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Nelly Sachs

Lyrikerin, 10. Dezember 1891, Schöneberg –
12. Mai 1970, Stockholm (Schweden)


Nelly Sachs wurde als einziges Kind einer assimilierten jüdischen Familie in Schöneberg geboren und wuchs in der Maaßenstr. 12 auf.
Mit fünfzehn Jahren war sie so fasziniert von Selma Lagerlöfs Debütroman „Gösta Berling“, dass sie mit der schwedischen Schriftstellerin in einen Briefwechsel trat, der über 35 Jahre andauern sollte. Erste Gedichte schrieb sie mit siebzehn Jahren. Während ihr Frühwerk unter dem Einfluss der Romantik relativ konventionell war, zählte ihre Lyrik ab Mitte der Vierzigerjahre neben der von Paul Celan und Rose Ausländer zur heute klassisch genannten Moderne.
1940 emigrierte sie nach Stockholm und erhält 1953 die schwedische Staatsbürgerschaft. Unter dem Eindruck der Grauen des Holocaust beschrieb sie ihre persönliche Situation so: „Ich habe kein Land und im Grunde genommen auch keine Sprache. Nur die Inbrunst des Herzens, die über alle Grenzen hinweg eilen will.“
Am 10. Dezember 1966, dem Tag ihres 75. Geburtstages, erhielt Nelly Sachs aus der Hand des schwedischen Königs den Literaturnobelpreis. Ihre kurze Dankesrede hielt sie auf Deutsch, ihr Preisgeld verschenkte sie an Bedürftige.
1967 erhielt sie die Ehrenbürgerschaft der Stadt Berlin. Am Wohnhaus der Schriftstellerin erinnert heute eine Gedenktafel, im nach ihr benannten Nelly-Sachs-Park an der Dennewitzstraße wurde 1989 ein Gedenkstein (Findling) enthüllt.

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