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Angriff auf die Stadtbibliothek

Pressemitteilung Nr. 257 vom 12.08.2021

Mutwillig zerstörte Bücher und der Umgang mit rechten
und verfassungsfeindlichen Übergriffen

In der Bezirkszentralbibliothek „Eva-Maria-Buch-Haus“ wurden vor kurzem stark zerstörte Bücher entdeckt. Auffällig dabei ist, dass sich alle Titel auf kritische Weise mit rechten Tendenzen beschäftigen, darunter beispielsweise „Hass. Macht. Gewalt.: ein Ex-Nazi und Rotlicht-Rocker packt aus“ oder „Der Riss: wie die Radikalisierung im Osten unser Zusammenleben zerstört“.
Eine bislang unbekannte Person hat die beschädigten Bücher in einem Ausleihkorb im Publikumsbereich der Bibliothek zurückgelassen, wo sie von einem Bibliotheksmitarbeiter gefunden wurden.

Kulturstadtrat Matthias Steuckardt verurteilt den Vorfall:

Die Nachricht über die beschädigten Bücher in der Bezirkszentralbibliothek hat mich sehr betroffen und zugleich wütend gemacht. Unsere bezirkliche Kulturarbeit gerät immer häufiger ins Fadenkreuz rechter Übergriffe.
Im April wurden in Schöneberg mehrere Stolpersteine kurz nach ihrer Verlegung mit einer ätzenden Flüssigkeit beschmiert. Auch dieser Angriff auf unsere Bibliothek ist leider kein Einzelfall – immer wieder werden im und am Gebäude rechte Schmierereien entdeckt sowie unbefugt Propagandamaterialien rechter Gruppierungen ausgelegt.
Die zunehmende Aggressivität dieser Angriffe ist schockierend. Bibliotheken sind Leuchttürme des Wissens und der Freiheit, die es zu verteidigen gilt. Wir werden uns den Feinden der Demokratie gemeinsam und entschlossen entgegenstellen.

Der Vorfall wurde der Polizei gemeldet, entstanden ist ein Schaden von rund 120 €.

Im Kollegium ist eine große Betroffenheit über diesen Vorfall wahrnehmbar. Zurzeit werden verschiedene Möglichkeiten, diesen Vorfall für Bürger_innen sichtbar zu machen, diskutiert. Angedacht ist beispielsweise ein Büchertisch, der die beschädigten Bücher auf eindrückliche Weise ausstellt und Besucher_innen zu einem Austausch einlädt.