Das Modellprojekt „Geflüchtete in Arbeit“ trägt Früchte

Pressemitteilung Nr. 065 vom 14.02.2017

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und die bezirkliche Wirtschaftsförderung haben das Modellprojekt „Geflüchtete in Arbeit“ gemeinsam mit den bezirklichen Unternehmen und der gemeinnützigen Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen mbH (GFBM gGmbH) initiiert, um die Integration und Vermittlung von junge Menschen mit Fluchthintergrund in den Arbeitsmarkt aktiv anzugehen. Viele Flüchtlinge verfügen nicht über Schul- und Berufsabschlüsse, die den deutschen Standards entsprechen. Deshalb ist es nicht einfach, sie ohne Weiteres in unseren Arbeitsmarkt zu integrieren. Es geht aber darum, ihre vielfachen berufliche Erfahrungen, Kompetenzen und Fähigkeiten zu nutzen um diese Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Am 9. Februar 2017 besuchte Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler die Firma Bahlsen GmbH & Co. KG sowie deren ehemaligen Praktikanten und nun zukünftigen Auszubildenden
Amjad Ulayyan aus Syrien. Der 32-jährige Mann absolvierte im Rahmen des Projektes Geflüchtete in Arbeit im Dezember 2016 erfolgreich ein Praktikum bei der Firma Bahlsen und wird am 1. März 2017 im Werk Berlin eine sechsmonatige Einstiegsqualifizierung und im Anschluss eine Ausbildung zum Maschinenanlagenführer beginnen.

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler: „Besonders freue ich mich über die positive Resonanz der Unternehmen und deren großartiges Engagement. Nach erfolgreichem Abschluss der Praktika und der Einstiegsqualifizierung winkt den Projektteilnehmenden ein toller Ausbildungsplatz in einem bezirklichen Unternehmen. Ich danke dem Unternehmen Bahlsen ganz herzlich für sein Engagement.
Insgesamt haben wir für dieses Projekt 100T € in die Hand genommen. Das mag sich zunächst recht üppig anhören, aber wir haben unseren Projektteilnehmenden eine sehr engmaschige und individuelle Begleitung zur Seite gestellt. Ziel muss es sein, positive Beispiele zu produzieren, d. h. möglichst keine Ausbildungsabbrüche und frustrierte Arbeitgeber.“

Torsten Goschenhofer, Leiter Werk Berlin, Bahlsen Business Unit D-A-CH: „Seit seiner Gründung vor über 125 Jahren haben wir stets gesellschaftliche Verantwortung übernommen. Insofern ist es für uns keine Frage, Flüchtlinge bei ihrer beruflichen und gesellschaftlichen Integration in ihrer neuen Heimat zu unterstützen. Unsere bisherigen Erfahrungen in der Bahlsen Gruppe zeigen, dass sich dies außerordentlich bereichernd auf unser Unternehmen auswirkt.“

Daten und Fakten zum Modelprojekt Geflüchtete in Arbeit

Im Rahmen des Modelprojektes sollen gezielt 12 junge Geflüchtete in einen betrieblichen Ausbildungsplatz vermittelt werden. Die Teilnehmenden werden ein Praktikum und eine Einstiegsqualifizierung mit gleichzeitiger Sprachförderung (z. B. durch einen Sprachkurs) durchlaufen, bevor sich beide Seiten für einen Ausbildungsberuf entscheiden. Der Projektansatz folgt der Zielstellung des Masterplans für Integration und Sicherheit und soll im Ergebnis zwölf Geflüchtete mit Hilfe verschiedener Instrumente der Begleitung und Förderung in eine betriebliche Ausbildung integrieren. Als Projektzeitraum des Modellvorhabens ist zunächst der Zeitraum September 2016 bis Oktober 2017 vorgesehen.
Insgesamt 15 Unternehmen nehmen an dem Modellprojekt teil. Überwiegend sind die Unternehmen im gewerblich-technischen und im personenbezogenen Dienstleistungsbereich angesiedelt. Praktika wurden unter anderem in der Gastronomie, als IT-Systemadministrator, als Maschinenführer, sowie als Elektrotechniker durchgeführt.

Aktuell absolvieren zwölf Teilnehmende entweder ein Praktikum, eine Kompetenzfeststellung oder beides in Teilzeit. Bisher haben bereits fünf Projektteilnehmende eine verbindliche Zusage für die Einstiegsqualifizierung (EQ) erlangt. Drei Teilnehmende konnten nach erfolgreichem Praktikum direkt in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt werden. Die GFBM gGmbH unterstützt an dieser Stelle bei der Anerkennung der entsprechenden Berufsabschlüsse der Heimatländer sowie dem bürokratischen Aufwand.
Im Vorfeld der Kompetenzfeststellung wurde eine Akquise-Phase durchgeführt. In dieser wurden sämtliche, sich aktuell in den Sprachkursen der GFBM gGmbH befindlichen Teilnehmenden auf ihre formale Geeignetheit überprüft. In einem weiteren Schritt sprachen die Integrationslotsen die im Hangar des ehemaligen Flughafens Tempelhof untergebrachten Menschen an und warben für die Maßnahme. Kooperationen und gezielte Ansprache weiterer Einrichtungen für Geflüchtete Menschen ergaben in Summe die formale Prüfung von ca. 2000 Personen. Zu vertiefenden Bewerbungsgesprächen wurden final 125 Menschen eingeladen. Von diesen qualifizierten sich 19 Personen für den weiteren Verlauf des Projektes. Die Projektteilnehmenden stammen aus verschiedenen Herkunftsländern. Darunter sind Syrien, Iran, Afghanistan, Eritrea und Mauretanien zu nennen.
Durch das flankierende Ehrenamtsprogramm des Projektes konnte zudem zwölf Ehrenamtliche gewonnen werden, die die Teilnehmenden zusätzlich unterstützen.

Weitere Informationen
Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin
Wirtschaftsberatung und Europaangelegenheiten
Tamara Hilbert, Tel.: 90277-3644 oder E-Mail