im Schöneberger Norden die tiefen Baublöcke und Mietskasernenfluchten, nicht weit davon die ”Rote Insel” und die Kasernen in der Nähe des Tempelhofer Feldes, das seit 1722 Übungsgelände für das Militär war. Mittendrin die einstige Dorfaue an der Hauptstraße, in unmittelbarer Nachbarschaft die wenigen industriellen Schöneberger Großbetriebe wie die Schlossbrauerei oder das Gaswerk. Nicht zu
vergessen die ehemalige Villenkolonie Friedenau, die erst 1920 mit Schöneberg vereinigt wurde und vielleicht deshalb bis heute oft irrtümlich anderen Bezirken zugeschlagen wird.
Der hektische Bauboom und die Grundstücksspekulationen der Gründerjahre hatten die vier Gemeinden des späteren Bezirks Tempelhof weitgehend verschont. Bis 1895 war ihre Einwohnerzahl erst auf 10.000 gestiegen. Länger als Schöneberg blieben die Dörfer Tempelhofs beliebte Ausflugsorte für die Erholung suchende Berliner Bevölkerung. Eine besondere Attraktion bot die 1913 errichtete Trabrennbahn Mariendorf.
Mit der Inbetriebnahme des Teltowkanals im Jahr 1906 und der damit verbundenen industriellen Ansiedlung begann auch für Tempelhof, Mariendorf und Marienfelde ein wirtschaftlicher Aufwärtstrend, ein Bevölkerungsanstieg und in der Folge eine stärkere Anbindung an Berlin.
Über Jahrzehnte hinweg bot das Gebiet Tempelhofs und der drei übrigen Orte Freiflächen, die als Baulandreserven für Gewerbe und Wohnbebauung zur Verfügung standen. Kleinere Wohnsiedlungen vor allem der zwanziger Jahre waren geprägt von der Gartenstadtidee und wollten in Abkehr von enger Mietshausbebauung gesündere Wohnverhältnisse bieten. Den eigentlichen Zuwachs an Wohnbevölkerung erlebte Tempelhof jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Die vier- bis achtgeschossigen Häuser der 50er Jahre wurden in den 60er Jahren von Großsiedlungen mit Hochhäusern
abgelöst, die heute das Aussehen Marienfeldes und Lichtenrades prägen. Mit dem um 1970 ausgebauten Gewerbegebiet am Nahmitzer Damm und an der Motzener Straße in Marienfelde wurde Tempelhof zum damals zweitgrößten Industriebezirk West-Berlins nach Spandau.
Beide Bezirke haben mit Einrichtungen wie dem Flughafen Tempelhof und dem Schöneberger Rathaus über Berlin hinaus internationale Bekanntheit erlangt. Auch darüber hinaus gibt es in beiden historisch Interessantes und aktuell Sehenswertes, das darauf wartet, entdeckt und in Augenschein genommen zu werden.

Flughafen Tempelhof

Die bekannteste und zu Berühmtheit gelangte Einrichtung auf Tempelhofer Gebiet ist der Flughafen. Hier landete der größte Teil der alliierten Flugzeuge, mit denen während der Blockade der Berliner Westsektoren durch die Sowjetunion von Juni 1948 bis Mai 1949 die Versorgung West-Berlins aufrechterhalten wurde. Daran erinnert das 1951 von Eduard Ludwig entworfene Denkmal auf dem Platz der Luftbrücke vor dem Flughafen. Seine nach Westen weisenden Rippen (”Hungerharke”) symbolisierten die drei Luftkorridore, die damals Berlin noch zur Verfügung standen.

