Der Osten im Westen – die Stasi in Schöneberg - Ein Vortrag von Prof. Dr. Müller-Enbergs -

Pressemitteilung vom 14.11.2014

Am Dienstag, dem 18.11.2014 um 19 Uhr

Jugend Museum, Hauptstraße 40/42, 10827 Berlin

In der öffentlichen Wahrnehmung ist die Tätigkeit des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) weitgehend auf das Gebiet der ehemaligen DDR beschränkt. Aber die Staatssicherheit spionierte auch in West-Berlin. Noch 25 Jahre nach dem Mauerfall ist nahezu unbekannt, dass während der deutschen Teilung rund 190 Schöneberger_innen als inoffizielle Mitarbeiter_innen (IM) oder IM-Kandidaten mit dem Staatssicherheitsdienst in Kontakt standen. Ein Grund für die Dichte ist sicherlich das Schöneberger Rathaus, das zur Zeit des Kalten Krieges die bedeutendste politische Institution West-Berlins darstellte. Wichtige Entscheidungen wurden hier gefällt, und das MfS hatte großes Interesse daran, frühzeitig über die politischen Entwicklungen informiert zu sein.

Helmut Müller-Enbergs ist Professor an der Syddansk Universitet und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Stasi-Unterlagenbehörde.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung Im Visier der Stasi – Aktivitäten des DDR-Geheimdienstes rund um das Rathaus Schöneberg statt.

Die Ausstellung gibt einen Einblick in die vielfältigen Aktivitäten der Staatssicherheit im Bezirk. Die Stasi ließ nicht nur fotografieren, filmen und beobachten, sie beauftragte auch eine Entführung und engagierte Kriminelle. Erstmalig ist es möglich, die Kontaktpersonen der Stasi in Schöneberg nach Straßen sortiert zu verorten. Das MfS konnte in sämtliche Gesellschaftsschichten und in alle bis 1989 im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien vordringen.

Zur Ausstellung ist im Metropol Verlag eine Publikation erschienen:
Irene von Götz und Helmut Müller-Enbergs, Im Visier der Stasi – Spionage in Berlin-Schöneberg, herausgegeben im Auftrag des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg,
Berlin 2014.
Ausstellung und Publikation wurden von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.

Öffnungszeiten der Ausstellung
Montag bis Donnerstag 14–18 Uhr, Freitag 9–14 Uhr
Samstag, Sonntag 14–18 Uhr, kostenlose Führung jeden Sonntag um 14:30 Uhr

Kontakt und Info:
Petra Zwaka, Museumsleitung, Tel. 90277 6164