Der am 19. Mai 1902 geborene Sohn eines königlich-preussischen Kammerherrn
machte eine Ausbildung in Forst- und Landwirtschaft und studiert er Jura und Landwirtschaft in Eberswalde und München.
Im Zweiten Weltkrieg war er als Offizier in Polen, Frankreich, Russland, Afrika und Italien stationiert. Eine bedeutende Begebenheit ereignete sich in den letzten Kriegstagen. Als Hauptmann der Wehrmacht befreite er am 30. April 1945 in Niederdorf/Südtirol einen Transport von 139 prominenten Gefangenen aus zwölf verschiedenen Nationen.Wichard von Alvensleben enthob die SS ihres Kommandos und forderte einen Stoßtrupp seiner Kompanie aus Sexten an, um die Häftlinge aus der Gewalt der SS- und SD-Wachmannschaften zu befreien. Unter den Gefangenen befanden sich u. a. der ehemalige österreichische Bundeskanzler Kurt von Schuschnigg, der frühere französische Ministerpräsident Léon Blum, der ehemalige ungarische Ministerpräsident Miklós von Kállay mit ihren Familien, Martin Niemöller, einer der führenden Männer der „Bekennenden Kirche“ im Dritten Reich, sowie Familienangehörige Stauffenbergs, die nach dem Attentat am 20. Juli 1944 in „Sippenhaft“ genommen worden waren. Der Dahlemer Pfarrer Martin Niemöller gab später zu Protokoll: „Hauptmann von Alvensleben hat durch sein Dazwischentreten
dem gesamten Gefangenentransport das Leben gerettet.“ In den Herbsttagen 1945 wurde Wichard von Alvensleben aus amerikanischer Gefangenschaft entlassen. Er schlägt sich bis 1952 als Angestellter einer Zuckerfabrik sowie als Holzfuhrmann durch. Bis 1956 verwaltet er das Gut seiner zweiten Frau und trägt große Verantwortung für die Integration von Flüchtlingen und die Betreuung von Alkoholkranken. Am 14. August 1982 stirbt Wichard von Alvensleben in Ascheberg und wird auf dem dem Brockdorffschen Familienfriedhof beigesetzt.




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