Luftbrücke - Foto von Lothar Duclos
Luftbrücke - Foto von Lothar Duclos

Doch lange vor diesen Ereignissen war der Flughafen Tempelhof international bekannt. Bereits im 19. Jahrhundert machten hier Flugpioniere erste Flugversuche, 1927 landeten hier die ersten Transatlantikflieger aus den USA. 1923 war ein regulärer Flugbetrieb mit Aussichtsrestaurant für 1200 Besucher eröffnet worden.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die heutige Anlage nach Entwürfen von Ernst Sagebiel errichtet (1936-1939).
Die nahegelegenen Kasernen der General-Pape-Straße dienten ab 1933 der SA als berüchtigtes Gefängnis und Folterkammer.

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Teltowkanal

Der Teltowkanal wurde zwischen 1901 und 1906 gebaut und verkürzte die Schifffahrtsverbindung zwischen Elbe und Oder durch Berlin um eine Strecke von 16 Kilometern. Zugleich diente er als Entwässerungsgraben. Sein Bau regte zu Experimenten mit verschiedenen Treidelsystemen an. Eine installierte Anlage mit 20 Treidel-Lokomotiven wurde Vorbild für den Bau des Panamakanals. Die Wege parallel zum Kanal bieten heute für Fußgänger und Fahrradfahrer/innen reizvolle grüne Verbindungen zwischen den Bezirken.
Für den Tempelhofer Hafen, der inzwischen keine Funktion mehr hat, entwickelte die UFA-Fabrik zusammen mit Stadtplanungsstudenten der TU ein preisgekröntes neues Konzept eines Kultur- und Dienstleistungszentrums, zu dem auch Wassertaxis und -busse gehören.

Weitere Informationen zu "100 Jahre Teltowkanal"

Industriedenkmale

Ullsteinhaus - Foto von Lothar Duclos
Ullsteinhaus - Foto von Lothar Duclos

Zwei imposante Bauten am Hafen zeugen von der Bedeutung Tempelhofs als frühem Industriestandort. Zusammen mit der Hafenanlage wurde 1906 das Lagerhaus der Teltowkanal AG erbaut. Die Außenfassade orientiert sich mit ihrer Architektur an Speichern alter Hafenstädte; innen wurde die damals modernste, feuerfeste Eisenbetonkonstruktion verwendet. Mit 120 m Länge und bis unter das Dach ausgebaut, bot es eine maximale Lagerfläche.

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Vier Dörfer - vier Kirchen

Zum Stadtbild Tempelhofs gehören die vier Dorfkirchen, deren Bausubstanz ganz oder teilweise aus dem 13. Jahrhundert stammt und die als Zeugnisse ländlichen Lebens von der Entstehungszeit Tempelhofs erzählen.

Der Dorfanger Marienfeldes gehört zu den im Berliner Stadtgebiet am besten erhaltenen mit einer großen Zahl bäuerlicher und vorstädtischer Bauten und einem Rittergut. Die Marienfelder Kirche ist um 1220 erbaut und damit die älteste Berlins. Im ehemaligen Dorfschulhaus Mariendorf 43 sind heute das Tempelhof Museum und die Musikschule untergebracht.
In Lichtenrade schließlich treffen mit der noch gut erhaltenen malerischen alten Dorfanlage mit Kirche und Dorfteich, alter Feuerwache, Dorfkrug und Pfarrgehöft und der dahinter aufragenden Neubau-Wohnanlage zwei sehr unterschiedliche Welten aufeinander.

