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Claire Waldoff

Schauspielerin, Kabarettistin, Chansonsängerin
21. Oktober 1884, Gelsenkirchen – 22. Januar 1957, Bad Reichenhall


Die große Künstlerin „Claire Waldoff“ lebte von 1919 bis 1933 in der Regensburger
Str. 33 im Bezirk Schöneberg. Seit 1989 erinnert eine Gedenktafel an ihrem Wohnhaus an die große Chansonniere.Claire wurde als elftes von 16 Kindern einer
Gastwirtsfamilie geboren. Da sich ihr Wunsch, Ärztin zu werden, aus finanziellen
Gründen nicht verwirklichen ließ, entschloss sie sich, das Schauspielfach einzuschlagen und nahm den Künstlernamen Claire Waldoff an.
1903 hatte sie ihr erstes Engagement in Bad Pyrmont und Kattowitz, 1907 kam sie nach Berlin. Nach mehreren kleinen Bühnenrollen verschlug es sie ans Kabarett. Ihren ersten Auftritt hatte sie in einem Etonboy-Anzug im Kabarett Roland von Berlin. Er machte sie über Nacht zum Stern von Berlin. Waldoff spezialisierte sich auf Gassenhauer, Schlager und Chansons im Berliner Jargon. Ihr Markenzeichen waren Krawatte, Hemdbluse und ein bronze- roter Bubikopf. Sie rauchte und fluchte auf der Bühne. Den Höhepunkt ihrer Karriere erreichte sie Mitte der Zwanzigerjahre. Sie trat in den größten Varietés Berlin auf und unternahm Tourneen durch Deutschland. Auch stand sie mit der damals noch unbekannten Marlene Dietrich auf der Bühne.
Der Rundfunk spielte ihre Lieder, ihre Schallplattenverkäufe erreichten Rekordhöhen.
Ihr Repertoire umfasste zu dieser Zeit rund 800 Stücke. Mit ihrer Freundin Olga Freifrau von Roeder besuchte sie oft den Damenklub Pyramide traf dort Anita Berber, Cilly de Rheydt und viele interessante Malerinnen und Modelle. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten hatte sie für einige Zeit politisches Auftrittsverbot.
Mitte der Dreißigerjahre trat sie im Doppelprogramm mit Lene Ludwig auf, die parodistische Tänze und Masken von Prominenten aufführte. 1939 zog sie sich nach Bayrisch Gmain zurück und trat in Rundfunk-Wunschkonzerten auf. Im Januar 1942 sang sie dann vor deutschen Soldaten im besetzten Paris. Nach dem Krieg konnte sie ihre Karriere nicht mehr fortsetzten. Die Währungsreform kostete sie ihre Ersparnisse und sie geriet in Armut. Anlässlich ihres 70. Geburtstages gewährte ihr der Berliner Magistrat eine kleine Ehrenrente. 1953 erschien ihre Autobiographie.

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