Fünf Tafeln der Ausstellung „Karl Heinrich Ulrichs – In öder Wüste tönt meine Stimme“ aus dem Rathaus Schöneberg gestohlen

Pressemitteilung vom 21.02.2014

Presseerklärung der Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg Angelika Schöttler

Von einem Mitarbeiter des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg wurde heute bei Dienstbeginn das Fehlen von fünf Tafeln der insgesamt 20 Tafeln umfassenden Ausstellung „Karl Heinrich Ulrichs – In öder Wüste tönt meine Stimme“ bemerkt. Der Diebstahl ist umgehend bei der Polizei zur Anzeige gebracht worden. Der Staatsschutz wurde bereits eingeschaltet. Durch die Aufmerksamkeit einer Mitarbeiterin des Rathauses konnten alle entwendeten Bilder gegen Mittag in einem Müllcontainer in der Nähe des Rathauses sichergestellt werden.

„Ich bin entsetzt darüber, dass offensichtlich schon allein das bloße Sichtbarmachen schwul-lesbischer Geschichte eine solche Provokation darstellt. Als Bezirksbürgermeisterin spornt mich dieser Vorfall jedoch an, die Zusammenarbeit mit den Projekten, die diese Geschichte sichtbar machen, fortzusetzen und zu intensivieren“, so Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler .

Die von Gerhard Hoffmann initiierte Ausstellung, die aus Sondermitteln der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg gefördert wurde, wird noch bis zum 26.03.2014 auf der Galerie des Foyers im Rathaus Schöneberg zu sehen sein.

„Nach Durchführung der erkennungsdienstlichen Maßnahmen durch die Polizei sollen die Tafeln so schnell wie möglich wieder an ihrem angestammten Platz in der Ausstellung aufgehängt werden“, so Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler. “Für die Aufmerksamkeit und den Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rathauses Schöneberg möchte ich mich ausdrücklich bedanken. Bedeutet dieses Engagement doch, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tempelhof-Schöneberger Bezirksverwaltung für Werte wie Toleranz, Akzeptanz und Respekt einstehen.“

Karl Heinrich Ulrichs, der Vorkämpfer der internationalen Homosexuellen-Bewegung forderte als erster Mensch weltweit die staatliche und soziale Anerkennung und die Öffnung der Ehe für Homosexuelle. Anlässlich der Umbenennung der Einemstraße in Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße soll mit dieser Ausstellung das Wirken Ulrichs einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Kontakt:
Büro der Bezirksbürgermeisterin, Tel. 90277 2277