Trabrennbahn Mariendorf

Trabrennbahn - Foto Lothar Duclos
Trabrennbahn - Foto Lothar Duclos

Umgeben von Neubauten liegt am Mariendorfer Damm die Trabrennbahn, die hier schon im Jahr 1913 als damals modernste Anlage in Deutschland eingeweiht wurde. Hier mischen sich ein ländlich anmutendes Ambiente mit Überbleibseln der Gründungszeit und modernen Zweckbauten: in niedrigen Fachwerkgebäuden sind Ställe und Wirtschaftsräume untergebracht, Pferde schauen aus Stalltüren, Fahrer auf Sulkys kreuzen gemächlich den Weg. Daneben die erste, 1913 in Jugendstil fertiggestellte Tribüne - sie steht unter Denkmalschutz - die neueren Zuschaueranlagen stammen aus den 60er und 70er Jahren.
Finanziell über die Runden kam der Trabrennverein nach seiner Gründung nur durch die Unterstützung des Verlegers und Pferdefreundes Bruno Cassirer. Den eigentlichen Aufschwung nahm die Trabrennbahn in den 20er Jahren. Auch heute noch werden während der Derby-Woche, die neben anderen Rennen das alljährliche internationale Großereignis darstellt, um die 100 000 Besucher gezählt. Doch die Einnahmen reichen inzwischen nicht mehr aus. Der Verein wird einen Teil seines Geländes verkaufen, die Ställe werden nach Karlshorst verlegt, um Platz zu machen für Reihenhäuser, Gastronomie und Geschäfte

Neu-Tempelhof

Das ”Fliegerviertel”, dessen Straßen westlich des Flughafens nach Kampffliegern des 1. Weltkrieges benannt wurden, ist die größte von mehreren gemeinnützigen Wohnsiedlungen der 20er Jahre in Tempelhof. Zweigeschossige Doppel- und Reihenhäuser mit Gärten treffen auf eine 4-5 geschossige Randbebauung. Viele Straßen sind ringförmig angeordnet, einen zentralen Grünzug bildet der Bäumerplan.

Schulenburgring

Schulenburgring - Foto von Lothar Duclos
Schulenburgring - Foto von Lothar Duclos

Ganz in der Nähe, im Haus Schulenburgring Nr. 2 wurden den Kampfhandlungen des 2. Weltkrieges ein Ende gemacht. Hier unterzeichnete General Weidling, Kommandant von Berlin, am 2. Mai 1945 die Kapitulation der Deutschen Wehrmacht, eigenmächtig und ohne die Zustimmung der NS-Führer.
Eine entsprechende Tafel befindet sich am Hauseingang.

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Rathaus Schöneberg

1911-1914 von der selbständigen Stadt Schöneberg repräsentativ und auf Zuwachs gebaut, war das Schöneberger Rathaus auch nach dem 2. Weltkrieg groß genug, um von 1949 bis 1993 auch den Senat und das Abgeordnetenhaus von West-Berlin zu beherbergen. Die 1950 im Turm installierte Freiheitsglocke, ein amerikanisches Geschenk an Berlin, wirkte lange als Freiheitssymbol auch über die Stadt hinaus. Als Zentrum demokratischer Politik und Symbol der politischen Selbstbestimmung Berlins war es zugleich auch immer wieder Adressat von Demonstrationen und Protestaktionen.

Goldener Hirsch
Goldener Hirsch




In westlicher Richtung erstreckt sich als durchgehender Grünzug bis nach Wilmersdorf der Rudolph-Wilde-Park, der von 1908-1910 im morastigen Untergrund des Großen Fenns angelegt wurde. Hier thront auf steinerner Säule der Goldene Hirsch, eines der Wahrzeichen von Schöneberg.

Friedenau

Im Süden Schönebergs, an der Grenze zu Steglitz, liegt die ehemalige Villenkolonie Friedenau. Auch wenn inzwischen fünfgeschossige Mietshäuser die alten Villen fast überall abgelöst haben, sind die ruhigen Wohnstraßen rechts und links der Bundesallee und der Rheinstraße mit Vorgärten und einzelnen kleinen Geschäften ein beliebtes Wohngebiet in gehobener Preisklasse.
Bebauungsplan und Straßenanlage der Siedlung, die ab 1871 weit draußen vor Berlin entstand, gehen auf den Terrainunternehmer Carstenn zurück. Von ihm kaufte der ”Landerwerb- und Bauverein auf Actien” das Gelände; seine Mitglieder, Pensionäre, Beamte, Lehrer und Künstler suchten hier mit dem Bau eigener bescheidener Häuser dem Lärm der Stadt und den Mietsteigerungen Berlins zu entkommen.
Kleinbürgerliche Idylle und Biederkeit waren seitdem immer wieder versetzt mit kritischen künstlerischen und politischen Einsprengseln, die u.a. von Rosa Luxemburg und Hans Baluschek über die Mitglieder der APO bis zu Uwe Johnson und Günther Grass reichten. mehr

Bayerisches Viertel

Im Westen Schönebergs liegt ein bürgerliches Wohnquartier mit schmucken Hausfassaden, schönen Platzanlagen und ruhigen Straßen. Mit dem Viertel für den ”gehobenen Mittelstand”- so lockte einst ein Werbeprospekt der Berlinischen Bodengesellschaft - wollte die Stadt Schöneberg im Wettstreit mit Charlottenburg und Wilmersdorf um die Jahrhundertwende für steuerkräftigen Bevölkerungszuwachs sorgen.
Das Bayerische Viertel, benannt nach seinen vorwiegend bayerischen Straßennamen, wurde zum Wohn- und Arbeitsort vieler jüdischer Menschen. In der Münchener Straße entstand 1910 eine orthodoxe Synagoge, die später von den Nationalsozialisten als Sammellager für Juden auf dem Weg in die Konzentrationslager missbraucht wurde. Seit 1993 erinnert ein ungewöhnliches Denkmal an die jüdische Bevölkerung Schönebergs. Die Künstler Renata Stih und Frieder Schnock haben im Straßenraum des Bayerischen Viertels 80 Tafeln mit Gesetzestexten aus der NS-Zeit installiert, die über die systematische Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung der Juden informieren.

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Nollendorfplatz

Nollendorfplatz unterm Regenbogen
Nollendorfplatz unterm Regenbogen

Jedes Jahr im Juni findet am Nollendorfplatz, in der Motzstraße und ihren Nachbarstraßen das schwullesbische Stadtfest statt. Heute, wie schon in den 20er Jahren, gibt es hier viele beliebte Treffpunkte homosexueller Männer und Frauen. 1906 entstand am Nollendorfplatz das ”Neue Schauspielhaus”, etablierten sich Restaurants, Cafés und Bars, wurde der Nollendorfplatz ein Mittelpunkt des literarischen und künstlerischen Lebens.
Die U-Bahn-Linie 4, die hier, vom Innsbrucker Platz kommend, auf die Hochbahn trifft; wurde 1910 von der Stadt Schöneberg auf eigene Kosten in Betrieb genommen.

Heinrich v. Kleist-Park

Der Kleistpark gehört zu den wenigen Grünflächen im Norden Schönebergs. Er liegt verborgen hinter den prächtigen Königskolonnaden, die 1780 von Carl v. Gontard erbaut und 1910 von der Königsbrücke am Alexanderplatz hierher versetzt wurden. Derzeit werden die Kolonnaden einer Sanierung unterzogen, die voraussichtlich bis 2006 andauern wird. An die ursprüngliche Bestimmung des Kleistparks erinnert heute nichts mehr. Im
17. Jahrhundert befand sich hier der Königliche Hof- und Küchengarten, später der Botanische Garten, der damals auf doppelt so großer Fläche wie der heutige Park die Besucher in Scharen anzog.

Die Hauptattraktion war ein 17 m hohes Palmenhaus, 1858 als aufsehenerregender Kolossalbau aus Glas und Stahl errichtet. 1908 verlegte man infolge der zunehmenden Stadterweiterung den Botanischen Garten nach Dahlem.
Die umgesetzten Kolonnaden waren als ”Vorbereitungsarchitektur” für das 1913 fertiggestellte Preußische Kammergericht an der Westseite des Parks gedacht. 1944 wurde das Haus zum Austragungsort der berüchtigten Schauprozesse von Roland Freisler, dem gefürchteten Präsidenten des Volksgerichtshofes, der hier vor geladenen Zuhörern einige Angeklagte des
”20. Juli” zum Tode veruteilte. Ab 1945 war hier der Sitz des Alliierten Kontrollrats. Heute tagt hier wieder das Kammergericht.

Alt-Schöneberg

Wer den historischen Ursprung Schönebergs sucht, wird ihn kaum an dieser Stelle vermuten: Zwischen Eisenacher und Dominicusstraße liegt - verkehrsumtost - ein langgestreckter Grünstreifen mit kaum genutzten Parkbänken und einem Verkehrsschild mit der Aufschrift: ”Ein Überqueren der Fahrbahn am Süd-West-Ende der Dorfaue ist nicht mehr möglich”. Von hier aus fällt der Blick auf die friderizianische Dorfkirche von 1766 und die repräsentativen Villen der so genannten Millionenbauern. In Alt-Schöneberg waren zur Gründerzeit einige der ältesten Schöneberger Bauernfamilien durch Landverkäufe und Beteiligung an Spekulationsgeschäften zu erheblichem Reichtum gekommen. Die heutige Doppelhaus-Villa Hauptstraße 40/42 steht neugierigen Besuchern offen. Hier sind seit 1994 das Schöneberg Museum und das Jugendmuseum untergebracht. Seit der Bezirksfusion ist hier das Archiv für die Geschichte Tempelhofs und Schönebergs zu finden.

Neues Wohnen

Unter dem Stichwort der ”humanen Urbanisierung” entwarfen der Schöneberger Stadtbaurat Martin Wagner und der Architekt Bruno Taut die ”Lindenhofsiedlung” im Süden Schönebergs an der Grenze zu Tempelhof. Als Genossenschaftsbau unter städtischer Beteiligung entstanden hier zwischen 1918 und 1921 zweigeschossige Reihenhäuser für sozial schwächer gestellte Menschen. Zur Siedlung gehörte ein Parkgelände mit zwei natürlichen Teichen, zu den Wohnungen jeweils 80 qm große Mietergärten.
Unter dem Druck der zunehmenden Wohnungsnot rückte man beim Bau der Ceciliengärten zwischen der Haupt- und Rubensstraße vom Reihenhauskonzept des Lindenhofs wieder ab. Nach Entwürfen von Baustadtrat Heinrich Lassen entstanden hier in den zwanziger Jahren viergeschossige Mietshäuser, die sich als
lange Häuserzeilen ohne Hinterhöfe um große Freiflächen im Blockinneren gruppieren. Für den Wohnungsbau der Weimarer Republik wird diese Bauweise mit ihren gärtnerisch gestalteten Innenhöfen typisch.

Naturpark Südgelände

Hans Baluschek Park
Hans Baluschek Park

Jahrzehntelang lag das ehemalige Reichsbahngelände östlich der S-Bahnlinie zwischen Papestraße und Priesterweg brach. Bürgerinitiativen verhinderten erfolgreich eine Neuverplanung des Geländes, auf dem sich im Laufe der Jahre eine vielfältige Flora und Fauna hatte entwickeln können. Seit 1999 steht das Gebiet unter Landschafts- und Naturschutz. Als Expo-Projekt konnte im Jahr 2000 der Natur-Park Südgelände gestaltet werden, der die alten Bahnanlagen wie Wasserturm, Lokschuppen und Drehscheiben phantasievoll mit einbezogen hat.

In unmittelbarer Nähe des ”Südgeländes” ersteckt sich zwischen den Bahnhöfen Papestr. und Priesterweg der Hans-Baluschek-Park. Die schmale, neu gestaltete Grünanlage hat eine Länge von 1,5 Kilometern. Durch den Park führt ein vier Meter breiter Asphaltweg, der insbesondere Skater und Radler anlockt, aber auch für Fußball auf Naturrasen, Basketball oder ein Picknick gute Möglichkeiten bietet.

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Kontakt

Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg


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Rathaus Schöneberg
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